1 Spieltag – 3 Autoren – 5 Fragen – After Championship Games

Der Super Bowl steht! Die Los Angeles Rams treffen auf die Cincinnati Bengals! Erneut hat ein Team ein Home Super Bowl, da das Spiel in Los Angeles stattfindet. Das zweite Mal überhaupt und dann direkt nacheinander.

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Diese Woche werden wir uns aber noch nicht genauer mit dem Super Bowl beschäftigen, da ja nächstes Wochenende Pause ist. Den Pro Bowl zähle ich jetzt mal nicht als ernsthafte Veranstaltung dazu. Daher haben wir diese Woche Zeit sowohl auf die beiden Teams zu schauen, die den Super Bowl verpasst haben, als auch auf die bisherigen Entscheidungen auf den Trainerposten.

Diese Woche werden Simon Bramberger (@AllesRodgers),Martin Brandtner(@BrandtnerMartin) und Jonathan Groeneveld(@JonaGroe89) die Fragen beantworten.

Das Thema des Wochenendes: Tom Brady beendet seine Karriere. Wie geht es mit den Tampa Bay Buccaneers weiter?

Simon Bramberger: Mittlerweile hat sich TB12 auch persönlich geäußert und seine Football Pensionierung verkündet. Aber bei den Bucs ist ja nicht nur Brady weg. Godwin hatte nur den Franchise Tag, Gronkowski wird ohne seinen Tom wahrscheinlich aufhören, einige Veteranen hatten nur Einjahresverträge unterschrieben und werden jetzt Free Agents. Darunter JPP, Ryan Jensen, Suh und auch das gesamte Backfield (Fournette, Ronald Jones und Bernard). Momentan hat man etwa 7.7Mio$ an Cap Space für nächste Saison, und das auch mit einigen Lücken die man füllen muss. Bradys Gehalt schlägt sich natürlich für die nächsten beiden Jahre trotzdem als Dead Cap zu Buche, was die Situation nicht einfacher macht.

Ich denke, dass die Buccaneers, ihren Quarterback betreffend, wieder in der Free Agency aktiv sein werden. Ob sie dabei auch fündig werden und einen der potentiellen großen Free Agents (Rodgers, Watson, Wilson) bekommen, bleibt fraglich. Auch wie dies mit dem potentiellen Gehalt geregelt würde, wäre noch eine weitere Hürde. Ebenso wäre der diesjährige Rookie Kyle Trask eine Option. Von ihm habe ich aber noch zu wenig gesehen, das dürfte der Coaching Staff um Headcoach Bruce Arians besser bewerten können.

Apropos Coaching Staff. Die beiden Koordinatoren Byron Leftwich und Todd Bowles sind bei einigen Teams noch heiße Kandidaten für den Headcoach Posten. Alle Anzeichen stehen beim Team aus Florida für einen leichten Umbruch im Kader und im Trainerstab. Bleibt spannend was Bruce Arians und General Manager Jason Licht daraus machen können und werden, wobei ich beide für zu kompetent halte, als dass die Buccaneers nächstes Jahr nicht mindestens im Playoff Rennen mit dabei sind.

Martin Brandtner: Ja Tampa ging vorige Saison „all in“, dies zahlte sich aus. Auch diese Saison konnten sie ihr Team zusammenhalten und sogar teilweise verstärken. Einzig die Rotationsspieler und die Tiefe im Kader waren nicht mehr so gegeben. Spieler die voriges Jahr noch einiges Auffangen konnten waren nicht mehr da.

The G.O.A.T. selbst hat sich jetzt dazu geäußert und seinen Rücktritt bekannt gegeben, wenn man bedenkt, dass zwischen seinem Dementi und dem Rücktritt nur 2 Championshipgames gestanden sind, war ihm vorher schon klar, dass er aufhören wird. Vermutlich wusste er es selbst bereits nach der Pleite gegen die Rams.

Aber kommen wir zu dem eigentlichen Thema den Buccaneers. Ich persönlich gehe hier etwas mit Simon denke aber, dass der Umbruch in Tampa noch viel größer sein wird. Angefangen vom Coaching Staff. Sowohl der Offense Coordinator wie auch der Defense Coordinator sind bei anderen Teams im Gespräch. Auch von Arians selbst bin ich noch nicht überzeugt, dass er nächste Saison zurückkommt.

Ohne wirklich guten QB haben die Bucs keine Chance auf den Superbowl in nächster Zeit, das wird sich auch auf dem Spielermarkt auswirken. Ich denke Gronk, Suh, Paul oder auch Godwin werden sich woanders umsehen.
Den Ring, den sie wollten haben sie geholt, jetzt wäre Zeit hier etwas junges aufzubauen. Einige Bausteine sind sowohl in der Defense, als auch in der Offense vorhanden.

Jonathan Groeneveld: Zunächst einmal gilt es sich für Tom Brady zu verneigen. So eine Karriere werden wir nicht noch einmal erleben. Ich habe ihn nie sonderlich gemocht, aber erkenne trotzdem seine Leistung an. Es geht eine einmalige Karriere zu Ende.

Als ich die Frage zuerst formuliert habe, da war es noch nicht offiziell. Mittlerweile hat es Brady aber bekannt gegeben und ich gehe stark davon aus, dass die Tendenz am Samstag auch schon dahin ging. Ich kann aber auch verstehen, dass er dies selber verkünden wollte und daher erst einmal dementiert hat.

Wie geht es für die Buccaneers weiter? Das Grundgerüst in Tampa Bay sieht immer noch nicht schlecht aus, aber ohne Quarterback wird es natürlich schwer. Die Optionen sind jetzt nicht so vielfältig. Entweder probieren die Buccaneers mit einem Trade ein weiteres Fenster aufzustoßen(z.B. Rodgers, Wilson, Watson) oder sie gehen einen soften Rebuild an. Dies wird eventuell auch ein wenig von Arians abhängen. Bislang heißt es, dass er weiter macht, aber noch habe ich da meine Zweifel.

Im Falle eines soften Rebuilds könnten Spieler wie Fitzpatrick, Dalton oder auch Garoppolo interessant sein. An ein Comeback von Winston glaube ich nicht so recht, auch wenn es sportlich durchaus passen könnte. Klar ist auch, dass Grokowski kein Teil des Teams mehr sein wird. Er ist nur wegen Brady zurückgekehrt und wird seine Karriere sicher erneut beenden.

Wenn Arians bleibt, dann könnte ich mir die Buccaneers auch sehr aggressiv vorstellen. Bleibt er nicht, dann ist immer noch das gute Grundgerüst da. Dann würde wohl einer von Leftwich oder Bowles übernehmen und ich könnte mir einen soften Rebuild gut vorstellen.

Die Chiefs brechen in der zweiten Halbzeit offensiv ein. Was müssen die Chiefs ändern um nächste Saison offensiv wieder mehr Konstanz einzubringen?

Simon Bramberger: Erinnert ihr euch noch an den Anfang der Saison, als man Patrick Mahomes und der Chiefs Offense endlich den Zahn gezogen hat? Dasselbe “Phänomen” ist wieder aufgetreten. Vor Beginn der diesjährigen Spielzeit hat es einen großen Umbruch in den NFL Defenses gegeben. Viel Cover 2 und eine leichte Box, um tiefe Routen und explosive Athleten besser verteidigen zu können. Das traf Andy Reid’s Offense ausgesprochen stark und unerwartet lange. Man brauchte ein bisschen, um sich daran zu gewöhnen. Was war wiederum die Antwort der Chiefs? Nimm dir, was dir die Defense gibt. Wenn sie tief alles zustellen, wirf die kurzen Routen an. Das hat auch alles bis zum letzten Wochenende super funktioniert. Dann kam der Bengals Defensive Coordinator Lou Anarumo.

Was tun wir, wenn wir die tiefen Pässe abgedeckt werden, aber die ganzen kurzen Pässe angebracht werden? Noch mehr Spieler in die Coverage stellen. Die Bengals Defense hatte bei 35% aller Pass Spielzüge 8 oder mehr Spieler in Coverage. Dagegen hätten Andy Reid und Eric Bieniemy schneller reagieren müssen. Mehr Play Action, mehr Screens und mehr Laufspielzüge.

Meine Antwort auf die Konstanzfrage lautet: Weniger konstant sein und schneller adaptieren. Trick-Spielzüge kurz vor der Endzone und Mahomes Magic ist ja schön und gut. Aber man muss Schwachstellen schneller erkennen und sein Playcalling schneller adaptieren. Weniger Konstanz, mehr Adaption!

Martin Brandtner: Das Spiel war ein Spiegelbild der Chiefs Saison nur mit anderen Vorzeichen. In der Saison war es zuerst pfui und dann hui, in dem Spiel war es genau umgekehrt. Eines aber hat Simon dazu schon angesprochen, die Flexibilität die ein Team und die Choaching Staff haben muss. Haben wir hier wirklich das Problem, dass sich die alten Eisen wie Reid oder auch Arians nicht schnell genug umstellen können und etwas dagegen machen?

In der Saison hatten die Chiefs etwas Zeit um ihren Spielstil anzupassen bzw. für diese Saison zu finden. Ich würde sogar sagen, ganze 9 Spieltage brauchten die Chiefs um ihre Offense zu finden. So viel Zeit hat man in den Playoffs nicht. Man sieht hier wie wichtig es ist in einem Spiel schnell und gut reagieren zu können. Die Bills haben es vorige Woche nicht geschafft, die Bengals sehr wohl. Hut ab vor dem Lösungsfinden von Lou Anarumo.

Auf der Gegenseite haben Reid und vor allem der Offense Mastermind Eric Bieniemy versagt. Ob er so zu einem HC Posten kommt? Mit viel Play Action und wieder vermehrt tiefe Pässe hätte man die Defense wieder auseinander ziehen können, vor allem bei dem Spielermaterial. Gute Teams bestehen nicht nur aus guten Spielern, vor allem in dem Spiel hat man gesehen wie wichtig gute Coaches sind und was den Unterschied hier ausmacht.

Eines muss man aber schon sagen, die Chiefs waren mMn zu Siegessicher. Wenn sie das FG kurz vor der Halbzeit nehmen, sind sie 24:10 in Front, ich denke das hätten sie sich nicht mehr nehmen lassen.

Ich bin nun gespannt was die Chiefs daraus für Lehren ziehen, genauso was die Bills aus der Niederlage vorige Woche für Lehren ziehen. Wenn es nach mir geht kann die neue Saison schon kommen.

Jonathan Groeneveld: Die zweite Halbzeit der Chiefs hat mich wirklich sehr enttäuscht. Natürlich kann eine Offense nicht immer nur erfolgreiche Drives haben, aber einfach stur seinen Plan durchziehen? Die NFL war immer sehr schnelllebig und mir fehlt oft die Flexibilität bzw. Plan B oder C. Jede Defense hat ihre Schwächen und die können auch ausgenutzt werden.

Die Chiefs sind da aber auch nicht alleine. Ich erinnere mich auch noch an Ravens in den 2018er Playoffs gegen die Chargers oder die Rams im Super Bowl gegen die Patriots. Es wird dann stur das eigene System durchgezogen und gibt kaum Anpassungen. Die Chiefs haben immerhin schon während der Saison dazu gelernt und sich entwickelt, aber die Bengals haben das defensiv hervorragend gemacht. Die Chiefs hatten daraufhin kaum Anpassungen. Hier wären mehr Run Game(grade bei dem guten Run Blocking), Jet Sweeps, Play Action, QB Runs etc. nötig gewesen um die Bengals aus der Coverage zu locken.

Was müssen die Chiefs nun machen? Weiter an Alternativen arbeiten um Defenses dafür zu bestrafen, wenn sie so viele Spieler in Coverage ziehen. Einige habe ich bereits aufgezählt. Ich denke diese Saison wird die Chiefs noch stärker machen, da sie das erste Mal in den letzten Jahren wirklich offensiv die Grenzen aufgezeigt bekommen haben. Reid, Bienamy und Mahomes wird dies noch mehr anstacheln und sie werden sicher Lösungen finden. Ich gehe daher fest davon aus, dass die Chiefs im nächsten Jahr auch einen Plan C haben.

Die 49ers scheitern gegen die Rams. Wie geht es in San Francisco weiter, speziell bei den Quarterbacks?

Simon Bramberger: #treylanceszn war kurz nach dem Spiel auf Twitter unter den Trending Hashtags. Ich denke, dass der nächstjährige Starting Quarterback der 49ers Trey Lance heißen wird. Jimmy Garoppolo bringt einen einfach nicht den Sieg im Superbowl. Wenn er es denn überhaupt bis dahin schafft.

Die Defense hat sich trotz Abgang von Koordinator Saleh nach New York wieder als Stärke bewiesen. Offensive Coordinator Mike McDaniel wird gerade als “der neue heiße Scheiß” gefeiert und dürfte spätestens nächstes Jahr irgendwo sein Können als Head Coach beweisen.

Meiner Meinung nach wird sich also nicht viel in San Francisco ändern. Kyle Shanahan ist immer noch einer der besten Headcoaches der Liga. Der Kader ist noch jung und bleibt größtenteils zusammen. General Manager und Headcoach sind relativ sicher im Sattel. Diese Kontinuität bleibt für mich weiterhin der anzustrebende Weg in der N(ot)F(for)L(ong).

Martin Brandtner: Ich gehe hier zu 100% mit Simon. Ich denke Jimmy G.‘s Zeit in San Francisco ist abgelaufen. Die 49ers müssen selbst eingestehen, dass ihnen Jimmy Garoppolo keine Titel gewinnt sondern eher verliert. Die Glücksfee war in den Playoffs auch auf Seiten der 49ers, die das Glück aber auch erzwungen haben. Grundsätzlich fehlt ihnen „nur“ ein Quarterback – wie bei so vielen Teams in der NFL. Frag nach in Indianapolis oder Denver.

Fast hätten die Rams wieder so viele Fehler wie gegen die Bucs gemacht und die 49ers sind normalerweise ein Team das solche Fehler ausnutzt und selbst wenige macht. Wäre da nicht Jimmy G. Diese Interception kurz vor Schluss war eine reine Panikaktion, darf er so nie machen.

Lange Rede kurzer Sinn, schaffen es die 49ers den wichtigsten Baustein (QB) zu finden, könnten die nächste Saison noch erfolgreicher sein.

Jonathan Groeneveld: Nächste Saison wird Trey Lance der Starting Quarterback der 49ers sein. Jimmy Garoppolo hat diese Saison genau gezeigt, was er kann. Respekt vor den wieder recht konstanten Leistungen, aber er wird nie ein Team tragen können. Wenn die Umstände um ihn herum passen, dann kann er durchaus für Erfolg sorgen und daher denke ich auch, dass er nächstes Jahr Starting Quarterback sein wird, aber halt nicht in San Francisco.

Ich bin super gespannt auf Trey Lance unter Kyle Shanahan. Eventuell wird nächstes Jahr ein Übergangsjahr, aber ich denke damit können die 49ers leben. Es gilt jetzt Lance an die NFL heranzuführen und zu schauen, ob sich die Investitionen gelohnt haben. Im Scheme von Shanahan kann dies letztendlich aber auch zu schnellem Erfolg führen. So lange Shanahan weiter der Coach ist, ist mit den 49ers immer zu rechnen.

Wie erfolgreich wird die Buffalo Connection mit Schoen und Daboll bei den New York Giants?

Simon Bramberger: Kommt darauf an, wie langfristig man denkt. Also sowohl als Fragensteller, als auch in New York. Daniel Jones ist und wird nicht die Lösung auf der Quarterback Position sein. Der Kader ist finanziell stark aufgebläht und muss von oben bis unten renoviert werden. Top Talent fehlt. Tiefe fehlt. Viele der großen Ausgaben des letzten Regimes wie Barkley, Toney, Golladay oder auch Solder waren (noch) nicht die erwarteten Heilsbringer.

Außerdem haben wir leider viel zu oft schon gesehen, dass ein guter Koordinator nicht gleich ein guter Headcoach ist. Ich persönlich bin sehr positiv gespannt, was das Duo Schoen/Daboll in New York aufbauen kann. Leicht gemacht wird es ihnen seitens Eigentümer und Presse mit Sicherheit nicht. Die Division wird mit Dallas und Siriannis Eagles in den nächsten Jahren auch nicht zwingend leichter. Eine Playoff Teilnahme in Jahr zwei würde ich ihnen allerdings schon zutrauen!

Martin Brandtner: Sorry Simon, als Buffalo Anhänger muss ich dir widersprechen. Ich denke die beiden haben gelernt was es braucht um ein Footballteam zusammen zu stellen und damit auch seinen Quarterback besser zu machen.
Daniel Jones war die letzten beiden Saisons gefühlt mehr verletzt als er gespielt hat. Ich denke schon, dass er eine Lösung auf QB sein kann, wie lange lasse ich dahin gestellt.

Ich würde auf jeden Fall mit ihm in die nächste Saison gehen – was wäre denn sonst zu haben? Vor allem ist er ein ähnlicher Spielertyp wie Allen, zwar nicht die Klasse, aber er hat einen starken Arm und ganz unmobil ist er nun auch nicht.
Wichtig wird sein ihnen die mind. 2 Saisonen Zeit und Ruhe zu geben um kontinuierlich arbeiten zu können. Das alleine ist beim Pflaster New York schon ein schwieriges Unterfangen. Ich gehe aber davon aus, dass sie versuchen zuerst die beiden Lines zu stärken, damit kann ein besserer Laufspiel implementiert werden – vielleicht sogar mit Sandro Platzgrummer (Wunschgedanke) – und somit Daniel Jones entlastet werden. Die Defense ist ja nicht die schlechteste in der NFL.

Jonathan Groeneveld: Ich bin bei den Giants positiv gestimmt und das neue Führungs Duo macht einen sehr guten Eindruck. Endlich könnte es bei den Giants in die richtige Richtung gehen. Natürlich wird dies nicht von jetzt auf gleich funktionieren, aber ich hoffe beide bekommen Zeit um den Laden in New York umzubauen.

Der Quarterback für die nächste Saison wird sicherlich Jones sein. Das hat er sich mit den Leistungen zu Saisonbeginn auch irgendwie verdient und was wäre die Alternative? Ich gehe daher davon aus, dass Jones eine letzte Chance unter dem neuen Regime bekommt. Nach der Saison wird dann die Entwicklung analysiert und entsprechende Entscheidungen getroffen werden.

Das Team hat sich letztes Jahr auch unter Wert geschlagen, da bin ich mir sicher. Mit einem besseren Coach wären einige Siege mehr drin gewesen. Insofern würde es mich nicht verwundern, wenn die Giants nächstes Jahr um eine Wild Card mitspielen können, wenn Jones fit bleibt.

Die Eagles gehen mit Jalen Hurts in die Saison. Eine gute Entscheidung?

Simon Bramberger: Gibts denn Alternativen? Wenn man seine mühsam gesammelten Draft Picks nicht gleich wieder aus dem Fenster schmeißen will, bleibt nicht großartig viel anderes übrig. Ein Rodgers oder Wilson (falls beide überhaupt am Markt sind) wird man Conferenceintern nicht bekommen, einen Watson wollen sich medial nicht alle Teams antun. Und für eine Quarterback Wildcard im Draft so viel Picks herzugeben, erscheint mir als ziemlich unsinniges Szenario.

Außerdem war das erste Jahr unter Jalen Hurts nicht (nur) schlecht! Ein PFF Grade von 80.8 zeugt von einer guten Saison. Ein Baker Mayfield hatte weniger Passing Yards, mehr Interceptions und nur einen Touchdown mehr. Und dabei ist Hurts eine viel größere Gefahr im Laufspiel.

Was noch für Hurts spricht, ist das Talent um ihn herum. Außer Rookie Wide Receiver Smith und Tight End Goedert hatte er keine wirklichen Anspielstationen. Sanders war viel verletzt, ebenso seine Offensive Line. Die Defense war jetzt auch nicht gerade überragend. Zugegebenermaßen, man hat in der regulären Saison gegen kein einziges Playoff Team gewonnen, ist aber dennoch mit Rookie Head Coach Nick Sirianni in die Playoffs eingezogen.

Ich denke es wäre unfair Jalen Hurts gegenüber, und auch keine gute finanzielle und sportliche Entscheidung, ihn sofort wieder auszutauschen. Mehr Talent um ihn herum draften und unter Vertrag nehmen, ihm noch ein bis zwei Jahre Zeit geben, und dann kann man erst eine ehrliche Evaluation machen.

Martin Brandtner: Ich muss ehrlich sagen, die Eagles sind für mich sowas wie die graue Maus in der NFL. Ich denke da kann unser „Eagle“ Jessica sicher mehr dazu sagen.

Die Frage die es hier gibt, wie auch schon bei den Giants, was bekomme ich besseres und wie viel würde es mich kosten?
Eines muss man Hurts zu Gute halten, er war auch ein Bestandteil, dass es die Eagles in die Playoffs geschafft haben, auch wenn man dort Chancenlos war. 18 andere Teams hätten sich darüber auch gefreut. Also kann er so schlecht nicht sein. Vor allem hat es das Coaching Staff rund um Sirianni geschafft einen Spielstil zu finden der die Stärken dieses Eagles Team und von Hurts zeigt. Auf diesem sollte man aufbauen und schauen wie stark sich Hurts nächste Saison präsentiert. Auch ein Allen war nicht sofort stark.
Wichtig wird sein, dass Hurts an seinen Schwächen arbeitet, vor allem im Passspiel muss er besser werden. Dazu benötigt er aber auch Personal um ihn herum. Ich hätte von einem Jalen Reagor heuer den nächsten Schritt erwartet, doch der blieb leider aus. Denn wenn es kein vernünftiges Passspiel gibt, dann werden sich die Gegner aufs Laufspiel einstellen und dann kann es ganz schnell vorbei sein um Hurts.

Die Chance sich nächstes Jahr nochmals zu beweisen hat er sich auf jeden Fall erspielt und verdient.

Jonathan Groeneveld: Das Spiel gegen die Buccaneers in den Playoffs hat mir noch einmal sehr deutlich gezeigt, was Hurts noch einen Weg vor sich hat. Im Passing Game muss er sich einfach noch deutlich verbessern, insofern sollte er in der Offseason genau darauf den Fokus legen. Er wird nie ein Elite Passer werden, aber das braucht er auch nicht. Besser werden muss er aber.

Für mich ist die Entscheidung der Eagles logisch. Hurts hat in seiner ersten Saison als Starting Quarterback gezeigt, dass er Potential hat. Insofern ist es nur nachvollziehbar, dass er die nächste Saison die Chance bekommt. Natürlich muss noch deutlich mehr Konstanz in das Spiel und das schon genannten Passing Game besser werden. Die Eagles haben mit ihren Picks aber durchaus die Chance den Kader weiter zu verbessern. Vielleicht ist hier ja noch Hilfe für Hurts drin.

Nach der nächsten Saison muss dann Klarheit herrschen, ob Hurts die dauerhafte Lösung sein kann. Also Umstände optimieren und Hurts fordern. Dann kann dies vernünftig beurteilt werden.

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