1 Spieltag – 3 Autoren – 5 Fragen – Divisional Round

Das Wild Card Weekend ist Geschichte, aber die Saison nimmt jetzt immer mehr an Fahrt auf. Die Divisionial Round steht vor der Tür und hat einige Kracher parat...

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Bis auf die Dallas Cowboys konnten sich alle “Favoriten” durchsetzen und die Cowboys sind auch noch auf dramatische Art und Weise gescheitert. Ansonsten war es ein recht “langweiliges” Wild Card Weekend. In den wenigsten Spielen kam wirklich Spannung auf und viele Spiele waren früh entschieden. Es gab in keiner Partie in der zweiten Halbzeit noch einen Führungswechsel, das sagt schon viel aus.

Heute schauen wir sowohl auf das bevorstehende Playoff Wochenende, als auch auf die Offseason einger ausgeschiedener Teams, wie der Patriots und Raiders. Mit dabei sind heute Rico Harting(@DolfDriveRico), Simon Bramberger (@AllesRodgers) und Jonathan Groeneveld(@JonaGroe89).

Warum waren die Patriots ein Totalausfall gegen die Bills und was bedeutet das für die nächste Saison?

Rico Harting: An dieser Stelle könnte ich herrlich über die Patriots herziehen und die Frage genau in dem Tenor beantworten, aber ich möchte an der Stelle einfach mal die brutale Effizienz der Bills loben. Was die Offense und Defense an den Tag gelegt haben war ein Meisterwerk. Durch die Niederlage, bei der Mac Jones nicht viel gefragt war hatten die Bills das Nachsehen, weil sie den Ball nicht bewegen konnten. Man hatte sich nicht an das Wetter angepasst. Das war beim zweiten Spiel nicht nötig, welches man von vorne bestreiten konnte.

Jetzt war man schnell in Führung gegangen und hatte somit alle Asse in der Hand. Mac Jones musste die Bills schlagen und nicht das Spiel verwalten und mit vereinzelten Big Plays dem Spiel eventuell noch eine Wendung geben. Dazu die geniale Interception von Micah Hyde hat den Patriots früh den Zahn gezogen. Was dann folgte war eine Machtdemonstration und das beste Gesicht, was wir je von dieser Bills Offense gesehen haben. Zudem hat Mac Jones auch seine aktuellen Grenzen aufgezeigt bekommen.

Aus dem einzelnen Spiel würde ich persönlich nicht sehr viel mitnehmen. Das wäre eine Overreaction. Für die Patriots geht es nun darum ihre Team punktuell (besonders auf WR) zu verstärken. Das kann Mac Jones in seiner Entwicklung helfen. Diese Entwicklung muss in Jahr zwei weitergehen, denn ansonsten hatte der Rookie eine solide bis zum Teil sehr gute erste Saison, aber mehr auch nicht. Zudem wird abzuwarten sein, ob der OC Josh McDaniels nicht wieder einen Shot auf einen Head Coaching Posten bekommt. Dies würde der Offense nicht gut tun.

Jonathan Groeneveld: Erst sind die Patriots das beste Team in der AFC und dann nur noch Trash? Beides sind und waren Overreactions. Die Patriots haben ein gutes Team und in Mac Jones einen Quarterback, der sich besser entwickelt hat, als erwartet. Trotzdem hat er in seinem Spiel einfach klare Grenzen und das war auch vorher klar.

Die Patriots Offense hat einen klaren Plan, der auf das Rungame fusst. Das wird logischerweise schwierig, wenn das Team schnell im Rückstand liegt. Genau das war gegen die Bills der Fall, da die Defense einen sehr schlechten Tag erwischt hat. Dazu hatte Mac Jones gegen Ende der Saison mehr Probleme, was als Rookie aber vollkommen normal ist. Je mehr Tape vorhanden ist, desto besser kann sich ein Team auf den Gegner einstellen.

In der Offseason erwarte ich wieder einige Investitionen der Patriots. Ich gehe davon aus, dass die Patriots sehr aggressiv auftreten werden, so lange Mac Jones noch im Rookie Vertrag ist. Genau das ist der richtige Weg. Mac Jones wird vermutlich nie ein Top 5 Quarterback zu werden, aber wenn er stabil um Position 15 ist, dann gibt es durchaus Möglichkeiten. Das funktioniert aber nur, wenn das drumherum passt und das traue ich den Patriots zu.

In der Offseason sollte grade Hilfe für Jones im Mittelpunkt stehen, wie beispielsweise auf Wide Receiver. Dann sehe ich die Patriots nächstes Jahr auch wieder in den Playoffs, wenn Jones sich wieder stabilisiert und seinen Floor dauerhaft aufs Feld bringt.

Simon Bramberger: Ich stimme meinen beiden Vorschreibern zu, diesen (vor allem defensiven) Totalausfall nicht zu überbewerten. Wie schon das vorherige, im Schnee stattfindende Treffen der beiden Mannschaften, war dies nur eine Momentaufnahme. Auch wenn Bill vor der Saison sehr viele Ressourcen in den Kader gesteckt hat, hat die Mannschaft in der Breite trotzdem noch einige Lücken. Wide Receiver ist ein Thema, Defensive Line zumindest in der Breite und in der Secondary ist man auch nicht top aufgestellt. Die Patriots waren für die wenigen Wochen, als sie Top Seed in der AFC waren, nicht das beste Team der Conference, und sind genauso jetzt auch nicht das schlechteste Team der Playoffs.

Man muss im Kontext zu den Patriots aber auch über die Bills reden. Josh Allen ist für mich ein Quarterback mit sehr hohem Ceiling und sehr niedrigem Floor. Sprich seine beste Leistung hat für mich Hall of Fame Qualität, an seinen schlechtesten Tagen frage ich mich aber ob er in die NFL gehört. In den ersten beiden Jahren überwogen die schlechten Tage, seit letztem Jahr hat der Trainerstab Allens Gesamtniveau aber deutlich gesteigert. Die guten Tage kommen bei ihm immer konstanter, dennoch hat er immer noch schlechte Tage. In den Playoffs kommt mir sofort das Texans Spiel in der 2019/2020 Saison in den Kopf. Als Allen nach einem Scramble den Ball im Fallen nach hinten geworfen hat, konnte nur ein mitdenkender Dawson Knox die Situation noch retten. Dieses Jahr war so ein Spiel etwa die 9:6 Jaguars Niederlage, wo Allen für 264 Yards und 0 Touchdowns zu 2 Interceptions geworfen hat.

Aber der Quarterback der Bills hat auch eben auch solche Tage wie letzten Samstag, und dann sind die Patriots und vor allem Belichicks Defense die Leidtragenden. Die Frage war aber nicht auf die Bills bezogen, also was bedeutet das für die Patriots Offseason? Priorität Nummer 1 für den Trainerstab, ist es Mac Jones zu entwickeln und den berühmt berüchtigten Sophomore Slump zu vermeiden. Da bin ich bei Belichick und McDaniels aber äußerst guter Dinge. Für Belichick den General Manager, heißt es besser zu draften, als die letzten Jahre. Dass man viel Geld in der Free Agency ausgeben musste, ist letztendlich auch ein Zeichen für die vergangenen, weniger guten Draft Klassen in New England. Aber insgesamt schaut die Zukunft sehr positiv aus. Stand Jetzt hat man seinen Franchise Quarterback gefunden und hat jetzt vier Jahre lang Zeit einen guten Kader um ihn herum zu bauen.

Mayock ist bei den Raiders Geschichte. Wie geht es bei den Raiders weiter?

Rico Harting: Die Raiders stehen vor einem großen Umbruch und müssen erstmal in ruhige Fahrwasser gelangen. Selten war eine Saison so aufwühlend und das wegen Dingen neben dem Platz. Ich hoffe, dass hier ein Regime installiert wird, welches die Franchise neu ausrichten kann und darf.

Mayock war für mich von Beginn an eine sehr interessante Personalien. Aber er hat bei den Raiders leider Spieler in der ersten Runde gepickt, die den Wert nicht in dem Maße widergespiegelt haben. Mayock hatte als Experte in den ersten Runden immer ein oder zwei Picks, die andere deutlich tiefer hatten. Meiner Meinung nach hat er eben solche Spieler (Ferrell an 4. Stelle 2018, Ruggs über Jeudy und Lamb 2020 und Leatherwood in Runde 1 2021) gepickt. In den hinteren Runden (Renfrow, Moreau, Crosby) hatte er aber dafür durchaus Erfolg.

Insgesamt sind ihm aber einige Entscheidungen nun auf die Füße gefallen und es war Zeit für eine komplette Neubesetzung. Für mich sehr verständlich nach den Dramen um Gruden, Ruggs und Arnette.

Jonathan Groeneveld: Erst einmal Respekt an die Raiders für diese Saison. Nach den ganzen Unruhen in die Playoffs zu kommen ist aller Ehren wert.

Bei Mayock bin ich zwiegespalten, da ich nicht weiß, wie hoch der Einfluss von Gruden war. Wenn Mayock hinter den Entscheidungen, grade im Draft, steht, dann ist eine Trennung aber absolut richtig. Das war teilweise wirklich eine Katastrophe in den ersten Runden. Die Raiders haben die letzten Jahre im Draft für einige “What The Fuck” Momente gesorgt.

Die Raiders müssen mit einem neuen General Manager und dem neuen Headcoach dann evaluieren, wo sie den Kader sehen. Derek Carr ist nächstes Jahr recht günstig unter Vertrag(20 Millionen), was ihn super gut tradebar macht für Teams, die einen Veteran suchen(Steelers, Broncos etc.). Gleichzeitig haben die Raiders eigentlich ein gutes Gerüst um Waller, Crosby und Renfrow. Insofern wird es hier eher keinen radikalen Rebuild geben, sondern wenn dann einen Soft Rebuild.

Ich hab in meiner Quarterbackserie ja auf die Situationen der einzelnen Teams geschaut und die Frage, die ich mir stelle ist: Finden die Raiders ein Upgrade zu Carr? Ich weiß aktuell nicht, woher dies kommen soll. Einzige Möglichkeit sehe ich eigentlich in Wilson, der ja gerüchteweise mal Interesse an den Raiders hatte. Ansonsten würde ich mit Carr weitergehen, aber im Draft die Augen offen halten und schauen, ob es dort einen Kandidaten gibt. Dieser könnte dann ein Jahr hinter Carr lernen und die Verantwortlichen können dann die Situation neu bewerten.

Simon Bramberger: Was sich ändern muss: Scouting. Bezogen auf das Personal und bezogen auf Spieler. Und da der Team Eigentümer Mark Davis in beidem seine Finger mit drin hat, sehe ich nicht dass sich so schnell etwas bessert. Die Raiders haben nicht um sonst einen gewissen Ruf in der NFL Welt.

Zuerst möchte ich kurz ausführen, was ich denke dass sich ändern sollte. General Manager und Head Coach müssen Hand in Hand arbeiten. Strukturen und klare Abgrenzungen müssen existieren, die vorgeben wer für was zuständig ist. Dabei sollten beide, meiner Meinung nach, nicht zu viel Macht in den Entscheidungsgebieten des jeweils anderen haben. Dass so etwas ansonsten schnell nach hinten los gehen kann, sah man am Beispiel Gruden. Beim Einstellungsprozess für beide Posten sollte man sich am besten Zeit lassen, und den engeren Favoritenkreis auch gerne gemeinsam interviewen, um die Beziehung von Kandidaten zueinander abzutesten.

Außerdem muss sich der “Raiders Way” ändern. Keine Wide Receiver draften, nur weil sie schnell sind. Keine Zweit- und Drittrundenpicks am ersten Tag draften, nur weil man seinen eigenen Kopf hat. Und bitte das Thema “Need before Talent” anders gewichten. Die Raiders draften sehr oft weniger gute Spieler, für Positionsgruppen wo sie Löcher haben (Alex Leatherwood als RG anstatt RT). In der Free Agency allerdings wird Geld für Talent ausgegeben, wo keine Löcher bestehen (Kenyan Drake).

Was die Raiders allerdings machen werden, wird mit ziemlicher Sicherheit im Kontrast zu meiner Vorgehensweise stehen. Man wird, sowohl für General Manager als auch Headcoach, einen eher ungewöhnlichen Kandidaten einstellen. Einfach weil Mark Davis das so will. Im Englischen fällt da oft der Begriff “splashy hire”. Man redet über die neuen Positionen tagelang in den Medien, denkt man hat die Konkurrenz “outsmarted”, aber im Endeffekt hat man sich selber wieder ein Ei gelegt. Egal ob in Los Angeles, Oakland oder in Las Vegas, die Davis Raiders bleiben die Davis Raiders.

Die Buffallo Bills bei die Kansas City Chiefs scheint der Kracher an diesem Wochenende zu sein. Wird das Duell die Erwartungen erfüllen und welche Schlüsselduelle wird es geben?

Rico Harting: Ich hoffe, dass es die Erwartungen erfüllen wird! Die Schlüsselduelle werden sein, ob es die Defense Coordinators einen Weg finden die Offense des jeweils anderen Teams in Grenzen halten kann. Eine Monsteraufgabe, wenn wir auf die ersten Playoffspiele der beiden Teams schauen.

Was bei den Chiefs über die Saison aufgefallen ist, dass sie inzwischen auch im Kurpassspiel effektiv sein können. Gegen Ende der Saison kamen die tiefen Elemente mit erhöhter Erfolgsrate zurück, sodass wir aktuell vermutlich eine Offense haben, die nahe an ihrem Optimum spielt. Das war in Woche 5 der regulären Saison noch nicht der Fall. Dort gewannen die Bills mit 38-20 deutlich gegen die Chiefs. Dies lag unter anderem an dem noch nicht so stabilen offensiven Spiel der Chiefs und dem unglücklichen Pick Six von Hyde gegen Mahomes.

Auf der anderen Seite des Balls begann sich nach der Niederlage die Defense der Chiefs langsam zu stabilisieren. Nach dem Auftritt der Bills gegen eine Belichick Defense traue ich es Daboll und Allen aber zu auch gegen die Chiefs ähnlich dominant zu spielen. Ich hoffe hier auf ein geniales Spiel beider Quarterbacks und mit einem wirklichen High Scoring Game.

Jonathan Groeneveld: Die Erwartungen an dieses Spiel sind riesig und ich hoffe diese werden auch erfüllt. Das kann ein sehr, sehr gutes Spiel werden, da zwei potentielle Top 5 Offenses aufeinander treffen.

Ich mache mir ehrlich gesagt immer noch einige Sorgen um die Chiefs Offense. Diese war gegen die Steelers zu Beginn des Spiels nicht wirklich auf dem Platz und der Start in das Spiel war unglaublich schwerfällig. Gegen ein Team, wie die Bills könnte das bereits zu einem hohen Rückstand führen. Dann fehlt der Chiefs Offense wieder die Leichtigkeit, die sie einfach braucht. Grade Mahomes muss entspannt bleiben und darf nicht anfangen Plays zu erzwingen.

Sollten beide Teams ihre Offense auf das Feld bringen können, dann wird es von Kleinigkeiten abhängen. Welche Defense schafft es einen tipped Ball zu einer Interception zu fangen? Welche Defense bekommt die Hand an den Arm des Quarterbacks und erzwingt so die Interception? Welche Offense schafft in 4th Downs ein neues 1st Down?

Ich freue mich auf dieses Duell, aber versuche meine Erwartungen zu drücken. Es würde mich nämlich nicht wundern, wenn das Spiel doch zäher wird, als im ersten Moment zu erwarten ist. Die Bills werden nicht wieder so leichtes Spiel haben und die Offense der Chiefs kann zwar explodieren, aber wenn sie das nicht tut, dann wird es schwierig.

Simon Bramberger: Das Spiel verspricht zumindest Football auf hohem Niveau. Sowohl auf den Koordinatoren Posten, als auch in den jeweiligen Kadern ist massig Talent vorhanden. Das witzige an den beiden Teams für mich ist, dass sie fast deckungsgleich sind. Sehr guter Quarterback, Tight End als Schlüsselspieler, “undersized” Wider Receiver Nummer 1, Laufspiel wird eher stiefmütterlich behandelt, und beide habe eine Defense mit einer sehr breiten Leistungsspanne.

Wo müssen in dem Spiel meiner Meinung nach die Bills ansetzen? Offensiv hoffe ich weiterhin auf Einbindung von Singletary in die Offensive. In den ersten beiden Dritteln der regulären Saison wurde der Running Back noch weniger häufig eingesetzt, in den letzten Spielen war er aber die klare Nummer 1. Mehr als 4,6 Yards pro Lauf in den letzten drei Spielen zeigt das besser funktionierende Laufspiel. Und wenn in den Playoffs etwas gut funktioniert, dann sind das Konzepte, die gegen die eigene Tendenz aus der regulären Saison gehen. Außerdem müssen die Bills gute Spielsituationen für Dawson Knox kreieren. Eher auf 1 gegen 1 Duelle gegen Rookie Linebacker Nick Bolton setzen, als gegen Tyrann Mathieu in Coverage. Defensiv wird das für die Bills relativ monoton: Two High All Day. Soll heißen, ich habe meine beiden Safeties und Team Leader Micah Hyde und Jordan Poyer immer tief stehen, um sowohl Kelce, als auch Hill in gewissen Situationen doppeln zu können.

Für die Chiefs heißt es, die Lehren aus dem Saisonanfang auch weiter zu beachten. Deckt die Defensive die tiefen Routen, nehme ich alles was der Gegner mir gibt. Kleinvieh macht auch Mist. In der Redzone wurde Andy Reids Offense gegen die Steelers teilweise wieder sehr trickreich. Aber dieses mal sollte man dies bitte nur mit Spielern machen, die auch die ganze Woche voll trainiert haben. Gegen Pittsburgh sah das teilweise sehr unabgestimmt aus. Defensiv würde ich versuchen das Laufspiel wegzunehmen und hoffen, dass Josh Allen einen schlechten Tag hat. Viel Rotation nach dem Snap und erstmal mit einer vollen Box starten. Außerdem in Passsituationen den Druck über die beiden Starting Rookie Offensive Linemen mit vielen Stunts und Blitzes bringen.

Die Bengals besiegen die Raiders und spielen jetzt bei den Titans. Was können wir von diesem Duell erwarten?

Rico Harting: Nach 31 Jahren haben die Bengals ein Playoffspiel gewonnen. Grandios und sehr verdient! Jetzt kommt der Nr. 1 Seed bzw. darf das Team um Joe Burrow bei den Titans antreten. Das ist sicherlich keine einfache Aufgabe. Nach dem Auftritt der Chiefs am Wochenende aber die vermeintlich leichtere Begegnung.

Was können wir erwarten? Die Titans werden Derrick Henry zurückbekommen. Der Running Back der Titans war seit Oktober verletzt und konnte sich nun in den letzten zwei Wochen auf das Duell vorbereiten. Wir werden in jedem Fall eine explosivere Runoffense der Titans sehen. Hier muss das Team aus Cincinnati aufpassen nicht unter die Räder zu geraten. Sollte man hier agieren wie gegen die Raiders kann das definitiv gelingen. Gleichzeitig muss man aufpassen nicht durch die Luft von Ryan Tannehill und A.J. Brown geschlagen werden. Das Team dürfte wieder komplett auf dem Platz stehen und der Bengals Verteidigung einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Von der Offense der Bengals müssen wir ein ähnlich furioses Spiel bekommen wie gegen die Raiders. Die Passverteidigung der Titans ist nicht so anfällig wie die der Raiders. Besonders das vielleicht beste Saftey-Duo mit Byard und Hooker wird nicht so viel Tiefe zulassen. Hier wird es meiner Meinung darauf ankommen, ob die Offense um Burrow eine Ausgeglichenheit zwischen tiefen Bällen und Bällen in die Mid- und Short-Range etablieren kann, um die Titans Defense immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen. Das kann nur gelingen, wenn man das Spiel von vorne gestalten kann.

Ich denke, dass dieses Spiel ähnlich eng laufen wird, wie gegen die Raiders und wir vielleicht sogar ein Game-Winning Field Goal sehen werden.

Jonathan Groeneveld: Die Bengals haben das Spiel gegen die Raiders hochverdient gewonnen. Trotzdem haben mir die Bengals nicht gefallen. Warum? Ich habe schon Sonntag auf Twitter geschrieben, dass die Bengals mir nicht konsequent genug waren. So ein Spiel müssen die Bengals, grade in den Playoffs, viel früher zu machen. Das es am Ende nochmal so spannend wurde, ist absolut selbstverschuldet.

Jetzt geht es gegen die Titans, die für mich unfassbar schwer zu fassen sind. Ich finde es immer noch faszinierend, wie ein #1 Seed bei mir so sehr unter dem Radar unterwegs ist. Nun bekommen die Titans Henry zurück. Natürlich sollte man erstmal abwarten in welcher Verfassung er wirklich ist. Ich denke aber nicht, dass er halbverletzt spielen würde. Da die Titans in seiner Abwesenheit ihr Spiel auch nicht großartig geändert haben, gehe ich von einer schnellen Integration aus. Ich denke die Offense der Titans wird wieder deutlich runder werden. Für die Bengals Defense wird viel davon abhängen, ob Hendrickson rechtzeitig fit wird.

Zur Bengals Offense hatte ich ja schon was geschrieben. Irgendwie fehlt mir immer noch der übergreifende Plan. Natürlich sieht das alles teils sehr explosiv aus und Chase ist einfach ein wandelndes Missmatch. Es fehlt mir aber einfach der Floor und ich traue den Bengals irgendwie zu jeder Zeit auch wieder ein Spiel zu, wo die Offense eben nicht die Explosivität abrufen kann. Insofern könnte gegen die Titans mit zwei starken Safety hier durchaus Probleme bereiten, wie Rico schon geschrieben hat.

Ich glaube hier an einen Sieg der Titans. Ich traue der Offense der Bengals einfach noch nicht und glaube die Defense der Titans kann hier unangenehm werden.

Simon Bramberger: Die Bengals werden mit der Physis in der Titans Offense alle Hände voll zu tun haben. Derrick Henrys, A.J. Browns und Julio Jones´ insgesamt 310kg verteilt auf 5.76m, wollen erstmal gestoppt werden. Vor allem gegen physisch starke Teams mit gutem Laufspiel (Browns und 49ers) sah man während der regulären Saison nicht gut aus. Außerdem kommen die Titans erholt aus ihrer Bye Week.

Die Bengals sind für mich ganz klarer Außenseiter, zudem das erste Playoff Spiel eher von den Raiders verloren wurde, als von den Bengals gewonnen. Zu viele dumme Strafen, ein sehr vorsichtiger offensiver Gameplan der Raiders und nicht genug Durchsetzungsvermögen der Bengals Red Zone Offense, haben das Spiel unnötig spannend gemacht.

Cincinnati muss vor allem den Ballbesitz aktiv steuern. Für die Defensive sind Drives gegen Derrick Henry und die gesamte Tennessee Offense schon anstrengend genug. Wenn Burrow und Chase dann noch innerhalb von zwei oder drei Spielzügen mit einem langen Touchdown Pass vom Feld gehen, wird es für die Defense noch schwieriger. Außerdem muss man in den Special Teams perfekt sein. Dumme Turnover bei Punts oder Kick Offs kann man sich ganz bestimmt nicht leisten.

Können die San Franciso 49ers bei den Packers überraschen und in das Conference Championship Game einziehen?

Rico Harting: In einem Spiel ist alles möglich. Nach den 5€ ins Phrasenschwein würde ich die Antwort mit “Ja” beantworten. Da ist aber ein Haken. Die 49ers müssen sich schon enorm steigern und brauchen ein perfektes Spiel von Garoppolo. Dazu muss die Defense der 49ers Wege finden den vermeintlichen MVP Aaron Rodgers zu stoppen. Das sind schon zwei Variablen, die mit geringerer Wahrscheinlichkeit eintreten werden.

Wenn wir den Blick zurück auf Woche 3 der regulären Saison werfen haben wir ein Szenario erlebt, wo die 49ers nur knapp mit 28-30 verloren. Das Spiel wurde mit einem Game-Winning Field Goal von Mason Crosby beendet. Viel knapper kannst du nicht verlieren. Zu der Zeit waren die Packers jedoch auch noch nicht in der Form, wie sie in der Mitte der Saison waren, bis sie am letzten Spieltag gegen die Lions verloren haben.

Zusammengefasst kommt es darauf an, ob die Defense der 49ers die Packers um Aaron Rodgers stoppen kann. Daran glaube ich noch nicht. Was den 49ers Fans Hoffnung machen kann ist, dass Rodgers 0-3 steht in Playoffspielen gegen das Team aus San Francisco.

Jonathan Groeneveld: Würde es mich überraschen, wenn die 49ers gewinnen? Nein. Glaube ich daran? Nein.

Die Packers sind für mich zu stabil um gegen die 49ers zu stolpern. Die 49ers sind immer ein unangenehmer Gegner, da die Offense einfach anders ist. Das mussten die Cowboys ja grade erst spüren, aber bei den Cowboys war auch viel selbstverschuldet. Warum ich im Endeffekt nicht an die 49ers glaube ist Garoppolo. Er bräuchte wirklich einen Sahnetag und darf keinerlei Fehler machen, damit die Offense mit den Packers mithalten kann. Dafür sehe ich aber die Defense der Packers zu stark, grade wenn Jaire Alexander zurückkommen sollte.

Des Weiteren sind Adams und Rodgers generell schon ein Missmatch. Gegen die Secondary der 49ers erst recht. Hier sehe ich nur die Möglichkeit das Duell an der Line deutlich für sich zu gewinnen, damit die 49ers die Offense der Packers stoppen können. Sonst wird es verdammt schwer.

Im Endeffekt muss ich sagen, dass ich überrascht bin. Bevor ich mir intensiver Gedanken gemacht habe, habe ich den 49ers mehr zugetraut. Wenn ich mir die Details anschaue, dann sehe ich die Packers doch recht deutlich vorne. Schocken würde mich ein Sieg der 49ers aber trotzdem nicht. Dazu muss aber wirklich alles perfekt zusammen passen.

Simon Bramberger: Hier sieht man mal wieder, wie wertvoll die Erstrundenpause ist. Bei den Buccanneers haben sich die Offensive Linemen Ryan Jensen und Tristan Wirfs verletzte, bei den 49ers sind Nick Bosa, Jimmy G und Fred Warner angeschlagen. Bei den Packers sind Jaire Alexander, David Bakthiari, Zadarius Smith, Josh Myers und Whitney Mercilus nicht mehr auf der Injured Reserve Liste. Unter sich sind das 4,5 Starter und 3 letztjährige All-Pro Spieler.

Trotzdem sehe ich, gerade was auch die Historie betrifft, Chancen auf ein 49ers Weiterkommen. Ich persönlich halte viel von Kyle Shanahan, und seiner Fähigkeit seine Offense anzupassen. Joe Barrys Defense gefällt mir, trotz anfänglicher Schwierigkeiten und vielen Neulingen, sehr gut. Free Agents wie DeVondre Campbell und Rasul Douglas spielen auf All-Pro Niveau und Rookie Cornerback Eric Stokes hat sich gut in die Secondary eingefügt. Zusammen mit Darnell Savage und Adrian Amos wird es für Debbo Samuel und Co. schwierig werden. Letztgenannter wird aber auch wieder einige Bälle im Laufspiel bekommen, denke ich.

Das Wetter ist auch noch ein Thema über das wir reden müssen. Jimmy Garoppolo hat sich in Woche 16 das Seitenband im Daumen gerissen und nun auch noch eine verstauchte Schulter. Beide Verletzungen an seinem Wurfarm. In Green Bay hat es voraussichtlich am warmen Teil des Tages knapp unter 0°C, während des Spiels kann sich die Temperatur dank des Windes aber wie -25°C anfühlen. Dies macht den Ball umso härter, was das Werfen zusätzlich erschwert.

Es wird für die 49ers zugegebenermaßen sehr schwierig, einen MVP-Kaliber Rodgers, Adams und eine gesünder werdende Defense in Green Bay Mitte Januar zu schlagen. Aber es wäre nicht die erste schmerzliche Niederlage für die Packers gegen das Team aus Kalifornien.

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