Free Agency Recap – NFC South

Heute schauen wir in unserem Free Agency Recap auf die NFC South. Welche Moves waren gut, welche nicht? Und welche Needs sind noch offen?

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Lesezeit: 7 Minuten

Es ist Offseason und damit die – seien wir ehrlich – spannendste Zeit des NFL Jahres. Und damit herzlich willkommen zu unserer neuen Serie, dem Free Agency Recap! In den kommenden Wochen schauen wir auf alle Division und küren die besten und schlechtesten Free Agency Moves aller Teams und ihre größten Draft Needs. Ich starte heute mit der NFC South, einer Division in der es einen der größten Aufreger der letzten Wochen gab. Aber lest selbst…

Tampa Bay Buccaneers

Bester Move: QB Tom Brady, Unretired, Cap Number 2022: 20,27 Mio. $

Die Bucs haben bereits einige sehr gute Moves gemacht diese Saison. Man könnte auch problemlos die Vertragsverlängerung mit Cornerback Carlton Davis oder den Trade für Offensive Guard Shaq Mason hier anbringen. Aber natürlich macht kein Move das Team mit Blick auf nächste Saison besser als das Tom Brady weitermacht. Brady spielt für sein Alter immer noch auf einem absurd hohen Niveau, immerhin hatte er letzte Saison die zweitmeisten MVP-Stimmen. Mit Brady gehen die Bucs noch einmal All-In und sind direkt einer der Top-Favoriten in der NFC.

Schlechtester Move: —

Ich konnte hier keinen Move finden, der mir nicht gefallen hat. Man hat nirgends überbezahlt und hat alle wichtigen eigenen Free Agents gehalten – bei Gronkowski gehe ich davon aus, dass es noch passiert. Man hat ein absolut konkurrenzfähiges Team zusammengestellt, ohne viel Draftmunition aufzugeben. GM Jason Licht und sein Team haben hier einen super Job gemacht. Das Einzige was man kritisieren könnte wäre, dass man viel Cap Hit in die Zukunft geschoben hat. Das ist allerdings absolut verständlich, da das Titelfenster mit Brady jetzt noch da ist und man auch von einem steigenden Cap Space ausgehen kann. Von daher, keine schlechten Moves aus meiner Sicht.

Under the Radar Move: WR Russell Gage, Free Agent Signing, 3 Jahre – 30 Mio. $

In den beiden Jahren mit Brady hat die Offense der Bucs immer dann am besten funktioniert, wenn der Nummer drei Receiver gut funktioniert hat. Das waren zeitweise Antonio Brown oder auch Scotty Miller. Jetzt hat man Russell Gage von den Falcons für genau diese Rolle verpflichtet. Das Potenzial um eine gute Nummer 3 Waffe zu sein hat Gage allemal. Durchschnittlich 10 Mio. Dollar sind zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen, allerdings sind nur 8.5 Mio. Dollar garantiert, also kommt man auch wieder gut aus dem Vertrag raus, wenn Gage nicht performt. Insgesamt also eine Verpflichtung mit niedrigem Risiko, dass sich sehr positiv auswirken kann.

Größter Draft Need: Interior Defensive Line

In der Interior Defensive Line verlieren die Bucs unter anderem Ndamukong Suh und William Gholston. Zwar hat man Vita Vea als Stütze in der Mitte, daneben fehlt es aber an einem weiteren Starter und Tiefe dahinter. Diese Position sollten die Bucs also im Draft adressieren, um dieses Loch vergleichsweise günstig zu füllen.

New Orleans Saints

Bester Move: LT Terron Armstead, Vertrag nicht verlängert, Free Agent

Damit mich niemand falsch versteht: Terron Armstead ist ein super Left Tackle. Wenn er fit ist, wahrscheinlich sogar ein Top 5 Left Tackle. Aber genau da liegt das Problem. Armstead war in seiner gesamten Karriere viel von Verletzungen betroffen, letztes Jahr hat er nur acht Spiele für die Saints gemacht. Und als Top 5 Left Tackle wird Armstead wahrscheinlich einen hohen Vertrag einfordern. Die Saints bezahlen aber bereits Guard Andrus Peat und Right Tackle Ryan Ramczyk hohe Gehälter und nächstes Jahr wird Center Erik McCoy Free Agent, den sie wahrscheinlich ebenfalls werden halten wollen. Hier noch weiter hohe Ressourcen in die Offensive Line zu stecken wäre aus meiner Sicht der falsche Ansatz gewesen, daher finde ich es richtig, dass sie Armstead haben ziehen lassen.

Schlechtester Move: S Marcus Williams, Vertrag nicht verlängert, jetzt Baltimore Ravens

Marcus Williams war für viele der Top Safety auf dem Free Agency Markt. Ich kann es verstehen, dass die Saints ihm nicht teuer verlängern wollten, da ihre Cap Situation alles andere als einfach ist. Allerdings haben sie auf dem Free Agency Markt Marcus Maye für durchschnittlich knapp 10 Mio. Dollar pro Jahr verpflichtet. Das heißt sie investieren Ressourcen in die Safety Position. Da stellt sich schon die Frage, ob sie nicht für etwas mehr Geld Williams (jetzt 14 Mio. Dollar durchschnittliches Jahresgehalt bei den Ravens) hätten halten können, der sportlich aus meiner Sicht nochmal eine Stufe über Marcus Maye ist.

Größter Draft Need: Wide Receiver

Die Wide Receiver Position ist schon seit Jahren bei den Saints ziemlich dünn besetzt. Letztes Jahr war das extrem sichtbar, als die designierte Nummer 1 Michael Thomas auch noch ausgefallen ist. Mit Marquez Calloway als Top-Receiver kommt man heute in der NFL nicht weit. Außerdem sind Tre’Quan Smith und Lil’Jordan Humphrey, die zumindest eine gewisse Tiefe auf der Position geboten haben, Free Agents. Man muss also dringend im Draft den Receiver Room aufstocken, sowohl in der Spitze als auch in der Breite.

Atlanta Falcons

Bester Move: QB Matt Ryan, Trade zu den Indianapolis Colts

Die Falcons gehen in eine Zukunft ohne Matt Ryan. Der Trade zu den Colts kommt zustande, obwohl die Falcons Deshaun Watson nicht verpflichten konnten und obwohl Matt Ryan mit 40 Mio. Dollar Dead Caps bei den Falcons in den Büchern stehen bleibt. Die Kompensation ist mit einem 3rd Round Pick 2022 auch nicht übermäßig üppig. Trotzdem bin ich ein Fan dieses Moves. Wo sollten die Falcons kurz- und mittelfristig mit Ryan hinwollen? Er ist 37 Jahre alt, zeigt bereits Leistungen auf dem absteigenden Ast und der Falcons Kader ist alles andere als bereit, um um den Super Bowl zu spielen. Nun beißt man also in den sauren Apfel, schluckt den Dead Cap und wird versuchen ab 2024 mit neuem Quarterback und ohne Altlasten in den Büchern neu anzugreifen. Ein schwieriger Move, das Gesicht der Franchise zu verlieren – allerdings der einzig richtige aus meiner Sicht.

Schlechtester Move: Inaktivität auf den Offensive Line Positionen

Abgesehen von Center und Right Guard waren alle die Offensive Linemen der Atlanta Falcons in der letzten Saison unterdurchschnittlich. Dennoch waren die Falcons hier bis auf die Verlängerung von Left Tackle Jake Matthews überraschend passiv. Andere Teams zeigen, wie man die Free Agency nutzen kann, um sich in der Offensive Line von unterdurchschnittlich auf leicht überdurchschnittlich zu steigen, ohne dafür verrückte Gehälter zahlen zu müssen. Die Falcons scheinen jedoch mehr Wert darauf zu legen, den selbst gedrafteten Spieler weiter die Chance zu geben, zu starten. Kurzfristig führt das jedoch dazu, dass dem Team zumindest Starter-Kaliber Spieler auf Right Tackle und Left Guard fehlen. Nicht die beste Voraussetzung für den neuen Quarterback.

Under the Radar Move: CB Casey Hayward, Free Agent Signing, 2 Jahre – 11 Mio. $

Casey Hayward war letztes Jahr laut PFF Grades der zwölftbeste Cornerback der Liga. Klar, diese Grades muss man differenziert betrachten, aber Hayward war definitiv ein überdurchschnittlicher Cornerback. Mit seinen 33 Jahren kann zwar auch jederzeit der Zeitpunkt kommen, wo sein Niveau nachlässt, aber die Falcons haben in A.J. Terrell ja ihren Nummer 1 Cornerback. Hayward als sehr gute Nummer 2 für gerade einmal 11 Mio. Dollar für zwei Jahre zu holen, ist meiner Ansicht nach ein absolut nachvollziehbarer, sehr guter Move.

Größter Draft Need: Wide Receiver

Wenn dein aktuell bester Wide Receiver Olamide Zaccheues heißt, hast du einen Need auf dieser Position. Die Falcons haben letztes Jahr Julio Jones abgegeben, Calvin Ridley ist die Saison gesundheitsbedingt ausgefallen und jetzt wegen seiner Wettaktivitäten gesperrt und Russell Gage wurde von den Bucs verpflichtet. Die Falcons brauchen hier dringend Verstärkungen. Der Draft kann hier auch nur ein Teil der Strategie sein, denn es fehlt in Spitze und Breite.

Carolina Panthers

Bester Move: RG Austin Corbett, Free Agent Signing, 3 Jahre – 26 Mio. $

Die Offensive Line der Panthers gehörte zu den schlechtesten der NFL in der letzten Saison. Die Panthers mussten hier dringend aktiv werden. Mit Austin Corbett hat man hier einen Spieler verpflichtet, der nicht zu den Top Guards gehört, jedoch direkt ein massives Upgrade gegenüber den bisherigen Spielern darstellt. Sie bezahlen dafür absolut angemessene 26 Mio. Dollar für drei Jahre mit ca. 10 Mio. Dollar garantiert. Das sind genau die Deals, die deine O-Line stabilisieren, ohne zu viele Ressourcen zu binden. Nicht sexy, aber sehr guter Move!

Schlechtester Move: Inaktivität auf der Quarterback Position

Das Quarterback Karussell hat sich im Endeffekt diese Offseason doch stärker gedreht, als man zwischenzeitlich erwartet hätte. Die Panthers waren bei den meisten Moves mit in der Verlosung, jedoch ohne Erfolg. Kein Russell Wilson, kein Deshaun Watson, nicht einmal ein Mitch Trubisky. Am Ende steht man weiterhin mit Sam Darnold auf der Quarterback Position da. Und dass das sportlich nicht reicht, hat die letzte Saison eindrucksvoll bewiesen. Dass man es hier nicht geschafft hat, ein Upgrade zu ergattern, wirft den ambitionierten Plan der Panthers um Owner David Tepper ein weiteres Jahr zurück.

Under the Radar Move: LB Cory Littleton, Free Agent Signing, 1 Jahr – 2,6 Mio. $

Cory Littleton war 2020 einer der begehrtesten Free Agents überhaupt. Vorher war er bei den Rams einer der aufstrebenden modernen Linebacker, die ihre Stärke in der Pass Coverage haben. Bei den Raiders konnte Littleton diese Leistung überhaupt nicht bestätigen. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass sein Talent einfach weg ist. Man sieht ja oft genug, dass Team und Spieler einfach nicht zueinander passen. Littleton hat das Potenzial bei den Panthers zu alter Stärke zurückzufinden, was ihm für ein Gehalt von gerade einmal 2 Mio. Dollar zum Schnäppchen machen würde.

Größter Draft Need: Quarterback

Die Panthers brauchen einen Quarterback. Nachdem man letztes Jahr die Möglichkeit hatte Mac Jones oder Justin Fields mit seinem Erstrundenpick zu draften, hat man wieder einen hohen Pick. Nur dieses Mal scheint die Quarterbackklasse im Draft weniger sportliches Niveau zu haben. Man muss sich überlegen, ob man noch einen der Free Agent Quarterbacks wie Jameis Winston oder Marcus Mariota verpflichtet. Wenn nicht, ist das der dominierende Need für den Panthers Draft – mal wieder.

Ausblick

Das war die erste Ausgabe unseres Free Agency Recaps. Wie hat es euch gefallen? Wo stimmt ihr zu, was seht ihr anders? Lasst gerne Feedback da und lest am Samstag die nächste Ausgabe. Dann beschäftigt sich René mit der AFC South. Bis dahin, bleibt gesund!

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