Der Blick aufs Wochenende: Divisional Round

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Spannung war in den meisten Wild Card Duellen Fehlanzeige. Abgesehen von den Siegen der Bengals und 49ers erlebten wir in vier Duellen deutliche Klassenunterschiede. Dazu hat sich mit der NFC East auch schon eine Division komplett aus den Playoffs verabschiedet. Alle anderen sind mindestens noch mit ihrem jeweiligen Sieger vertreten.

Manche Klatsche fühlte sich wie eine Mischung aus Demütigung und Slapstick an. Bei den Eagles schoss sich der gefloppte 2020er Erstrundenpick Jalen Reagor vermutlich selbst ins aus. Zuletzt meist nur zum Returner degradiert hatte er selbst mit dieser Aufgabe große Mühe. Aber auch im Passspiel scheiterte Reagor an grundlegenden Dingen wie 1 gegen 1 Duellen.

Aber an ihm lag es zweifelsfrei nicht. Die Eagles zeigten auf beiden Seiten des Balles eine blutleere Vorstellung, konnten nur am Ende etwas Ergebniskosmetik betreiben, als Tampa Bay mehrere Gänge zurückgeschaltet hatte.

Samstag:

Bengals @ Titans

Derrick Henry kehrt zurück. Der lange vermisste Star-Runningback hat seine Verletzung auskuriert und soll Tennessee nun die entscheidenden Prozente in den Playoffs geben. Tennessee sollte ausgeruht sein, da die Titans die Wild Card Round auf dem Sofa verfolgen konnten.
Die Bengals waren eines der beiden Teams, dass sich durchgehend anstrengen musste. Cincinnati konnte die Raiders einfach nicht abschütteln. Kurz vor Schluss roch es bereits schwer nach Verlängerung, als die Raiders auf sieben Punkte herangekommen waren und nur noch 9 Yards bis zur Endzone hatten. Doch ein äußerst unverständlicher Pass von Carr beendete die Raiders Saison. Ein Wurf vor die Endzone, in eine Doppeldeckung. Germaine Pratt musste nur zugreifen.

Etwas Trubel gab es rund um den Touchdownpass von Burrow auf Tyler Boyd. Kurz vor dem Catch gab es einen Pfiff, der Touchdown wurde aber doch gegeben. Letztlich dürfte er keinen Raiders-Spieler irritiert haben, dafür war er zu dicht am Catch. Die Vermutung, Burrow habe beim Wurf außerhalb des Feldes gestanden bewarheitete sich auch nicht.

Bei den Bengals war danach natürlich Partystimmung angesagt. Der elendige Playoff-Fluch ist endlich weg. Der Geist von Andy Dalton und Marvin Lewis sitzt maximal noch Im Keller der Ghostbusters. Spielbälle werden in Kneipen verteilt.

76 Duelle gab es bisher zwischen den Bengals und Titans. Die Menge ergibt sich aus der Historie als die Titans noch als Houston Oilers unterwegs waren und beide Teams eine Division teilten. In den letzten Jahren trafen sich beide nur vereinzelt, fünf Mal seit 2008. Drei dieser Spiele gingen an die Titans. Die einzige Playoff-Begegnung gab es am 6. Januar 1991, in der Wild Card Runde. Die Oilers verloren damals deutlich mit 14-41. Es war für lange Zeit der letzte Playoffsieg der Bengals.

49ers @ Packers

Während die Packers im eiskalten Green Bay nicht vor die Tür mussten, erlebten die 49ers das ganz große Drama der vorigen Woche. Mehr Dramatik als im letzten Viertel hatte man selten.
Die 49ers waren kurz davor das Spiel zu Ende zu laufen, mit einem First Down wäre alles entschieden gewesen. Dann bekam Samuel den Ball und schaffte es. Oder doch nicht, nach Review änderten die Refs ihre Entscheidung. Ungefähr zwei Finger breit fehlten den 49ers zum Glück. Ein Fall für einen QB Sneak? Natürlich. Den gab es, er war erfolgreich…dachte man in der Bay Area. Ein komplett selbst verbockter False Start warf wieder alles durcheinander.

Die Cowboys kamen mit 32 Sekunden nochmal an den Ball und kämpften sich über das Feld. Doch an der gegnerischen 40 Yard Linie, 14 Sekunden noch auf der Uhr, da geschah etwas, was viele nicht nachvollziehen konnten. Vermutlich fast alle. Die 49ers Defense hatte sich Erwartungsgemäß weit hinten positioniert, jeder rechnete mit dem langen Ball oder zumindest einem kurzen Wurf an die Seite um nochmal 10-12 Yards zu machen. Vielleicht noch mit einem ganz kurzen Run für einige Yards. Doch Prescott lief, machte einen Slide an der 24 der Niners. Und es waren nur neun Sekunden übrig. Einen Spike schaffte Dallas nicht mehr. Laut Regelwerk muss der Referee den Ball freigeben, das haben Prescott & Co ignoriert. Es fehlte eine Sekunde. Aber das war nur ein Aspekt der Niederlage, mit unnötigen Strafen haben sich die Cowboys diverse Stöcke in die Speichen geworfen.

Revanche für 2019?

Duelle zwischen den 49ers und Packers sind ein moderner Klassiker der Liga. Trotz unterschiedlicher Divisionen gab es vor allem in den letzten Jahren diverse Aufeinandertreffen. Seit 2018 gab es die Begegnung alleine fünf Mal, zuletzt erst Ende September. Acht Mal hatte man das Duell in den Playoffs, obwohl es da erst 1996 die Premiere gab. Vor 2 Jahren trafen beide Teams im NFC Championship Game aufeinander. Damals konnten die 49ers mit einem deutlichen 37-20 Erfolg in den Super Bowl einziehen. Green Bay hatte damals einen horrenden Start, lag zur Pause 0-27 hinten. Es war der größte Abend in der Karriere des verletzungsgeplagten Running Back Raheem Mostert, der den Cheeseheads vier Touchdowns einschenkte. Er kann seinen Kollegen aber nur die Daumen drücken, steht seit Woche Eins auf Injured Reserve. Immerhin erspart er sich die eisigen Temperaturen, mit -12 Grad Celsius ist zu rechnen.

Sonntag:

Rams @ Buccaneers

Ausgepowert sollte hier niemand sein, beide Teams konnten früh in den Schongang wechseln. Bei den Rams war das sicherlich überraschender. Deren Defense verpasste den Cardinals eine erste Halbzeit aus der Hölle. Ganze drei Mal schafften die Cardinals ein First Down, alle in einem Drive. Die restlichen Drives endeten mit einem Punt und einer mit Pick Six. Selbst der eine funktionierende Drive war dann eine Interception. Die Rams konnten das Spiel mit Sony Michel und Cam Akers kraftsparend über die Zeit bringen. Selbst Odell Beckham Jr. durfte am Ende einen weiten Pass über 40 Yards auf Cam Akers werfen.
Für OBJ und Matt Stafford war es der erste Playoffsieg der gesamten Karriere. Beide hatten zuletzt 2016 die Postseason auf dem Platz erlebt.

Angeschlagene Bucs-Line

Tampa Bay hatte einen einfachen Heimsieg gegen die Eagles, bei dem früh alles entschieden war und dessen Endresultat von 31-15 knapper aussieht als es war. Auch in diesem Spiel gab es von Beginn an einen Klassenunterschied. Zu Beginn des 4. Quarters stand es 31-0, ehe die Eagles Ergebniskosmetik betreiben durften. Aber irgendwie stellten sich mir Fragen. Die Bucs taten sich sehr schwer damit Spieler zu schonen, Brady spielte jeden Drive, angeschlagene Liner wurden zurück aufs Feld geschickt. Nun sind Tackle Tristan Wirfs und Center Ryan Jensen stand Mittwoch auf “Questionable“. Dazu kommt der Schlag von HC Bruce Arians gegen den Helm von Safety Andrew Adams. Arians wollte damit eine Strafe gegen Adams vermeiden, allerdings kann man sich fragen ob es da keine andere Möglichkeiten gibt die natürliche Coaching Autorität auszuwirken. Die Liga hat Arians zu einer Geldstrafe von 50.000 $ verurteilt.

Das Matchup gab es vergleichsweise selten, 27 Mal seit dem Beitritt der Buccaneers 1976. In den letzten Jahren nahm die Schlagzahl aber zu. 2019 gab es beim 55-40 Sieg Tampas eines der Spiele mit den meisten Punkten überhaupt. Alleine das letzte Viertel lieferte sechs Touchdowns und ein Field Goal. Letzteres von Matt Gay, der nun auf der Gegenseite steht. Das letzte Duell gab es im September, da gewannen die Rams daheim mit 34-24. In den Playoffs sahen sich beide Teams zwei Mal, jeweils im NFC Championship Game. 1980 gewannen die Rams mit 9-0 in Florida und 2000 11-6 in der alten Heimat St. Louis. Diesmal darf man aber sicherlich mit mehr Punkten rechnen.

Bills @ Chiefs

Auch diese beiden Teams mussten in der Wild Card Runde nicht über sich hinauswachsen. Die Chiefs taten sich anfangs allerdings etwas schwer. Eine Serie an Punts, eine Interception und dann Williams’ doppelter Fumble, bei dem sich die Steelers nach 20 Minuten Spielzeit die ersten Punkte des Spiels sicherten.

Bis dato war es für Freunde des Offensivspektakels ein fürchterlicher Anblick, denn auch von den Steelers kam nichts. Aber für die Chiefs war dieser Fumble ein Weckruf. Mahomes warf bis zur Pause drei Touchdowns, darunter für einen 48-Yard Touchdown auf Travis Kelce.

Nach der Pause legten die Chiefs munter mit drei weiteren Touchdowns nach. Mahomes kam letztlich mit 5 Touchdowns, 404 Yards und über 75% Completions vom Feld. In einem Spiel, bei dem in den ersten 20 Spielminuten so gar nichts lief. Seinen besten Auftritt seit langem hatte Jerick McKinnon. Der ehemalige Vikings Running Back konnte in dieser Saison nur vereinzelt mal Yards auf Tableau bringen. Nun sorgte er für 142 Yards, 61 per Lauf und 81 nach Pass, dazu einen Touchdown. Für den verletzungsgeplagten McKinnon, der 2018 und 2019 wegen Knieoperationen verpasst hatte, der stärkste Auftritt seit seinem Comeback.

Top QBs im Duell

Mahomes war gegen die Steelers stark, aber Josh Allen gegen die Pats noch etwas stärker. Von Beginn an wurden die Patriots mit schierer Dominanz zerlegt, gar vorgeführt. Es war ein deutliches Ausrufezeichen und für einige der Schritt Buffalos zum AFC-Favoriten. Die Defense wies Mac Jones & Co im Pass- und Laufspiel in ihre Schranken, die Offense funktionierte in beiden Varianten – was will man mehr? Josh Allen kam auf 308 Pass- und 66 Rushing Yards, brachte 21 von 25 Pässen an und warf für 5 Touchdowns. Nur um Haaresbreite, 0.7 Punkte, verpasste Buffalos QB das perfekte Passer Rating von 158.3.

Auch Devin Singletary hielt seine gute Form der letzten Wochen und konnte in seinem fünften Playoff-Spiel erstmals die Endzone erreichen, sogar doppelt. Dawson Knox unterstrich seine gute Saion enfalls mit zwei Touchdowns.

Beide Teams trafen sich bereits in dieser Saison. Im Oktober gewannen die Bills deutlich mit 38-20. Der 27. Sieg in der 51. Begegnung dieser Teams. Vor gut einem Jahr, am 24.1. waren die Chiefs siegreich, gewannen das AFC Championship Game mi 38-24. Davor trafen sich beide schon drei weitere Male in den Playoffs. Obwohl der Sieger dieser Duelle stets im Super Bowl vertreten war, ging er dort stets leer aus…

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Jessica Fehlhaber
NFL-Fan und Fantasy-Spielerin. Verliebt seit dem ersten Snap als aktive Spielerin. Fly, Eagles, Fly!

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