1 Spieltag – 3 Autoren – 5 Fragen – Offseason 1

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Lesezeit: 10 Minuten

Auch in der Offseason geht es weiter, wenn auch nicht durchgehend. Eine erste Offseason Ausgabe wollen wir aber machen. Auch zur Free Agency und zum Draft sind jeweils 1-2 Ausgaben geplant. Insofern wird es nicht langweilig, denn die Offseason gehört mit zu den spannendsten Phasen in der NFL.

Zum Thema Aaron Rodgers werden wir uns aber nicht äußern. Das wird sowieso schon alles viel zu hoch gehängt und zu Rodgers haben wir schon öfter etwas geschrieben. Daher bleibt dieser außen vor. Trotzdem sind wieder 5 Fragen zusammen gekommen, die heute von Rico Harting(@DolfDriveRico), Martin Brandtner(@BrandtnerMartin) und Jonathan Groeneveld(@JonaGroe89) beantwortet werden.

Erste Einschätzungen zur NFC South. Wer hat die beste Ausgangslage?

Jonathan Groeneveld: Die NFC South hat spätestens seit dem Rücktritt von Brady ein Problem auf Quarterback. Daher ist eine Prognose hier sehr schwierig. Kyle Trask, Taysom Hill, Sam Darnold und Matt Ryan sind aktuell die Starting Quarterbacks der Teams. Mindestens 2 werden in jedem Fall noch ausgetauscht. Die Buccaneers und Panthers werden mit Sicherheit noch einen neuen Quarterback holen und könnten dabei sehr aggressiv sein. Bei den Saints kommen halt die Cap Probleme dazu, insofern gehen sie vielleicht mit Hill in die Saison? Ausschließen möchte ich das nicht. Welches Team hat die beste Ausgangslage? Immer noch die Buccaneers, da der Kader am besten ist und die Cap Situation nicht so schlimm ist, wie bei den Saints. Der Quarterback wird entscheidend sein.

Rico Harting: Schwierig. Also ein Blick auf die Division ist etwas belastend, weil kein Team wirklich heraussticht. Und das liegt nicht an der hohen Qualität, sondern daran, dass diese aktuell nicht vorhanden ist. Die Bucs sind für mich ein großes Fragezeichen, weil viele Spieler Free Agents werden und Brady nicht mehr da ist. Da wird viel auf das Front Office in der Free Agency zukommen. Kann hier ein Veteran-Quarterback übernehmen und das Team stabil halten? Aber was heißt stabil in dem Zusammenhang? Neun oder zehn Siege? Damit haben die Bucs für mich aber schon die beste Ausgangslage der Division zum aktuellen Standpunkt.

Die Saints stehen, wie in den letzten Jahren, vor einer Umstrukturierungen, um den Cap Hit zu erreichen. Danach wird man schauen, wie das Roster sich verbessern kann. Der Abgang von Payton wiegt vermutlich schwer, gerade für die Offense, weswegen ich auch hier sagen muss, dass ich nicht an eine Verbesserung glaube.

Bei den Falcons steht und fällt alles mit Matty Ice. Kann der alternde Quarterback ein stabiles Spiel über die gesamte Saison zeigen, dann hat man zumindest die Chance um den Playoffs bzw. den Divisionsieg mitzuspielen. Bei den Panthers glaube ich unter Matt Rhule nicht mehr an eine große Wende. Daher befürchte ich, dass die Panthers keine große Rolle spielen werden. Aber vielleicht schafft Rhule den Turnaround.

Martin Brandtner: Gerade die NFC South ist eine Division die da steht, wie ein Trümmerhaufen. Es ist echt schwierig zu sagen. Ich gehe hier aber nicht mit den beiden Vorrednern mit. Die Bucs haben für mich zu viele Fragezeichen und zu viele Free Agents. Angefangen bei der QB-Situation über die RB und WR Situation. Auch in der Defense haben sie sicherlich einige Abgänge. Viele dieser Free Agents waren bei den Bucs nur wegen Brady und dem Erfolg. Der ist ja jetzt nicht mehr gegeben. Daher denke ich, dass die Bucs wieder im Mittelmaß verschwinden werden.

Die Falcons haben gute Voraussetzungen gehabt, jedoch konnten sie nichts draus machen. Dort steht für mich ein vernünftiger Wiederaufbau im Vordergrund.

Über die Saints wurde eh schon fast alles geschrieben, dort steht man vor einem Trümmerhaufen. Der offenisve Mastermind Sean Payton ist nicht mehr da, Kein QB, den man auch so nennen kann. Hill und Book sind hier sicherlich nicht die Lösung, doch hier fehlt es auch an Cap-Space. Ich würde sagen, dort muss man von ganz unten anfangen.

Somit bleiben die Panthers. Die haben heuer zu Beginn der Saison eigentlich über Ihren Verhältnissen gespielt. Doch da hat man gesehen, dass Potential vorhanden ist. Dort fehlt aus meiner Sicht nur ein vernünftiger Quaterback. Wenn man sich dort einen Jameis Winston vorstellen würde, oder auch einen Kirk Cousins – würde ich sagen, sie werden an #1 stehen.

Jimmy Garoppolo wird vermutlich getradet. Wo geht es für ihn hin?

Jonathan Groeneveld: Ich stolpere bei dem Thema immer wieder über die Steelers. Ich denke Garoppolo und die Steelers könnte gut passen. Der Kader der Steelers ist nicht schlecht und selbst mit einem unterdurchschnittlichen Quarterback wurden letzte Saison die Playoffs erreicht. Insofern wäre das mit Jimmy G. erst recht möglich.

Alternativ sehe ich die Broncos, falls diese keine größer Lösung finden. Hier passt der Scheme Fit und Hackett könnte sicherlich gut mit Garoppollo zusammen arbeiten. Ob das sinnvoll ist? In der Division wird es schwer und wären die Chancen auf die Playoffs wirklich viel größer, als dieses Jahr? Zweifel sind zumindes angebracht.

Rico Harting: Die Frage wird für mich sein, wer wird den Preis der 49ers bezahlen oder sind diese gezwungen einen tiefen Preis, wie zum Beispiel einen 3rd Rounder zu akzeptieren? Der Wunsch wird sicherlich ein First Rounder sein, was ich für nicht realistisch oder sagen wir sehr überraschend halte. Schließlich wurden Darnold und Wentz auch für viel getradet. Das Thema wird sicherlich spannend in der Offseason.

Aber wo könnte es hingehen? Teams, die ein Need haben sind sicherlich die Steelers, Commanders, Broncos und nach eventuellen anderen Trades oder Cuts möglicherweise auch die Browns, Vikings, Panthers und Colts. Die Liste kann vermutlich noch etwas erweitert werden, aber im Grunde ist mehr als die Hälfte der NFL immer auf der Suche nach DEM Quarterback. Aber das ist Jimmy G sicherlich nicht.

Wenn ich eine Wette platzieren müsste, dann würde ich vermutlich mit den Commanders gehen. Man hat einen Head Coach, der schon einmal im Super Bowl gestanden hat und weiß, was es dafür braucht. Das Garoppolo dich dorthin bringen kann hat er gezeigt bzw. in die Playoffs kann er dich führen und dort ist vieles möglich. Ein Übergangsjahr für die Commanders und wenn es nicht klappt, dann sollte das Team einen guten Draftpick für den 2023er Draft haben.

Martin Brandtner: Ich gehe hier eher mit Rico. Die erste Frage wird sein, was wollen die 49ers und was sind die anderen Teams bereit zu zahlen. Ich habe und halte eigentlich nicht viel von Garoppolo. Er ist für mich kein Quaterback mit dem man viel Gewinnen kann. Ich würde ihn nicht als Upgrade für manche Teams sehen. Daher ist es schwierig wo er hinkommt. Ich denke nicht, dass er für die Broncos die richtigen Wahl wäre um etwas zu gewinnen. Steelers würde hier gut klingen, vor allem da Garoppolo auch mit den 49ers etwas an Erfolg hatte. Commanders wäre auch eine interessante Option, doch ist er wirklich ein großes Upgrade zu Heinicke?

Wie geht es bei den Seattle Seahawks und Russell Wilson weiter?

Jonathan Groeneveld: Die Seahawks sind für mich irgendwie so ein schwarze Loch. Ich habe keine Ahnung, was die Verantwortlichen und Wilson wirklich wollen. Mit Pete Carroll wird es keinen Rebuild geben, insofern glaube ich seitens der Seahakws besteht nicht das große Interesse an einer Veränderung auf Quarterback. In den letzten Jahren hat es aber immer mal wieder geknirscht in der Beziehung zwischen Wilson und den Seahawks. Ob er aber wirklich den Trad erzwingt? Auch da habe ich meine Zweifel. Sollten die Seahawks ein sehr gutes Angebot(z.B. 2-3 First Rounder) bekommen, dann kommen sie vielleicht ins Grübeln.

Mein Ansatzpunkt wäre hier radikaler, da ich nicht sehe, wie die Seahawks mit ein paar Moves in der Offseason ein Contender werden wollen. Ich glaube aber nicht daran, dass wirklich radikal vorgegangen wird, da sonst Carroll nicht mehr da wäre und jetzt wird es auf der Position auch keine Veränderung mehr geben. Eigentlich darf es bei den Seahawks auch kein einfach weiter so geben, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass genau das passieren wird. Also ein weiteres Jahr im Niemansland der NFL und der Tradwert von Wilson sinkt.

Rico Harting: So wie gehabt. Ich denke nicht, dass Wilson getradet wird. Nachdem zwar schon vieles auf Abschied hindeutete hat sich die Situation für mich etwas beruhigt. Das mag auch daran liegen, dass ein Quarterback aus Green Bay für mehr Gesprächsstoff sorgt oder Kyler Murray seinen Instagram-Auftritt erneuert, aber für mich haben die Wogen sich geglättet.

Die ganze Situation bei den Seahawks ist für mich etwas undurchsichtig. Ich verstehe noch nicht so ganz, wo das Team hin will und wo es sich sieht. Das Fenster für einen Super Bowl ist für mich eher “auf Kipp” und nicht wirklich offen. Was nicht heißt, dass Wilson in der nächsten Saison nicht alle überragen kann. Das es Teams gibt, die interessiert sein könnten, glaube ich sofort. Auch das zum Beispiel die Broncos einen hohen Preis zahlen würden, weil sie positive Erfahrungen gemacht haben mit einem Veteran Quarterback. Ich kann mir vorstellen, dass es einen Knall gibt und wenn keiner damit rechnet wird es einen Monstertrade geben. Wahrscheinlichkeit würde ich aktuell auf ca. 10% schätzen.

Martin Brandtner: Ich habe es schon mal geschrieben, mit Carroll und Wilson wird‘s keinen Neuaufbau geben. Für den jetzt die Zeit wäre in Seattle. Für Wilson könnte man noch einiges an Tradematerial einsammeln. Mit Lockett und Metcalf ist Potential vorhanden. Auch auf RB mit Rashaad Penny. Wichtig wird dort sein einen Vernünftige O-Line aufzubauen um den Zukünftigen QB zu schützen. Dazu gibt es viele Fragezeichen in der Defense. Viele offene Baustellen. Über einen Wilson würden sich viele Teams freuen und er vielleicht nochmals über einen Ring.

Wie seht ihr die Situation bei den Colts und Carson Wentz? Wird es hier Veränderungen geben?

Jonathan Groeneveld: Ich möchte von den Colts Aggressivität sehen! Seit Jahren sprechen wir vom gutem Kader der Colts, aber das Problem auf Quarterback ist immer noch nicht gelöst und diese Lösung wird Wentz auch nicht sein. Das haben die Verantwortlichen wohl auch verstanden, wenn man man sich die Aussagen von Ballard anschaut. Insofern aggressiv auf einen der Top Quarterbacks(Rodgers, Watson, Wilson) gehen und das teure Missverständis Wentz beenden. Mit dem Rest des Kaders können die Colts arbeiten. Auf Wide Reiceiver sollte wohl noch eine Alternative her. Die Colts haben Cap Space und könnten Wentz sogar mit “nur” 15 Millionen Dead Cap entlassen. Sie würden dadurch in jedem Fall Geld sparen, was sie direkt in einen neuen Quarterback stecken können.

Rico Harting: Es muss eine Veränderung geben, wenn Frank Reich wirklich oben angreifen will. Das Spiel gegen die Jaguars, wo es um alles geht, darfst du nicht verlieren. Mit einem anderen Quarterback gewinnst du das Spiel vermutlich und wärst vielleicht nicht in der Situation gewesen am letzten Spieltag gewinnen zu müssen.

Es gibt Einsparpotentiale in dem Kader und diese können genutzt werden, um aggressiv zu sein. Ein größere Herausforderung ist es, da man den eigenen First Round Pick nicht mehr hat. Daher glaube ich nicht, dass die Colts einen der Top Quarterbacks ertraden können, aber vielleicht gibt es andere Möglichkeiten und Wege mit diesem Kader erfolgreich zu sein ohne den High End Quarterback. Wentz ist für mich aber Geschichte.

Martin Brandtner: Ich möchte hier eine weitere Frage stellen – ist wirklich das Thema auf QB das einzige bei den Colts? Man stelle sich mal den vorhin erwähnten Wilson bei den Colts vor. Hat der die notwendigen Waffen dort? Ich würde sagen, hier ist auch ein großes Problem. T.Y. Hilton ist (noch) nicht der Super-Receiver geworden, von dem vor einigen Jahren ausgegangen wurde. Michael Pittmann jr. – hat für mich auch noch nicht alle Erwartungen erfüllt. Kann natürlich beides an der Quaterbacksituation liegen, was für mich zu einfach ist. Man soll an Zeiten eines Marvin Harrison oder Reggie Wayne denken. In den Reigen dieser Receiver sind die beiden angesprochenen noch sehr lange nicht.

Ich denke auch, dass die Zeit von Wentz bei den Colts abgelaufen ist und die Colts sich aggressiv um einen Top QB umsehen werden. Oder sie überraschen uns und holen Jameis Winston, Für mich ist sogar er eine weit bessere Option als Wentz.

Welcher Headcoach sitzt in der neuen Saison schon zu Beginn auf dem Hot Seat?

Jonathan Groeneveld: Für mich kann es ja nur eine Antwort geben: Matt Rhule! Die Quarterback Posse in der letzten Saison und die getätigten Aussagen dazu haben sogar für einen direkten Rauswurf gesprochen. Das ist nicht passiert, daher wird die nächste Saison Matt Rhules letzte Chance sein. David Tapper möchte den Erfolg sehen und ewig wird er an Rhule nicht mehr festhalten. Daher rechne ich in der Offseason auch mit sehr aggressiven Panthers beim Thema Quarterback. Sie sind das Thema nie langsam angegangen, daher wird sich das jetzt auch nicht ändern. Ohne einen Top Quarterback wird es für Rhule sehr schwer.

Rico Harting: Ich denke einige Coaches starten die Saison mit keinem kalten Stuhl. Dazu gehören für mich Kliff Kingsbury, Matt Rhule, Mike McCarthy, Lovie Smith und Robert Saleh. Das hat verschiedenste Gründe und darüber kann sicherlich vorzüglich diskutiert werden. Nur die Frage ist wer sitzt wirklich schon auf dem Hot Seat.

Nachdem Jonathan schon mit Matt Rhule gegangen ist würde ich hier Lovie Smith ins Feld führen. Für mich ist er der nächsten Brücken-Head-Coach der Texans. Es würde mich stark wundern, wenn er die Saison übersteht. Ebenso denke ich, dass sich nach der Saison die Wege von McCarthy und den Cowboys trennen werden. Bei beiden hängt es vom sportlichen Erfolg ab. Dieser wird bei den Texans aber nur sehr schwer möglich sein. Die Erwartung bei den Cowboys sind hingegen riesig und müssen erfüllt werden. Vom reinen Coaching her muss ich aber auch sagen, dass Matt Rhule der einzige Head Coach ist, der wirklich auf einem heißen Stuhl sitzt und diesen komplett selbst zu verantworten hat.

Martin Brandtner: Kann es wirklich zur Beginn einer neuen Saison schon von einem heißen Stuhl zu sprechen wäre aus meiner Sicht überzogen. Wenn dem so wäre, dann hätte/n die Franchise/s eigentlich schon was falsch gemacht. Denn wann wäre es besser einen Headcoach zu ersetzen wen nicht vor einer neuen Saison. Ich würde hier maximal von Wackelkandidaten sprechen.Die beiden, die einem da gleich einfallen sind mit Smith und McCarthy schon genannt worden. Lovie Smith rechne ich hier nicht, der kann eigentlich nur überraschen.

Ein HC von dem ich diese Saison weit mehr erwartet hätte war Robert Saleh. Bin hier gespannt wie die Entwicklung weiter geht, doch dass er schon auf einem wackligen Stuhl sitzt soweit möchte ich noch nicht gehen. Im Gegensatz zu den 2 Namen, die ich noch in den Ring werfen möchte: Ron Rivera und Pete Carroll. Pete Carroll steht, wie bereits geschrieben, einem Neuanfang bei den Seahawks im Weg, hier führt aus meiner Sicht früher oder später nichts an einer Trennung vorbei. Ron Rivera war so etwas wie ein Hoffnungsschimmer in der Hauptstadt. Dies ist aber schon fast verpufft, so gab‘s pro Saison jeweils nur 7 Siege. Klar es war einmal der Division Titel dabei, doch dass mehr aus dem Unvermögen der Konkurrenz, als aus der eigenen Stärke. Diese Personalie wird die nächste Saison genauer zu beobachten zu sein und ob die Owner nervös werden.

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