Free Agency Recap – NFC East

Heute schauen wir in unserem Free Agency Recap auf die NFC East. Welche Moves waren gut, welche nicht? Und welche Needs sind noch offen?

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Lesezeit: 8 Minuten

Zum dritten Mal begrüßt euch hier der Free Agency Recap, heute mit der NFC East. Nachdem ich letzte Woche auf die NFC South und René auf die AFC South geschaut haben, haben wir noch einige spannende Folgen vor uns. Der Draft rückt schnell näher und die erste Welle der Free Agency ist durch. Was haben die Teams bereits gemacht und welche Positionen sind noch offen? Das erfahrt ihr hier, viel Spaß beim Lesen!

Dallas Cowboys

Bester Move: EDGE Demarcus Lawrence, Vertrag angepasst, 3 Jahre – 40 Mio. $

Ich musste bei den Cowboys ein wenig suchen, bis ich etwas gefunden habe, was mir gefällt. Man war diese Offseason aus Cap Gründen ziemlich gefesselt und musste einige Leistungsträger ziehen lassen. Lawrence jedoch konnte gehalten und sein Vertrag angepasst werden. Eigentlich war er noch zwei Jahre unter Vertrag, in denen er 59 Millionen Dollar verdient hätte. Das war für die Cowboys aus Cap Gründen jedoch nicht darstellbar. Also einige man sich mit Lawrence auf einen neuen Vertrag, der ihm 40 Millionen Dollar in den nächsten drei Jahren einbringt, 30 davon garantiert. Für Lawrence, der in Dallas bleiben wollte, ein guter Deal nach weniger dominanten Leistungen, als in früheren Saisons. Und für die Cowboys eine wichtige Stütze in der Defense, besonders nach dem Abgang von Randy Gregory. Win-Win!

Schlechtester Move: WR Amari Cooper, Trade zu den Cleveland Browns

Ich habe es bereits in der letzten Ausgabe von 1-3-5 beschrieben. Für mich ist der Umgang der Cowboys mit ihren Ressourcen und Prioritäten auf ihren Skill Positionen nicht nachvollziehbar. Cooper ist ein sehr guter Receiver. Mit ihm und Ceedee Lamb hätten die Cowboys weiterhin zwei Top-Receiver gehabt, die man mit weiteren, etwas günstigeren Waffen hätte ergänzen können. Coopers Vertrag wäre zudem restrukturierbar gewesen, was eine Rechtfertigung des Trades aus Cap Gründen ein Stück weit ausschließt. Die Browns haben genau das nach dem Trade gemacht, dort zählt er diese Saison nur noch 5 Millionen Dollar gegen den Cap. Stattdessen traden die Cowboys Cooper für gerade mal einen Fünftrundenpick weg, verlängern dafür recht teuer mit Michael Gallup und zahlen Dalton Schultz ordentliches Geld im Franchise Tag. Diese gesamte Herangehensweise ist für mich nicht schlüssig und schmälert die Ambitionen der Cowboys aus meiner Sicht.

Under the Radar Move: S Malik Hooker, Vertragsverlängerung, 2 Jahre – 7 Mio. $

Einer meiner Sleeper der Free Agency bleibt bei seinem Team. Malik Hooker ist ein rundum zuverlässiger und konstanter Safety. Nichts verrücktes, nicht sonderlich auffällig, einfach ein guter Starter. Letztes Jahr hat Hooker gerade einmal 1 Millionen Dollar verdient. Es war klar, dass er nach den starken Leistungen der letzten Saison teurer wird. Aber mit 7 Millionen Dollar für 2 Jahre und gerade einmal 0,3 Millionen Dollar garantiert haben die Cowboys hier ein sehr gutes Preis-Leistungs-Paket geschnürt. Ich freue mich schon, Hooker wieder in dieser Dan Quinn Defense zu sehen.

Größter Draft Need: Right Tackle

Die Cowboys haben während der Free Agency La’el Collins entlassen, der mittlerweile bei den Cincinnati Bengals unterschrieben hat. Collins hinterlässt nicht nur einen Dead Cap Hit von 8,7 Millionen Dollar in 2023, sondern auch ein riesiges Loch in der Offensive Line auf Right Tackle. Collins war ein überdurchschnittlicher Starter für die Cowboys, deren Offensive Line immer eine Stärke für sie war. Wenn das so bleiben soll, müssen sie hier im Draft aktiv werden, denn einen legitimen Nachfolger haben sie aktuell noch nicht in den eigenen Reihen.

Philadelphia Eagles

Bester Move: C Jason Kelce, Vertragsverlängerung, 1 Jahr – 14 Mio. $

Jason Kelce ist mit seinen 35 Jahren immer noch einer der besten Center der Liga. Das lassen sich die Eagles stolze 14 Millionen Dollar voll garantiert kosten – basierend auf dem jährlichen Durchschnittsgehalt der höchste Vertrag aller Center. Aber aus meiner Sicht machen die Eagles mit diesem Move alles richtig. Sie haben den Quarterback auf dem Rookie Vertrag, dem man bestmögliche Umstände geben will, um ihn fair zu evaluieren. Also investiert man in die Offensive Line und in diesem Fall in seinen Center, der so wichtig ist für Jalen Hurts. Guter Move!

Schlechtester Move: EDGE Haason Reddick, Free Agent Signing, 3 Jahre – 45 Mio. $

Bei diesem Move habe ich ganz schön mit mir gerungen. Ich finde ihn nicht komplett verheerend, aber unter allen Moves der Eagles noch den schlechtesten. By the way, das zeigt mal wieder welch gute Arbeit GM Howie Roseman bei den Eagles macht. Reddick hat in den letzten beiden Jahren bei unterschiedlichen Teams gut performt. Was mich jedoch bei ihm zögern lässt ist zum einen der Scheme Fit. Die Eagles spielen eine recht traditionelle Defense, ohne viel kreatives Blitzing und mit viel Four Man Rush. Das ist nicht unbedingt Reddicks Stärke, der eher im Eins-gegen-Eins seine Athletik ausspielen kann. Zum anderen hatte Reddick in den letzten Jahren eine hohe Pressure to Sack Conversion Rate, also ein überdurchschnittlich hoher Anteil seiner Pressures wurde zu Sacks. Diese Statistik ist meist nicht sonderlich nachhaltig über viele Jahre. Es könnte also sein, dass die Eagles in den nächsten Jahren von einer sinkenden Anzahl von Sacks enttäuscht werden.

Under the Radar Move: WR Zach Pascal, Free Agent Signing, 1 Jahr – 1,5 Mio. $

Die Eagles scheinen in DeVonta Smith ihren Nummer 1 Wide Receiver gefunden zu haben. Dahinter ist jedoch die Receiver-Hierarchie weitgehend offen. Für den ehemaligen Colts-Receiver Zach Pascal ist das die Chance in eine Nummer 2 oder Nummer 3 Rolle bei den Eagles zu schlüpfen. Pascal passt sehr gut ins Scheme der Eagles. Er kann aus dem Slot heraus agieren und ist einer der besseren Receiver im Run Blocking. Und wir wissen, dass die Eagles den Ball laufen wollen. Pascal kann sich hier also für günstiges Geld als sehr guter Fit erweisen.

Größter Draft Need: Linebacker

Linebacker ist seit Jahren ein Thema bei den Eagles und ist es weiterhin. T.J. Edwards hat letztes Jahr positiv überrascht, neben ihm fehlt es jedoch sowohl in der Spitze als auch in der Tiefe. Die Eagles können mit ihren drei First Round Picks im Draft in viele Richtungen gehen. Es würde mich jedoch wundern, wenn keiner dieser Picks in einen Linebacker investiert werden würde.

Washington Commanders

Bester Move: RG Brandon Scherff, Vertrag nicht verlängert, jetzt Jacksonville Jaguars

Wenn Brandon Scherff auf dem Platz steht, ist er einer der Top Guards der NFL. Wegen Verletzungen hat er jedoch in den letzten vier Jahren insgesamt weniger als zwei Drittel der Spiele gestartet. Meiner Meinung machen die Commanders daher alles richtig, ihn nicht teuer zu bezahlen. In der Offensive Line hat es mehr Value einen überdurchschnittlichen Starter ohne Verletzungsprobleme zu haben, als den großen Star. Das gilt besonders in der Interior Offensive Line. Den Cap daher nicht so stark mit Scherff zu belasten, sondern das Geld auf mehrere Köpfe in der Offensive Line aufzuteilen, ist aus meiner Sicht genau das richtige Vorgehen und ein guter Move von Washington.

Schlechtester Move: QB Carson Wentz, Trade von den Indianapolis Colts

Die Commanders waren geradezu verzweifelt auf der Suche nach Upside auf der Quarterback Position. Also hat man investiert und einen Drittrundenpick dieses Jahr, einen Drittrundenpick nächstes Jahr, der ein Zweitrundenpick werden kann und einen Picktausch in der zweiten Runde dieses Jahr an die Colts abgegeben. Das ist ein ganz schönes Brett für einen Spieler, der letztes Jahr kein Top 20 Quarterback war. Und nicht nur der sportliche Teil bei Wentz ist ein Fragezeichen. Ein Hauptgrund dafür, dass Indianapolis ihn loswerden wollte, war anscheinend auch seine fehlende Qualität als Leader. Die Commanders müssen also hoffen, dass Ron Rivera, der als Culture Setter bekannt ist, zumindest dieses Thema in den Griff bekommt. Dass jemand sportlich mehr aus Wentz herausholt, als sein größter Fürsprecher bei den Colts, Frank Reich, halte ich für extrem unwahrscheinlich. Daher ein wirklich schlechter Move der Commanders.

Under the Radar Move: Landon Collins, Entlassung

In der Offseason 2019 verpflichteten die damals noch Redskins Landon Collins und statteten ihn mit dem zur der Zeit Rekord-Safety Vertrag aus. Sportlich hat sich diese Verpflichtung jedoch nie ausgezahlt. Collins war besonders in Coverage einer der schlechtesten Safeties der Liga. Nun trennt man sich 3 Jahre und 45 Millionen Dollar später von ihm. Er ist aktuell noch Free Agent und dürfte keinen allzu großen Deal mehr erwarten. Für mich dahingehend ein beachtenswerter Move, da er zeigt, wie kurz doch inzwischen die Halbwertszeit von Rekord-Deals in der NFL ist.

Größter Draft Need: Defensive Backs

Hier könnte auch genauso gut Quarterback als größter Draft Need stehen, aber ich vermute, dass die Commanders Wentz keinen Rookie als Konkurrenz geben möchten und mit Wentz als klarem Starter in die Saison gehen. Daneben stechen die Defensive Backs als Needs in Washington heraus. Besonders auf Safety fehlt es neben Bobby McCain, mit dem die Commanders verlängert haben, an Qualität in der Spitze und Breite. Auf Cornerback hat man mit Kendall Fuller und William Jackson III zwei klarer Starter, aber wenig dahinter. Ich erwarte, dass diese Positionen recht früh im Draft adressiert werden.

New York Giants

Bester Move: RG Mark Glowinski, Free Agent Signing, 3 Jahre – 20 Mio. $

Die Offensive Line der Giants ist seit Jahren eine Schwäche dieses Teams. Das war schon so, bevor Dave Gettleman 2018 GM wurde und ist es immer noch, nachdem er nach vier Jahren entlassen wurde. Der neue GM Joe Schoen hat diese Offseason nicht viel Cap Space zur Verfügung. Mark Glowinski für Jahre und 20 Millionen Dollar von den Colts zu verpflichten war der teuerste Move der Giants. Aber es ist meiner Meinung nach auch der beste. Um Daniel Jones final evaluieren zu können benötigt man endlich mal eine funktionale Offensive Line. Und Glowinski sollte einer der Fixpunkte dieser Line werden. Er war 2021 ein überdurchschnittlicher Starter und hat in den letzten drei Jahren nur ein einziges Spiel verletzungsbedingt verpasst. Hier passt also alles: Need, Leistung, Verfügbarkeit und der Preis. Guter Move!

Schlechtester Move: CB James Bradberry, weiterhin unter Vertrag

Die Giants hatten vor der Offseason den sechstgeringsten Cap Space der ganzen Liga. Und das mit Daniel Jones auf einem Rookie Quarterback Deal! Das zeigt das Mismanagement der letzten Jahre. Die Giants mussten und müssen immer noch Cap Space kreieren. Einer der Spieler die da ins Auge springen ist James Bradberry. Der Cornerback wird vor der Saison 29 Jahre alt, hat nur noch einen Jahr Vertrag und ein Trade würde etwa 12 Millionen Dollar gegen den Cap einsparen. Die Giants sind nicht in einem Angriffsfenster, daher sollten sie viel Interesse daran haben, Spieler wie Bradberry abzugeben. Er hat nach seinen starken Leistungen der letzten Jahre Trade Value und könnte bei einem Contender eine gute Rolle spielen. Die Giants hatten wohl Interessenten für einen Trade, haben aber wohl zu viel für Bradberry verlangt. Teams mit potenziellem Interesse haben sich also bei den Free Agents bedient. Die Verhandlungsposition der Giants wurde also mit zunehmender Zeit schlechter. Dass man diesen Deal nicht frühzeitig in oder vor der Free Agency unter Dach und Fach gebracht hat, hat einigen Value für die Giants kaputt gemacht.

Under the Radar Move: TE Evan Engram, Vertrag nicht verlängert, jetzt Jacksonville Jaguars

Ich hatte vor der Offseason Sorge, dass die Giants teuer mit Engram verlängern könnten. Er hat natürlich Upside und ein Big Play Potenzial aus dem Slot heraus. Allerdings hat er Probleme mit Drops und ist kein guter Blocker. Das macht ihn auf einer Snap-to-Snap Basis nicht wertvoll genug, um einen teuren Vertrag zu rechtfertigen. Die Giants lassen also einen Spieler ziehen, den sie selbst hoch gedraftet haben. Sich einzugestehen, dass ein eigener Pick nicht funktioniert hat, war nicht gerade die Stärke der Giants der vergangenen Jahre. Umso bemerkenswerter, dass sich das mit dem neuen Regime geändert haben könnte.

Größter Draft Need: EDGE, Right Tackle

Hier kann ich mich zwischen zwei wichtigen Baustellen nicht entscheiden. Azeez Ojulari, der Zweitrundenpick des letzten Jahres, hat eine gute Rookie Saison als Edge Rusher hingelegt. Ihm gegenüber fehlt jedoch ein weiterer Edge Rusher. Leonard Williams spielt eher innen in der Line und die weiteren klassischen Edge Rusher konnten sich in den letzten Jahren nicht durchsetzen. Weiterhin hat man Lorenzo Carter verloren. Die Giants haben den Nummer 5 und Nummer 7 Pick im Draft. Es würde mich wundern, wenn keiner dieser frühen Picks in einen Edge Rusher investiert werden würde.

Die Interior Offensive Line haben die Giants in der Free Agency adressiert und gut verstärkt. Auf Right Tackle steht aktuell noch Matt Peart als Nummer 1 auf dem Depth Chart. Dass das qualitativ nicht reicht, hat die letzte Saison eindrucksvoll bewiesen. Hier müssen die Giants etwas machen. Wenn James Bradberry noch getradet wird, wird auch Cornerback ein Need für die Giants.

Ausblick

Das wars mit der NFC East. Insgesamt weniger spektakulär als die Divisions die wir schon hatten, aber dennoch mit bemerkenswerten Moves. Wo stimmt ihr mir zu, welche Spieler fehlen euch? Lasst gerne Feedback da, bevor es am Samstag mit Martin und der AFC East weitergeht. Bis dahin, eine gute Zeit und bleibt gesund.

2 KOMMENTARE

  1. Größter Need für die Cowboys:
    LG nach dem Abgang von Williams
    WR nach dem Abgang von Cooper
    DE nach dem Abgang von Randy

    Aber wir haben den Starting RT im Kader mit Steele, der die letzten 2 Saisons mehr Spiele als Collins gemacht hat. Deshalb würde er auch getradet. Sorry aber nicht gut recherchiert.

    • Hi Ben, danke für deinen Kommentar! Auf die Diskussion lass ich mich gerne ein:)

      WR ist meiner Ansicht nach kein Need. Man hat mit Lamb eine veritable Nr.1, mit Gallup einen X-Receiver als Nr. 2. Man hat außerdem James Washington für die Tiefe geholt. Das ergibt insgesamt einen zu guten WR Room, als dass das der größte Need wäre.
      DE verhält sich ähnlich. Lawrence gehalten, Fowler verpflichtet und mit Parsons hat man einen LB, den man auch in die Front schieben kann als Pass Rusher. Auch hier meinetwegen Bedarf, da Fowler sportlich nicht an Gregory heranreicht, aber nicht der größte Need.
      Zwischen LG und RT kann man diskutieren. Steele hat zwar viel gespielt, aber wirklich gut war er nicht – besonders in Pass Blocking. LG ist zwar offener, aber da der Positional Value von Tackle höher ist als Guard, habe ich mich für RT entschieden. Einen Guard findet man auch später, bzw. da kann man auch noch einen Veteran nach dem Draft verpflichten. RT ist da für mich die dringendere Baustelle für früh im Draft, wobei ich deine Argumentation in Richtung LG gut nachvollziehen kann.

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