1 Spieltag – 3 Autoren – 5 Fragen – Free Agency 1

Die Free Agency steht vor der Tür und damit eine der spannendsten Phasen der Offseason!

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Wer bekommt die besten Free Agents? Welcher Free Agent wird überbezahlt und welches Team kann die besten Steals machen? All das sind Fragen, die während der Free Agency auftauchen. Diese Zeit mit Free Agency und Draft ist sehr spannend, weil die Teams uns zeigen, worauf sie am Ende wert legen. Bauen sie beispielsweise ihre Defense über die Line auf oder doch eher über die Secondary? Welcher Team schafft es sein Problem auf Quarterback zu lösen?

Sehr viele Fragen von denen wir natürlich nur einen Teil hier beantworten können. Viel mehr als spekulieren ist es natürlich nicht, aber grade das kann ja auch mal Spaß machen. Heute mit dabei sind Rico Harting(@DolfDriveRico), Benedikt Jakobi (@BeniJakobi), und Jonathan Groeneveld (@JonaGroe89). Nächste Woche wird es dann keine Ausgabe geben, da die Free Agency grade erst gestartet ist. Die Woche danach werden wir dann die wichtigsten Deals für euch bewerten.

Der Wentz Trade ist hier noch nicht berücksichtigt, aber wird sicherlich in der nächsten Ausgabe dann ein Thema werden.

Die ersten Entscheidungen auf Quarterback sind gefallen. Wie schätzt ihr diese und was passiert noch?

Rico Harting: Aaron Rodgers bleibt bei den Packers für 200 Millionen Dollar. Die Summe ist hoch, aber für einen MVP, der einem das Fenster offen halten soll musste das Team tief in die Tasche greifen. Die Packers werden alles auf die kommenden zwei bis maximal vier Jahre ausrichten und danach vermutlich in ein Loch fallen, wie es bei den Saints der Fall ist. Für mich für beide Seiten zur aktuellen Zeit ein akzeptabler Deal. Nun heißt es weitere offensive Playmaker zu holen, um Rodgers die Unterstützung zu geben, um auch in den Playoffs den großen Wurf zu machen.

Russell Wilson und einen Fourth Round Pick zu den Broncos für 2 First Rounder, 2 Second Rounder, 1 Fifth Rounder, Drew Lock, Shelby Harry und Noah Fant. Das ist schon ziemlich günstig meiner Meinung nach. Ich denke Seattle hätte hier noch einen First Rounder mehr holen können und eventuell anstatt Fant einen der Wide Receiver. Die Broncos damit auf dem Weg zum nächsten Super Bowl. Die AFC West ist geladen mit guten Quarterbacks. Das werden tolle Duelle!

Darüber hinaus wird es in der Riege dahinter vermutlich noch etwas Bewegung geben. Die Frage wird sein, ob Carr, Cousins, Mayfield und Garoppolo noch in einen Trade geraten. Dazu schwebt Deshaun Watson auch noch im leeren Raum, wo keiner genau weiß, wo die Reise hingeht.

Benedikt Jakobi: Die Packers verlängern sehr teuer mit Aaron Rodgers. Aus meiner Sicht ist das jedoch konsequent. Man war in den letzten Jahren unter Matt LaFleur top in der Regular Season und ist definitiv weiter im Titelfenster. Für nächste Saison kann man durch die Verlängerung Cap Space einsparen, den man in die Defense oder Waffen für Rodgers investieren kann. Und da zu erwarten ist, dass der Cap weiterhin stark steigen wird, ist der Vertrag auch mittelfristig kein absoluter Backbreaker.

Den Wilson-Trade fand ich sehr überraschend, in den letzten Wochen war es ja recht ruhig um das Thema. Aber er ist nachvollziehbar. Seattle sieht sich in einem Rebuild und opfert Wilson für Draftmunition mit dem man das Team neu aufstellen kann. Und Denver wähnt sich mit einem starken Kader, dem bis dato ein Quarterback fehlte, mit Wilson direkt im Titelfenster und ist dementsprechend bereit sehr sehr viel in diesen Trade zu investieren.

Ansonsten erwarte ich nicht mehr viel Bewegung bei den überdurchschnittlichen Quarterbacks. Bei den Raiders und Vikings deutet nach der Besetzung der Head Coaches alles darauf hin, dass die Starting Quarterbacks im nächsten Jahr Derek Carr und Kirk Cousins heißen. Kyler Murray hat – thank god – seine Cardinals-Bilder wieder auf seinen Instagram-Account hochgeladen, er bleibt also wohl in Arizona. Somit bleibt als einziger Quarterback der obersten sportlichen Klasse nur Deshaun Watson, bei dem ich einen Trade erwarte.

Bei den Quarterbacks, die sportlich eher ein bis zwei Tiers tiefer anzusiedeln sind, wird neben Jimmy Garoppolo, wohl auch nicht allzu viel passieren. Damit sind wir schon eher bei den Quarterbacks außerhalb der Top 20, die verfügbar sein sollten. Wie attraktiv Teams dann Optionen wie Carson Wentz, Marcus Mariota oder Mitchell Trubisky finden, wird sich zeigen.

Jonathan Groeneveld: Ursprünglich war die Frage hier noch etwas anders, aber am Dienstag kam dann endlich Bewegung rein.

Rodgers verlängert bei den Packers. Für beide Seiten ein guter Deal. Die Packers stoßen so das Titelfenster für die nächsten 2-3 Jahre noch einmal weit auf und werden sicher weiter investieren. In der NFC ist alles drin und in einem Super Bowl sowieso. Ich finde die Entscheidung der Packers in jedem Fall richtig. Für Rodgers gab es wohl nur die Möglichkeiten Packers oder Broncos. Da finde ich die Entscheidung für die Packers nachvollziehbar, da die Probleme mit Gutekunst wohl überwunden sind.

In der AFC West wird es jetzt wild. Mahomes, Herbert, Wilson und Carr in einer Division. Generell ist die AFC echt sehr stark was die Qualität auf Quarterback angeht und dort wird es in den nächsten Jahren ohne Top Quarterback sehr schwierig in den Super Bowl einzuziehen. Umso gespannter bin ich auf die Vertragsverlängerungen von Lamar Jackson und Baker Mayfield. Um dort einen langfristigen, hohen Vertrag anbieten zu können, sollten die Teams zu 100% vom Quarterback überzeugt sein. Einfach wird es die nächsten Jahre nicht in den Super Bowl zu kommen. Ich sehe im Trade zwischen den Seahawks und Broncos eigentlich nur Gewinner. Der Trade ist für beide Seiten fair. Gerechnet habe ich damit aber nicht mehr.

Die Personalie die über allem schwebt ist halt Watson. Ich habe keine Ahnung, ob ein Trade zustande kommt und wie teuer dieser werden würde. Es werden immer mal wieder die Eagles genannt, die ja dieses Jahr 3 First Round Picks haben. Würde mich aber auch nicht wundern, wenn die Texans am Ende nicht den Gegenwert bekommen, den sie gerne hätten. Die Unklarheit wird einfach kosten und vor Mai gibt es wohl keine Entscheidung.

Amari Cooper soll vor dem Cut bei den Cowboys stehen. Wie bewertet ihr das?

Rico Harting: Sollte er wirklich gecuttet werden, dann wäre das für mich schon überraschend. Meiner Meinung nach könnten die Cowboys hier durchaus noch einen Trade anstreben, auch wenn der Cap Hit mit 22 Millionen extrem hoch ist. Mit CeeDee Lamb, Cedrick Wilson (sofern sein Vertrag verlängert wird), Michael Gallup und Dalton Schultz hat Dallas zudem gute bis sehr gute Anspielstationen für Prescott. Daher ist es ingesamt nicht verwunderlich, dass das Team die 14 Millionen Cap Space einsparen möchte. Die Offense ist meiner Meinung nach stark genug, um den Verlust von Cooper aufzufangen. Bitter ist hier, dass das Geld für Elliot ausgegeben wurde, dessen Einfluss auf die Offense ich für geringer halte als die von Cooper.

Insgesamt können die Cowboys sich damit zusätzlich etwas Luft im Management des Cap Spaces verschaffen. Bzw. sie tauchen langsam auf, weil sie immer noch stark im Minus Bereich liegen. Durch Restrukturierungen ist es nun einfacher in dem gesetzten Rahmen zu bleiben, ohne weitere große Zugeständnisse zu machen.

Benedikt Jakobi: Noch vor zwei Wochen hätte ich diesen Move nicht für möglich gehalten. Amari Cooper ist aus meiner Sicht ein vielseitiger Top Receiver. Und in der heutigen NFL benötigen Teams viele kompetente offensive Skill Player, um erfolgreich zu sein. Jetzt hat man zwar noch CeeDee Lamb, aber ansonsten nicht mehr allzu viel auf Wide Receiver. Cedrick Wilson, der eine starke Saison gespielt hat, wird Free Agent ebenso wie Michael Gallup. Man hat also bereits zwei Wide Receiver die Free Agents werden, weil die jeweiligen Verträge auslaufen. Dieses Problem verstärkt man jetzt selber dadurch, dass man Cooper gehen lässt.

Ich hätte an Stelle der Cowboys eher versucht Coopers Vertrag zu restrukturieren, um seinen Cap Hit auf die Folgejahre zu strecken. Dann hätte man zwei starke Receiver, die man mit Rookies oder günstigen Free Agent Role Playern ergänzen könnte. Das wäre aus meiner Sicht der bessere Weg gewesen, als über zehn Millionen Dollar für einen Franchise Tag für Dalton Schultz auszugeben. Die Tight End Klasse im Draft scheint in der Tiefe gut zu sein und es werden viele Tight Ends Free Agents, da hätte man deutlich günstiger wegkommen können. Die Cowboys sollten sich mit Dak Prescott und vielen Leistungsträgern in ihrer Prime in einem Titelfenster sehen. Daher ist dieser Weg für mich eher unverständlich einen Top Receiver abzugeben, statt die Klasse des Rosters zu maximieren und Cap Hits in die Zukunft zu schieben.

Jonathan Groeneveld: Wer einem Running Back einen Vertrag gibt, wie die Cowboys Elliott, der hat halt selbst schuld. Ohne diesen Vertrag würde es vermutlich gar nicht zur Debatte stehen einen Spieler wie Cooper zu entlassen. Dieser Weg ist aber fast alternativlos, da es sonst keinen Spieler im Kader gibt, wo die Kombination an Cap Ersparnis(16 Mio) und so wenig Dead Cap(6 Mio) gegeben ist. Umstrukturierungen sind natürlich immer möglich, aber ob in diesem Umfang ist fraglich.

Ein Trade mit dem Vertrag ist auch eher unwahrscheinlich. Insofern wird die Entlassung vermutlich alternativlos sein. Cooper wird in jedem Fall einen guten Markt haben, da er sportlich mehr als genug zu bieten hat. Bin gespannt, wo er am Ende landet. Die Cowboys haben dann dadurch aber auch wieder eine Baustelle mehr. Grade zu Beginn der Saison, wenn Gallup noch nicht wieder fit sein sollte(wenn er verlängert).

Wenn ihr entscheiden könntet: Welche Free Agents würdet ihr gerne bei einem bestimmten Team sehen?

Rico Harting: Ich kann mir als Dolphins Fan hier nicht helfen und muss sagen, dass ich Terron Armstead unheimlich gerne bei den Dolphins sehen würde. In der Hoffnung, dass er fit bleibt wäre es ein Wohlgenuss Tua hinter einer Offensive Line zu sehen, die diesen Namen auch verdient hat. Das hat sich der junge Quarterback nach den zwei Jahren voller Gerüchte und Schlagzeilen einfach verdient. Endlich Ruhe um seine Person und auf dem Feld.

Darüber hinaus würde ich von Miller gerne wieder bei den Broncos sehen. Nach dem Wilson Trade ist die Tür weit offen für einen tiefen Run. Auch wenn es in der AFC sehr eng ist, wäre das für mich einfach eine Feel Good Story.

Benedikt Jakobi: Ich bin ja ein großer Fan von Justin Herbert und dem, was bei den Chargers passiert. Da hat es schon weh getan zu sehen, wie die Defense der Chargers wortwörtlich überrannt werden. Ihnen würde einer der Veteran Defensive Lineman, die einen Value im Pass Rush haben, aber auch die Defensive Line gegen den Run stabilisieren, guttun. Also ein Calais Campbell, Ndamukong Suh oder Akiem Hicks zu den Chargers würde ich sehr gerne sehen.

Ein weiterer spannender Veteran ist Rob Gronkowski. Natürlich ist Gronk nicht mehr so dominant wie in früheren Phasen seiner Karriere. Allerdings ist er immer noch ein Monster in der Red Zone und einer, der meiner Meinung nach besonders einen jungem Quarterback ein zuverlässiges Ziel sein kann. Also Gronkowski zu den Bengals, Bills oder Chargers wäre ein Move, über den ich mehr sehr freuen würde.

Jonathan Groeneveld: Ich muss hier zwei Namen für die Ravens nennen. Tyrann Mathieu und Ryan Jensen. Mathieu würde einfach super in die Defense der Ravens passen, die sich strukturell nicht so stark verändern wird. Dazu wurde in der letzten Saison eindrucksvoll gezeigt, wie gut ein erfahrener Center einem jungen Quarterback tut. Daher würde ich Jensen zurück bei den Ravens sehr begrüßen.

Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur zustimmen. Von Miller bei den Broncos wäre wirklich eine tolle Geschichte und ein guten Run Stopper bei den Chargers wäre sehr wichtig.

Was sind für euch die größten Sleeper in der Free Agency?

Rico Harting: Für mich kann es auf der defensiven Seite dazu kommen, dass Leighton Vander Esch ein Steal wird. Bei den Cowboys ist der frühere First Round Pick nie so wirklich zur Geltung gekommen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er in einem System mit einer dominanten D-Line besser funktioniert und dort seine Stärken ausspielen kann. Bei meinem zweiten Spieler weiß ich nicht, ob noch von einem Sleeper geredet werden kann. BJ Hill. Wird bei einigen vermutlich höher im Ranking sein, bei mir war er bisher immer etwas unter dem Radar, wenn ich über Free Agents gesprochen und recherchiert habe. Aber er ist definitiv ein Spieler, der großen Einfluss haben kann bei seinem neuen Team.

Auf der offensiven Seite würde ich zuerst Braxton Barrios in den Ring werfen. Der Wide Receiver hat bei den Jets eine immer größere Rolle eingenommen und sich zu einem guten Receiver entwickelt, der vor allem im Slot eine sehr gute Rolle gespielt hat. Zudem ein hervorragender Returner, der seinem möglicherweise neuen Team mehr Möglichkeiten gibt.

Benedikt Jakobi: Ich werfe mal je zwei Spieler für Offense und Defense in den Raum. Offensiv habe ich Marcus Mariota und Allen Lazard. Mariota hatte vergangene Saison eine Rolle bei den Raiders und kam immer wieder für einzelne Snaps aufs Feld. Dabei wusste er zu überzeugen, besonders als Runner. Ich glaube man kann mit ihm eine flexible RPO-Offense aufziehen. Es hat mit ihm in Tennessee einfach nicht gepasst, aber ich denke er hat auch als Passer noch Potenzial, das man noch heben kann. Als Team, das einen Bridge- oder Competition-Quarterback sucht, würde ich eher Mariota verpflichten, als Jameis Winston oder Mitchell Trubisky. Lazard war bei Packers letzte Saison der Nummer 2 Receiver und wurde besonders zu Saisonende immer stärker. Ich fände ihn interessanter als sein Teamkollege Marquez Valdes-Scantling, der jedoch in den meisten Rankings höher steht. Lazard wird wahrscheinlich deutlich günstiger sein und könnte ein Steal werden.

Defensiv nenne ich mal Safety Malik Hooker von den Cowboys und Cornerback Levi Wallace von den Bills. Hooker hat eine gute Saison gespielt, man kann von ihm eine stabile Leistung als Starting Safety erwarten. Und letztes Jahr hat er nicht einmal eine Million Dollar verdient. Ist jemand also auf der Suche nach einem zweiten Safety für wenig Geld, ist Hooker eine gute Adresse. Vielleicht nicht super sexy, aber oftmals sind ja diese Investitionen in solche Spieler wertvoller, als die großen splashy Moves. Ähnliches gilt für Wallace. Ein rundum stabiler Cornerback ohne echte Schwächen. Die Bengals haben es diese Saison vorgemacht, dass man mit mehreren Mittelklasse-Cornerbacks in der Free Agency gut fahren und die eigene Defense herumreißen kann. Teams die diese Offseason ähnlich vorgehen wollen, sollten Wallace auf dem Zettel haben.

Jonathan Groeneveld: Offensiv sehe ich hier zwei Spieler, die ich direkt nennen würde. Einmal Allen Robinson, dem die vergangene Saison sicher nicht geholfen hat. Ich halte aber immer noch recht viel von ihm und vermutlich wird er nicht den Mega Vertrag bekommen. Ein Jahr bei einem Contender könnte hier für ihn durchaus eine Variante sehen und einige Teams haben hier sicher Bedarf. Er könnte in so einem Team der X-Faktor werden. Dann noch O.J. Howard. Ja, seine Zeit in Tampa Bay war sicher nicht so, wie beim Draft gedacht. Aber ich glaube er kann durchaus offensiv Gefahr ausstrahlen und in einem neuen Team, was einen Receiving Tight End braucht, eine sehr gute Rolle haben. Allzu teuer dürfte er auch nicht werden.

Defensiv finde ich DeShon Elliott von den Ravens sehr interessant. Hatte zu Beginn seiner Karriere mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Auch letztes Jahr hat er sich während der Saison verletzt, allerdings hat er einige gute Ansätze gezeigt. Ich denke er dürfte nicht allzu teuer werden und auch andere Teams als die Ravens sollten Interesse haben.

Welcher Free Agent könnte überbezahlt werden?

Rico Harting: An dieser Stelle würde ich wohl zuerst auf Emmanuel Ogbah eingehen. Der Pass Rusher aus Miami wird die Free Agency testen laut übereinstimmenden Medienberichten. Ogbah hat im System der Dolphins unheimlich gut funktioniert. Ob das in einem System wo mehr auf seinen Schultern lasten würde und die Secondary nicht so stark ist auch der Fall ist bleibt fraglich. Ogbah wird kein Top Money für die Position verdienen, aber 15 Millionen pro Jahr kann ich mir vorstellen. Das wäre in meinen Augen aber zu viel.

Nachdem einige Top WR vor dem Start der Free Agency vom Markt genommen wurden kann ich mir vorstellen, dass es um Allen Robinson ein Wettbieten geben wird. Mike Williams hat einen 3 Jahresvertrag für insgesamt 60 Millionen Dollar unterschrieben. Ich kann mir vorstellen, dass Robinson und sein Agent mehr haben möchten. Dies wäre in meinen Augen aber auch zu viel.

Darüber hinaus gibt es in der Riege der “Mittelklasse-Spieler” vermutlich wieder ein paar, die etwas zu viel Gehalt bekommen können. Vor allem im Bereich der Offensive Line könnte ich mir das vorstellen. Das liegt unter anderem daran, dass nicht wenige Teams große Needs in der Positionsgruppe haben.

Benedikt Jakobi: Die Erfahrung zeigt ja, dass es oft Offensive Tackles und Edge Rusher sind, die in der Free Agency überbezahlt werden. Besonders Spieler über 30, die ein gewisses Resümee haben und von denen Teams hoffen, dass sie ihre Klasse weiter halten, können leistungsmäßig abfallen und sind dann schnell zu teuer. Konkret wären das auf Edge Spieler wie Von Miller und Chandler Jones. Beide werden wohl Top Edge Rusher Gehalt bekommen. Und auch wenn beide Teams letzte Saison noch spektakuläre Highlights produzieren können, sind sie auf Play-to-Play Basis wahrscheinlich nicht mehr das Gehalt wert, was sie diese Offseason kassieren werden.

Bei den Tackles fallen mir Eric Fisher, Trent Brown und auch Terron Armstead ins Auge. Die Klasse ist unbestritten, er kann wahrscheinlich immer noch auf höchstem Niveau spielen. Bei ihm sind es eher Verletzungen, die wahrscheinlich im Alter nicht besser werden, warum er seinen Cap Hit schwer rechtfertigen können wird. Wenn man ihm ein Topgehalt zahlt, aber nur wenige Spiele von ihm bekommt, ist die Frage berechtigt, ob das Gehalt angemessen ist. Fisher war in den letzten Jahren bereits auf dem absteigenden Ast und Trent Brown scheint irgendwie so richtig nur in New England zu funktionieren. Bei beiden werden Teams jedoch wahrscheinlich bereit sein, tief in die Tasche zu greifen, da gute Offensive Tackles rar sind. Ich bezweifle, dass sich das auszahlen wird.

Jonathan Groeneveld: Ich gehe davon aus, dass Harold Landry einen zu teuren Vertrag bekommen wird. Er ist ein guter Pass Rusher, aber meiner Meinung nach keine Nummer 1. Ich denke aber er möchte wie eine Nummer 1 bezahlt werden und es wird Teams geben, die ihm dieses Geld geben. Ich würde es nicht tun, aber wie Benedikt schon schreibt wird auf der Edge Position gerne mal überbezahlt. Das haben die Titans ja selber mit Bud Dupree gemacht. Mittlerweile haben die Titans mit Landry verlängert und ihm meiner Meinung nach mit 17,5 Mio und vielen Garantien deutlich überbezahlt.

Armstead wird vermutlich wohl auch einen sehr dicken Vertrag bekommen. Rein sportlich ist er aber über jeden Zweifel erhaben und wenn es kein Vertrag über 5 oder 6 Jahre wird, dann finde ich ein etwas zu hohes Gehalt durchaus vertretbar.

Ansonsten lasse ich mich mal überraschen. Den einen oder anderen “What the fuck” Moment wird es in jedem Fall wieder geben, aber darum geht es dann in 2 Wochen.

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