Triple Coverage: Bowl Season Review und National Championship Preview

Die Saison im College Football steht mit dem heute Nacht anstehenden Endspiel zwischen Alabama und Georgia vor dem Abschluss.

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Es war nur ganz zu Beginn die Saison der Überraschungen, als einige Favoriten wie Oklahoma, Ohio State und auch Alabama zwischenzeitlich stolperten und die Landschaft in den College-Football-Rankings für einige Wochen durcheinanderwürfelten.

Am Ende haben wir aber bekommen, was wir in den letzten Jahren meistens bekommen haben: Dominanz der Powerhouses angeführt aus der SEC und langweilige Halbfinalspiele. Alabama und Georgia, die sich schon im SEC-Endspiel gegenüberstanden, sehen sich heute Nacht auch im National Championship Game wieder.

Dass es die Saison war, in der mit den Cincinnati Bearcats zum ersten Mal in der achtjährigen Geschichte ein kleiner Mid-Major in den Playoffs mitspielte, ist unter diesen Vorzeichen fast schon wieder vergessen.

Damit nicht noch mehr vergessen wird, blicken wir heute kurz zurück auf die Bowl-Season, und kurz voraus auf das heutige Endspiel. Die Fragen stellt Thomas Psaier/Sideline Reporter. Die Antworten geben Jan Weckwerth (Triple Option) und Christian Schimmel (Der Draft).

#1 Wir müssen mit Kirk Herbstreit und ESPN beginnen. Lieben sie College Football nicht, weil sie heute nicht ehrenamtlich kommentieren und das Finale nicht werbefrei für alle zugänglich übertragen?

Jan Weckwerth: Ganz eindeutig! Darüber hinaus würde ich dafür plädieren, dass ESPN auf sämtliche Werbeeinnahmen verzichtet – oder ist ihnen der Sport etwa doch gar nicht so wichtig?

Im Ernst, über Herbstreits Aussagen kann ich seit einiger Zeit nur noch den Kopf schütteln. Bedenklich auch, dass ihm Desmond Howard da beispringt, anstatt die neueren Entwicklungen wenigstens ein bisschen einzuordnen. Höher eingeschätzte Draft-Prospects riskieren in relativ bedeutungslosen Bowl Games den Verlust von Millionen Dollar, während sich ESPN die Taschen vollmacht. Die Verletzung von Ole Miss QB Matt Corral in den ersten Minuten des Sugar Bowls war dafür leider gleich das beste Anschauungsmaterial.

Die heutige Generation an College Football-Spielern hat an – expliziten wie impliziten – Freiheiten dazugewonnen. Das war ein überfälliger und viel zu lange verschleppter Prozess. Ich werde nie verstehen, wie man ihnen das auch noch übelnehmen kann.

Christian Schimmel: Die Zynik ist kaum in Worte zu fassen. Er wirkt wie das beleidigte Kind, das nun zwei Spielzeuge weniger hat, aber früher kamen immer alle Spielsachen zu Kirk, weil sie das Spielen liebten. ESPN steht wie kaum ein anderer Akteur für College Football für Geschäft und Herbstreit ist einer seiner prominentesten Vertreter. Insofern soll er sich arrangieren, oder europäischen Football kommentieren. Da fehlen die Leute nur, weil sie arbeiten müssen, oder der beste Freund an dem Wochenende heiratet.

#2 Recap von Semifinale 1 – Alabama vs. Cincinnati: Cincinnati hatte weder die Defensive-Front um genug Druck auf Bryce Young auszuüben und gleichzeitig Alabamas Laufspiel zu stoppen, noch die Firepower in der Offense um auch nur im Entfernten mit Bama mitzugehen. Sonst noch was?

Jan Weckwerth: Sehe ich zumindest leicht anders: Cincinnatis Front gelang es durchaus in einigen Momenten, Pressure auf Young zu generieren. Gerade DE Myjai Sanders machte ein exzellentes Spiel gegen die rechte Seite der Alabama O-Line und forcierte einige überhastete Würfe. Problem war wirklich vor allem die geringe Size der D-Line und die leichten Boxes, über die die Crimson Tide mit Power Running und einem wieder genesenen RB Brian Robinson einfach drüberlaufen konnte.

Von der Bearcats-Offense war ich ein wenig enttäuscht. Das war vielleicht nicht richtig schlecht, aber insgesamt doch viel zu bieder. Bei so einer einmaligen Chance hätte man das komplette Playbook öffnen und wirklich alles riskieren müssen. Stattdessen spielten Desmond Ridder und Co. einfach ihren Stiefel runter.

Insgesamt ein souveräner Sieg des hohen Favoriten. Eigentlich erschreckend, dass Alabama – wenn nötig – immer noch mit dem Big Boy-Football der frühen 2010er Jahre gewinnen kann.

Christian Schimmel: Eindimensionale Cincinnati-Offense. Desmond Ridder deutlich zu wenig als Runner unterwegs, keinerlei Trickspielzüge. Wenn ich als klarer Außenseiter die Partie gewinnen will, brauche ich Mut Kreativität und Glück. Offensiv hatten die Bearcats nichts davon. Defensiv habe ich mich auch spät im Spiel noch über recht leichten Boxen gewundert. Wenn Bill O` Brien nicht aus unerfindlichen Gründen etwas vom Laufspiel weggegangen wäre, es wäre wohl noch deutlicher geworden.

#3 Cincinnatis CB Ahmad Gardner geht nach einer College-Karriere mit über 1000 Snaps und null aufgegebenen Touchdowns in die NFL. Ist er der CB1 im Draft 2022?

Jan Weckwerth: Bis zur Draft ist es noch ein wenig hin, und wir haben meiner Ansicht nach eine richtig gute und ziemlich tiefe Cornerback-Klasse. Frag mich in ein paar Wochen nochmal.

Was ich schon jetzt sagen kann: Sauce Gardner fiel mir erstmals früh in seiner true Freshman-Saison 2019 in einem Spiel gegen UCF auf. Seinerzeit war er noch Backup-Cornerback bei den Bearcats, absolvierte aber ein ziemlich gutes Spiel gegen den damaligen UCF- und heutigen Buffalo Bills-WR Gabriel Davis. Seitdem habe ich ihn intensiv auf seinem Weg zum Star und Top-Prospect verfolgt. Ich liebe diesen Typen einfach!

#4 Cincinnati Bearcats 2021/22: Besser als jedes andere dominante Mid-Major-Programm der letzten 20 Jahren – a.k.a. unsere liebgewonnenen Utahs, Boise States, TCUs oder UCFs?

Jan Weckwerth: Schwer zu sagen. Glaube nicht, dass sich jede dieser Saisons vergleichen lässt – und eine gewisse Magie sollten wir all den großen Mid-Major-Dynastien belassen. Boise State und TCU Ende der 2000er Jahre hatten eine herausragende Konstanz über mehrere Jahre, bei Utah waren es eher einzelne, dafür umso beeindruckendere Peaks.

Die Bearcats von 2020 und 2021 machen aber vielleicht insgesamt den erwachsensten Eindruck. Sprich: Dieses Team gewann nicht durch besonders abgefahrene Schemes oder Fluke Plays, sondern mit ähnlichen Mitteln wie einige der großen Programme. Das könnte sich übrigens auch darin bemerkbar machen, dass mehr Spielern aus diesen beiden Jahrgängen der Sprung in die NFL glückt als bei den anderen von dir genannten Teams.

Christian Schimmel: Schwierig zu beurteilen. UCF in der Hochphase war offensiv schon ein Hochgenuss. TCU und Boise State sind gefühlt schon wieder eine Generation vorher. Was dieses Cincinnati so einzigartig gemacht hat, dass es sich eben auch so stark über die eigene Defense definiert hat. Insofern ein Einhorn in den letzten Jahren.

#5 Recap von Semifinale 2 – Georgia vs. Michigan: Michigan war auch an allen Fronten über die Quarterback-Position hinaus ein hoffnungsloser Fall. Sonst noch was?

Jan Weckwerth: Dominanz von der ersten bis zur letzten Minute in eigentlich jeder Phase des Spiels. Man kann den Wolverines nicht einmal vorhalten, dass sie nicht alles versucht hätten. Sie attackierten horizontal (und nicht nur mit ihrem inside Running), spielten diverse Personal-Packages, gingen früh ins Risiko – half halt alles nichts.

Es war fast schon bedenklich, *wie* überlegen die Bulldogs waren.

Christian Schimmel: Es war von Beginn an ein schlechtes Matchup. Michigan hat Ohio State mit Physis geschlagen. SEC-Physis ist dann jedoch noch einmal etwas anderes. Das Ergebnis war entsprechend.

#6 Wie bewertest du Jim Harbaugh nach sechs Jahren in Ann Arbor? Kann er bei den Wolverines ein Powerhouse aufbauen, das auch längerfristig mit Ohio State mitgehen kann oder haben wir 2021 Peak Michigan gesehen? Wie gerne würdest du ihn noch einmal in der NFL sehen?

Jan Weckwerth: Die Bewertung fällt nach dieser Saison natürlich deutlich positiver aus als zuvor, da Harbaugh endlich bewiesen hat, den letzten Schritt in der Big Ten gehen zu können. Durch den Sieg gegen Ohio State und die Conference Championship hat er den mittlerweile ausgewachsenen Gorilla endlich von seinem Rücken abschütteln können.

Grundsätzlich besteht durchaus die Möglichkeit, Michigan zu einem ebenbürtigen Rivalen von Ohio State aufzubauen. Im Recruiting ist man nicht so weit von den Buckeyes entfernt. Bisher konnte er das entsprechende Talent allerdings nicht entsprechend aufs Feld transferieren. Schauen wir mal, ob der Knoten nun geplatzt ist.

Und die letzte Frage ist doch eine Fangfrage, oder? Aus Unterhaltungsgründen fände ich das schon sehr witzig. Mein Traum: Bei Jacksonville als Nachfolger von Urban Meyer. Die Popcorn-Industrie würde wilde Partys feiern.

Christian Schimmel: Die Berichte über seinen Abgang haben mich jedenfalls sehr gewundert. Ich dachte, 2021/22 wäre eher der Auftakt. Vielleicht will Harbaugh aber auch einfach auf einem Spielfeld agieren, das deutlich gerechtere Rahmenbedingungen sieht, als im College Football. Ich fände es schon spannend, wenn er Michigan zu einem Powerhouse aufbaut und ich glaube, dass das trotz aktueller SEC-Dominanz auch geht. In der NFL würde ich ihn ad hoc mindestens im Mittelfeld verorten. Dafür waren seine Bilanzen zu gut.

#7 Rose Bowl – Ohio State schägt Utah. Das Spiel hat nicht den Eindruck gemacht, dass Ohio State nächstes Jahr ohne Chris Olave und Garrett Wilson sonderlich viel an Offense-Power verlieren wird. War also der wunderbar benamte Jaxon Smith-Njigba der wahre Trigger der Buckeyes-Offense?

Jan Weckwerth: Ich hatte das zu Beginn der Saison mal näher ausgeführt: Die Buckeyes hatten nicht mehr nur zwei NFL-Starter auf WR (Olave und Wilson), sondern drei, da Smith-Njigba im Slot mit seinen unglaublich nuancierten Routes und seinem unnachahmlichen Instinkt für Yards after Catch einfach nicht zu kontrollieren war. Die drei hättest du in eine beliebige NFL-Offense transferieren können und sie hätten schnell produziert. Diese Qualität ist schon verdammt beeindruckend.

Das Problem für den Rest der Big Ten: Nächste Saison wird es voraussichtlich nicht nur Smith-Njigba sein, auf den sich gegnerische Defenses konzentrieren können. HC Ryan Day hat seit Olave und Wilson auf die große Receiver-Rotation früherer Jahre verzichtet, was aber nicht heißt, dass da nicht enormes Talent in der Warteschlange schlummert. Insbesondere Marvin Harrison Jr. (der Sohn von dem Marvin Harrison) und Emeka Egbuka haben im Rose Bowl mehr als angedeutet, dass sie in der kommenden Saison prominente Rollen in der Buckeyes-Offense einnehmen werden.

#8 Fiesta Bowl – Oklahoma State vs Notre Dame. Was haben die Oklahoma State Cowboys gegen Notre Dame besser gemacht als im doch desaströsen Big-12-Endspiel gegen Baylor?

Jan Weckwerth: Wenn mans kurz machen will: Es gab mal wieder den guten Spencer Sanders zu sehen. Der extrem inkonstante Quarterback der Cowboys oszilliert oftmals zwischen spektakulärem Playmaker und GFL-Niveau. Beim Comeback in der zweiten Halbzeit bestach er durch ungewohnt präzises Kurzpassspiel auf Slants und Crosser seiner Receiver – ansonsten nicht unbedingt die primäre offensive Philosophie der Cowboys.

Fast hätte er seine starke Leistung übrigens durch einen ziemlich dämlichen Fumble kurz vor Schluss wieder mit dem Hintern eingerissen, doch konnte er sich dann auf seine Defense verlassen, die nach einer desaströsen ersten Hälfte im zweiten Durchgang quasi nichts mehr zuließ. Ein versöhnlicher Abschluss einer Saison, in der vielleicht noch ein wenig mehr drin gewesen wäre.

#9 By the way: Baylor. Putzt einfach mal Ole Miss im Sugar Bowl weg. Wenn wir das eine Übergangsjahr mit der damaligen Notlösung Jim Grobe rausrechnen, dann waren jetzt drei Head Coaches nacheinander mit den Bears extrem erfolgreich: Art Briles, Matt Rhule, Dave Aranda. Zwei haben einen Conference-Titel geholt, der dritte war zumindest in einem Endspiel. Ist das Programm Baylor schön langsam für nachhaltigen Erfolg aufgestellt?

Jan Weckwerth: Da bin ich aktuell noch ein wenig skeptisch, weil Baylor infrastrukturell und im Recruiting hinter den größeren Programmen der Big 12 schon noch ein Stück herhinkt. Ich glaube eher, dass die Bears gleich dreimal ein richtig gutes Näschen bei der Wahl ihrer Coaches bewiesen haben (bei Briles bezieht sich das explizit nur auf die Leistung auf dem Feld, bei Rhule nur auf die Leistung im College Football).

Mit Dave Aranda ist Baylor definitiv sehr gut aufgestellt, gerade wenn man sich vor Augen führt, dass das aktuelle Team nun wahrlich nicht mit Supertalenten gespickt ist. Solange er die Defense übersieht und OC Jeff Grimes mit Gameplans und Play Designs so viel aus dem vorhandenen offensiven Roster rausholt, werden die Bears weiterhin die Großen ärgern können.

Christian Schimmel: Ich habe da seit mehreren Jahren ein Auge drauf. Nicht nur wegen des damaligen Skandals. Da wird schon gute Arbeit gemacht und offensichtlich scheint man auch nach dem Abgang von Art Briles, der übrigens 2022 wieder in Italien coachen wird, eine ziemlich gute Hand bei Personalentscheidungen zu haben. Was das Bowl-Spiel betrifft: Die Verletzung von Matt Corral hat sicher eine Rolle beim Sieg gespielt, sollte Baylors Leistungen in den letzten Jahren allerdings auch nicht schmälern.

#10 Kommen wir zum Endspiel um die College-Football-Meisterschaft 2021/22: Alabama gegen Georgia. Wie vor fünf Jahren ein reines SEC-Endspiel. Damals haben wir einen Instant-Classic erlebt, aber irgendwie scheint das Finale dieses Jahr niemanden so richtig zu reizen. Wie geht es dir?

Jan Weckwerth: Meine Vorfreude hält sich ebenfalls eher in Grenzen, obwohl ich (genau wie du) das letzte Alabama vs. Georgia-Finale ziemlich abgefeiert habe. Vielleicht, weil es irgendwann mit der SEC-Dominanz auch mal reicht? Vielleicht, weil es dieses Mal – Im Gegensatz zu 2017/18 – bereits ein Aufeinandertreffen in der regulären Saison gab? Seinerzeit spielten ja Auburn und Georgia um die SEC Championship.

Wenn der Kickoff näher rückt, wird die Anspannung aber sicher ein wenig wachsen.

Christian Schimmel: Nicht wirklich. Mag auch damit zusammenhängen, dass ich dieses Jahr deutlich NFL fokussierter bin, auch aus Gründen, da ich mich diese Saison etwas intensiver mit ihr befassen darf und die dortigen Playoffrennen und die Finalspiele werden sehr spannend. Im College ist es ein Mix aus Entwertung der Bowls, den derzeitigen Ergebnissen im Recruiting und damit On Field Dominanz derselben Programme, die allgemein etwas die Freude genommen haben. Ich freue mich auf die Partie, ich glaube, dass es sehr spannend werden kann, aber die Lust ist allgemein etwas runter.

#11 Alabama hat im SEC-Finale die Monster-Defense von Georgia an die Wand gespielt. Irgendeine Chance, dass es diesmal besser wird, nur weil Bama einen seiner beiden Top-WR (John Metchie) vorgeben muss?

Jan Weckwerth: Sagen wir mal so: Betrachtet man die Personalsituation auf beiden Seiten, sieht es zumindest etwas günstiger für Georgia aus als im ersten Duell: Mit Metchie fehlt der so wichtige zweite Star-Receiver, so dass sich die Bulldogs-Secondary nun komplett auf Speedster Jameson Williams konzentrieren kann, der sie seinerzeit mit über 180 Yards in ihre Einzelteile zerlegt hatte.

Auch ansonsten hat Alabama ein paar Fragezeichen: Die komplette rechte Seite der O-Line (inklusive Center) ist angeschlagen, und voraussichtlich werden die beiden Starting-Cornerbacks fehlen. Daher bieten sich genug Möglichkeiten für gezielte Attacken auf beiden Seiten des Balles.

Was diese Ausfälle für schematische Konsequenzen haben könnten, habe ich in der Preview auf meinem Blog ausführlich diskutiert.

Christian Schimmel: Im Idealfall lernt man aus seinen Fehlern. Georgia hat fürwahr genügend Potential, um das zu tun. Ausgang offen.

#12 Welche sind die Matchups zu to watch in diesem Endspiel?

Jan Weckwerth: Da gibt es natürlich eine ganze Menge, die sich als spielentscheidend erweisen können. Ich nenne jetzt einfach mal beispielhaft zwei pro Unit (weitere findet ihr in der genannten Vorschau):

Tide WR Jameson Williams vs. Bulldogs CB Derion Kendrick

Ein echtes Draft-Duell! Kann Kendrick den Speed und die Explosivität von Williams (evtl. mit Safety-Hilfe) zumindest etwas einhegen?

Tide RG Emil Ekiyor & RT Chris Owens (bzw. ihre Backups) vs. Bulldogs DE/DT Travon Walker & OLB Nolan Smith (plus Blitzes von ILB Nakobe Dean)

Georgia wird mehr Pressure auf Young generieren müssen als im SEC Championship Game (als ihnen kein einziger Sack gelang). Die angeschlagene rechte Seite der Line sollte mit den besten Passrushern und dem exzellenten Blitzer Dean attackiert werden.

Bulldogs RT Warren McClendon vs. Tide OLB Will Anderson

Der bedauernswerte McClendon bekommt es nacheinander mit den beiden besten Passrushern im College Football zu tun: erst Aidan Hutchinson, nun Will Anderson (der ebenfalls meistens von der rechten Seite kommt). Viel schwerer wirds auch in der NFL nicht.

Bulldogs TE Brock Bowers vs. Tide STAR Brian Branch

Wen stellt Saban auf die true Freshman-Sensation Bowers ab, der schon jetzt einer der spektakulärsten TEs des Landes ist und letztlich wie ein Receiver verteidigt werden muss? Nickel-DB Branch, S DeMarcco Hellams – oder „opfert“ er seinen besten Passverteidiger S Jordan Battle, der mit seinen Ballskills als tiefer Safety eigentlich wohl wertvoller wäre (siehe den letztlich entscheidenden Pick-Six gegen Georgia im SEC Championship Game)?

#13 Wenn Kirby Smart tatsächlich mit einem Quarterback Stetson Bennett die Meisterschaft gegen seinen Lehrmeister Saban gewinnt, dann gehe ich nach Canossa. Aber wenn nicht: Was gibt es dann noch Wichtigeres zu tun für Smart als im Anschluss an diese Saison endlich Priorität 1, 2 und 3 in die Implementierung einer wirklich hochklassigen Passing-Offense zu stecken?

Jan Weckwerth: Wie hier schonmal ausgeführt, ich halte das Narrativ von Georgia als konservativer Run Offense für etwas verkürzt. Smart hat sich einen modernen OC mit Todd Monken geholt, rekrutiert reihenweise Top-Talent auf den Skill Player-Positionen – und QB JT Daniels galt kürzlich als potenzieller Star und spannender Draft-Prospect. Das Passspiel der Bulldogs ist deutlich effektiver als noch vor ein paar Jahren (gerade bei early downs). Das ist nicht mehr dieselbe Offense wie zu Zeiten von Jake Fromm.

Allerdings bleibt mir die Entscheidung pro Stetson Bennett weiterhin ziemlich unverständlich. Vielleicht schafft es Smart ja wirklich, Ex-Sooners Top-Quarterback Caleb Williams nach Athens zu lotsen. Dann gibt es nächste Saison aber mal so gar keine Ausreden mehr.

Christian Schimmel: Thomas, ich werde jedenfalls versuchen meine Kontakte spielen zu lassen, dass Smart endlich deine Telefonnummer bekommt. Im Übrigen hat er ja schon schritte in diese Richtung gemacht, nur nicht in letzter Konsequenz. Aber vielleicht ist er ja auch einfach auf dem richtigen Weg.

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Thomas Psaier
Football-Blogger seit 2010. Allesfresser in NFL und College Football.
Jan Weckwerth
College Football- und Draft-Veteran. Podcaster. Sportromantiker. Running game still matters.
Christian Schimmel
365 Tage Football im Jahr sind möglich , GFL Kommentator, Tape-Nerd und Podcaster zu Draft, College und NFL.

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