Franchise Quarterback oder Baustelle? Ein Überblick – NFC East

Auch im neuen Jahr geht es weiter mit dem Blick in die NFC East.

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Heute ist die NFC East dran, welche sehr unterschiedliche Geschichten zu erzählen hat. Es könnte durchaus passieren, dass im nächsten Jahr drei neue Starting Quarterbacks spielen. Insofern ist hier einiges im Umbruch, aber ob der wirklich immer sinnvoll ist?

Quarterback 1: Dak Prescott

Quarterback 2: Cooper Rush

Quarterback 3: Will Grier

Aktuelle Situation

Zu Beginn direkt die klarste Situation in der NFC East. Dak Prescott hat endlich seinen langfristigen Vertrag bei den Cowboys bekommen und ist damit was das Gehalt angeht aktuell auf Platz 3 aller Quarterbacks hinter Mahomes und Allen. Das hat er sich mit seinen Leistungen in den letzten Jahren auch redlich verdient. Dak Prescott ist in jedem Fall ein Top-10 Quarterback in der NFL, der durchaus zeigt, dass er auch in die Top-5 vorpreschen kann.

Zu Beginn der Saison hat er eine sehr potente Offense der Cowboys angeführt und sein Potential komplett abgerufen. Im Laufe der Spielzeit wurde es schwächer und teils haben sich unerklärliche Fehler eingeschlichen, wie etwa in Week 14 gegen das Washington Football Team. Für mich ist das aber kein Grund zur Sorge, da ich Prescott auch weiterhin für einen guten Quarterback halte. Solche Phasen hat jeder Mal und grade in dieser verrückten NFL Saison ist einfach alles möglich. Beim zweiten Spiel gegen das Washington Football Team sah es schon wieder deutlich verbessert aus.

Prognose

Prescott ist der Franchise Quarterback der Dallas Cowboys. Daran gibt es keinen Zweifel. Ich traue ihm definitiv zu, dass er dieses Team in einen Super Bowl führen kann. Dafür müssen aber natürlich auch andere Umstände passen, aber das Potential hat er definitiv. Ich sehe daher optmistisch in die Zukunft der Cowboys mit Prescott und kann mir durchaus vorstellen, dass sie bereits in diesem Jahr ein Wort um den Titel mitreden können.

Quarterback 1: Daniel Jones

Quarterback 2: Mike Glennon

Quarterback 3: Jake Fromm

Aktuelle Situation

Daniel Jones ist jetzt in seinem dritten Jahr und so wirklich schlauer sind die New York Giants bisher nicht. Ist Daniel Jones der Quarterback der Zukunft oder sollten sich die Giants nach Alternativen umsehen?

Zu Beginn der Saison wäre meine Antwort gewesen, dass Jones endlich zeigt, dass er die Lösung sein kann. Leider ist davon mittlerweile nicht mehr viel zu sehen. Aktuell ist Jones ja sowieso verletzt und wird in dieser Saison auch nicht mehr spielen. Also gibt es leider keine Möglichkeit ihn weiter zu evaluieren.

Was man Jones natürlich anrechnen muss, dass sind die Umstände bei den Giants. Seit dem er im Team ist, hat das Team mehr als genug Lücken. Offensive Line, Wide Receiver, Defense. Nur um ein paar zu nennen, die immer wieder aufgetreten sind. Dazu kamen noch Verletzungen von Schlüsselspielern wie Saquon Barkley oder Kenny Golladay. Aber reicht das Gezeigte am Ende aus um Jones noch eine Chance zu geben?

Prognose

Es fehlen die Alternativen, weshalb ich davon ausgehe, dass Jones auch nächstes Jahr der Starter bei den Giants sein wird. Im Draft haben die Giants zwar zwei Picks, aber der Kader hat so viele Baustellen, dass sie diese anders investieren sollten.

Sollte sich in der Offseason eine Möglichkeit ergeben, wie ein Trade für Russell Wilson, dann gehe ich aber davon aus, dass die Verantwortlichen Jones fallen lassen. Dafür hat er zu wenig gezeigt. Da die Alternativen aber rar sind und Jones zu Saisonbeginn zumindest Ansätze gezeigt hat, wird er wohl eine weitere Saison bekommen. Mittlerweile mehren sich auch die Gerüchte, dass Daniel Jones wohl nächste Saison der Starter sein soll.

Quarterback 1: Jalen Hurts

Quarterback 2: Gardner Minshew

Quarterback 3: Reid Sinnett

Aktuelle Situation

Die Eagles sind mitten im Playoffrennen! Das war vor der Saison so nicht vorherzusehen und hat auch mit Hurts zu tun. Zu Saisonbeginn hatten Nick Sirianni und er Probleme zueinander zu finden. Das hat sich im Laufe der Saison aber hervorragend eingespielt und Hurts wird gemäß seiner Stärken eingesetzt. Er darf als Runner Gefahr ausstrahlen und bekommt mittlerweile auch designte QB-Runs. Gegen die Saints in Woche 11 hatte er beispielsweise 3 Touchdown Runs.

Problematisch ist noch das Passing Game. Ein Extrembeispiel war das Spiel gegen die Giants in Week 12, wo er nur eine Completion Percentage von 45.16% hatte. Dazu kamen seine 3 Interceptions. Nur in 5 von 14 Spielen in dieser Saison standen mehr als 200 Passing Yards in den Statistiken. Er hat hier aber immer mal wieder positive Ausreißer nach oben.

Mit Gardner Minshew haben die Eagles wohl den besten Back Up Quarterback der Liga. Auf ihn ist Verlass, wenn es drauf ankommt. Das hat er im Spiel gegen die Jets eindrucksvoll bewiesen.

Prognose

Jalen Hurts ist in seinem zweiten Jahr und quasi noch ein Rookie. Er durfte in der letzten Saison erst gegen Ende starten und hat daher Zeit verdient. Hurts zeigt gute Ansätze auf denen aufgebaut werden kann. Er muss sich als Passer defintiv noch stabilisieren, aber für so etwas braucht es Zeit und Arbeit in der Offseason. Die Eagles werden zwei Erstrundenpicks haben, allerdings sollten sie diese weiter in andere Positionen investieren. Hurts hat genug gezeigt, damit er in der nächsten Saison eine weitere Chane verdient hat. Und im Notfall ist auch immer noch Gardner Minshew im Kader.

Quarterback 1: Taylor Heinicke

Quarterback 2: Kyle Allen

Quarterback 3: Garrett Gilbert

Quarterback 4: Kyle Shurmur

Injured Reserve: Ryan Fitzpatrick

Aktuelle Situation

Ryan Fitzpatrick sollte diese Saison das Washington Football Team anführen. Leider kam es anders, da sich Fitzpatrick direkt in der ersten Woche schwer verletzt hat. Daher musste Taylor Heinicke, der in den letzten Playoffs die Buccs an den Rand einer Niederlage brachte, übernehmen.

Es ist faszinierend zu sehen wie ähnlich sich Heinicke und Fitzpatrick in ihrem Spielstil sind. Beide sind absolute Gunslinger und suchen immer die Big Plays. Sie visieren Passfenster an, die kaum da sind. Das ist natürlich sehr unterhaltsam, aber auch immer mit sehr viel Risiko verbunden. In dieser Saison klappt das meistens recht gut, auch wenn Heinicke natürlich immer auch mal ein Katastrophenspiel absolvieren kann. Dieses Risiko gehst du mit so einem Spielertyp einfach ein. Diese Saison kann er aber seine Leistung recht stabil zeigen und weiß durchaus zu überzeugen.

Heinicke ist kein Top-10 Quarterback und wird das vermutlich auch nie werden. Wenn er es aber schafft seine Fehler zu minimieren, dann kann er mit seiner aggressiven Art einen Mehrwert für das Team haben. Vergessen darf man auch nicht, dass Heinicke in dieser Saison das erste Mal wirklich klarer Starter ist. Bislang war er immer nur ein Back Up Quarterback. Dementsprechend fehlt natürlich auch etwas die On Field Erfahrung.

Prognose

Ich hatte über Heinicke vor ein paar Wochen in “1-3-5” schon ausführlich etwas geschrieben. Aktuell sehe ich keine Option für das Washington Football Team eine signifikante direkte Verbesserung zu finden. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Verantwortlichen im Draft durchaus Ausschau halten und das finde ich absolut legitim. Wenn an der entsprechenden Draftposition ein interessanter Spieler auf Quarterback vorhanden ist, dann sollte zugeschlagen werden. Ist das nicht der Fall, warum dann etwas erzwingen? Wie bereits erwähnt ist Heinicke erstmals Starter und macht es dafür sehr ordentlich. Insofern hätte ich auch keine Bauchschmerzen, wenn Heinicke in der nächsten Saison die Chance bekommt sich weiter zu beweisen.

Wie steht es um die NFC East?

Bis auf Prescott sehe ich aktuell keinen potentiellen Top-10 Quarterback bei den Teams. Das kann sich natürlich sehr schnell ändern. Vielleicht wechselt Wilson wirklich zu den Giants und das Washington Football Team macht im Draft einen Steal und kann sich den zukünftigen Franchise Quarterback sichern. Aktuell sieht die Situation in der NFC East aber nicht sonderlich rosig aus und es würde mich nicht wundern, wenn nächstes Jahr bei mindestens 2 Teams neue Starter auf Quarterback spielen. Genauso wenig würde mich aber eine dritte bzw. zweite Chance für Jones, Hurts und Heinicke nicht wundern.

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