1 Spieltag – 3 Autoren – 5 Fragen – Week 17

Nur noch 2 Spieltage bis zu den Playoffs und die Spannung könnte kaum größer sein. Viele Entscheidungen sind noch offen. Heute schauen wir aber nicht direkt auf die Playoffs, sondern noch auf andere Dinge.

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Wie bereits vermutet haben sich wohl schon einige Predictions der letzten Woche wieder in Luft aufgelöst. Diese Saison ist besonders, weil eben kein Team total heraussticht und es immer wieder zu unerwarteten Ergebnissen kommt. Genau das ist auch eine Frage mit der wir uns heute beschäftigen.

Neben diesem Thema schauen Benedikt Jakobi (@BeniJakobi), Martin Brandtner(@BrandtnerMartin) und Jonathan Groeneveld (@JonaGroe89) auch auf die Situation der Texans mit Davis Mills und was bisher die Überraschung der Saison ist.

Davis Mills erneut mit einem starken Spiel. Kann er die Lösung für die Zukunft bei den Texans sein oder sollten sie im Draft einen QB holen?

Benedikt Jakobi: Davis Mills hat von 37 gewerteten Quarterbacks die viertschlechteste PFF-Passing-Grade. Natürlich sind diese Grades nicht alles, aber auf die gesamte Saison betrachtet geben sie schon einen guten Indikator ab. Seine spektakulären Plays und seine Hochphasen sehen gut aus, aber insgesamt hat sein Spiel einen recht geringen Floor. Natürlich sind neun Starts keine ausreichende Sample Size, um Mills abschließend zu beurteilen. Daher kann man meiner Meinung nach in die neue Saison mit ihm als Starter gehen und sehen, wie es sich entwickelt. Die Texans sind mitten in einem tiefgreifenden Umbruch, daher wäre die Gelegenheit zu diesem Experiment da. Allerdings wäre meine aktuelle Prognose, dass Mills langfristig eher ein Backup und kein Starter in der NFL wird.

Wie die Texans die Quarterback Position, oder eigentlich ihr gesamtes Rosterbuilding der nächsten Jahre, angehen wollen, ist für mich komplett offen. Sie haben Stand jetzt für 2022 nur 30 Spieler unter Vertrag. Das sind hinter den Falcons die zweitwenigsten der ganzen NFL. Wenn man davon ausgeht, dass sie Deshaun Watson in der Offseason traden, sind wahrscheinlich jede Menge Draftpicks und weiterer Cap Space verfügbar. Worauf ich hinaus will: Die Texans können versuchen, schnell die Kurve zu bekommen und aggressiv ein kompetitives Team zusammenzustellen. Wobei ich denke, dass die richtig guten Quarterbacks wie Rodgers oder Wilson – sollten sie ihre aktuellen Teams in der Offseason verlassen – nicht nach Houston gehen wollen. Ich halte hier die Verpflichtung eines Veteran-Übergangsquarterbacks (z.B. Jimmy Garoppolo) für am wahrscheinlichsten.

Jonathan Groeneveld: Ich hab mich die letzten Wochen ja auch schon recht positiv über Heinicke geäußert. Für mich ist immer die Frage, welche Optionen vorhanden sind und wie hoch bei einem Wechsel auf Quarterback die Wahrscheinlichkeit auf ein Upgrade vorhanden ist? Die Panthers haben beispielsweise letzte Offseason 3 Picks aus dem Fenster geworfen um ein Upgrade zu erzwingen. Mills macht es aktuell wirklich gut und ich habe so eine Leistung nicht erwartet. Er ist ein Rookie und da der Umbruch bei den Texans so oder so noch einige Offseasons brauchen wird, warum ihm nicht noch etwas Zeit geben? Mit dem Kader holen die Texans aktuell sowieso nicht viel. Ich würde neben Mills noch einen Veteranen holen und schauen, wie er sich entwickelt. Natürlich müssen die Texans, wie auch alle anderen Teams im Draft immer die Augen offen halten. Sollte ein für sie interessanter Prospect fallen, dann sollte man immer zuschlagen.

Martin Brandtner: Da gehen ja die Meinungen von Benedikt und Jonathan gründlich auseinander. Meiner Ansicht nach werde ich in der Mitte liegen. Was man nicht vergessen darf, Mills ist ein Rookie und keiner der in der ersten Runde gedraftet wurde. Er kam mutmaßlich in das schlechteste Team der NFL. Das in Runde 3. Seine Stats lesen sich dafür nicht schlecht, hat sich gegen Tyrod Taylor durchgesetzt und vom Gefühl her ist er schon weiter als Zach Wilson oder Trey Lance. Mir persönlich gefällt sein Spiel auch besser, als das eines Trevor Lawrence. All diese Dinge sollten wir nicht vergessen, wenn wir über Davis Mills diskutieren.

Er ist in seiner Entwicklung sicherlich noch nicht am Ende, so wie das gesamte Team in Texas. Aber auf seine Leistungen kann man aufbauen. Ob er er langfristig, und ich denke darauf soll ja die Frage abzielen, Starting-QB sein kann/wird, dies kann uns nur Mills selbst beantworten. Er muss einfach hart an sich weiterarbeiten. Wer hätte schon von Tom Brady gedacht, solch eine Karriere hinzulegen. Ok, mit dem Beispiel kann jeder kommen. Aber es gibt mehr solche Ausreißer, Kurt Warner (mein absoluter Liebling) oder auch Dak Prescott (wurde in Runde 4 gepickt).

Wichtig wird sein, wie sehr er an sich arbeitet und wie sehr ihm die Coaches vertrauen.Wenn man bedenkt, dass der nächste Draft nicht unbedingt zu den Quarterbackstärksten zählt, würde es mich nicht wundern, Mills nächstes Jahr weiter „under Center“ in Houston zu sehen. Wünschen würde ich es mir, dass er die Chance bekommt, auf den Leistungen sollte man aufbauen können, weniger Interception (9) als Touchdowns (12) lesen sich ja schon mal gut.

Bei den Panthers wechseln sich die Quarterbacks aktuell ab, was auch im Sinne von HC Matt Rhule ist. Wie seht ihr die Situation bei den Panthers?

Benedikt Jakobi: Ich habe es in der 1-3-5 Ausgabe von Week 7 bereits schon einmal beschrieben. Wie die Panthers ihre Quarterback-Situation händeln, ist für mich eine einzige Farce. Inzwischen sollte es vollkommen klar sein, dass Darnold nicht der Quarterback für die Zukunft ist. Cam Newton hat ein einzigartiges Skillset als Runner, was man situativ gewinnbringend nutzen kann, ist aber als Passer nicht gut genug. Er ist kein Starting Quarterback in der NFL mehr. P.J. Walker ist ein unterhaltsamer Backup, aber ebenfalls kein Starter. Man hat also drei Quarterbacks, die alle nicht schlecht, aber auch nicht gut genug sind. Und was macht man damit? Man lässt sie rotieren. Das zeugt nicht gerade von einem Plan.

Insgesamt lässt das für mich Matt Rhule in keinem guten Licht dastehen. Er kommentierte im November, dass ihm klar war, dass Mac Jones ein erfolgreicher Quarterback in der NFL wird. Trotzdem drafteten die Panthers einen Cornerback, als Jones noch verfügbar war. Das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Quarterback ist die wichtigste Position in der NFL. Eine gute Defense und ein gutes Rungame aufzubauen ist alles schön und gut und kann auch kurzfristig funktionieren (siehe die Colts). Aber dazu müssen diese beiden Aspekte extrem gut aufgebaut und gecoacht sein. Denn ohne Quarterback wird man mittel- und langfristig nicht erfolgreich. Die Panthers sollten sich sehr genau überlegen, was ihr nächster Schritt auf Quarterback ist. Denn wenn der nächste Schuss nicht sitzt, hat Rhule trotz langfristigem Vertrag, seinen Job alles andere als sicher.

Jonathan Groeneveld: Es ist also mal wieder Zeit für Panthers Bashing… aber ganz ehrlich? Die Panthers geben sich auch alle Mühe und Matt Rhule ist mittendrin. Ich habe bereits in der Ausgabe von Week 13 Matt Rhule angezählt und seine Außendarstellung in den letzten Wochen war wirklich gruselig. Ich hab hier jetzt nur mal ein Beispiel genannt, aber solche Aussagen finden sich in den letzten Wochen wirklich regelmäßig. Egal ob zum ganzen Prozess oder zur QB Situation.

Nach aktuellem Stand gehe ich aber davon aus, dass Matt Rhule noch eine Saison bekommt. Dementsprechend aggressiv werden die Panthers wieder bei der QB Suche sein. Sie werden bei jedem potentiellen Franchise Quarterback ihre Finger im Spiel haben. Watson, Wilson oder Rodgers könnten zu haben sein. Ob einer davon nach Carolina will? Ich habe da ehrlich gesagt ein wenig Zweifel. Grade nach dem Umgang mit den aktuellen Quarterbacks.

Alternativ könnten die Panthers sich natürlich auch im Draft umschauen. So könnte Matt Rhule vielleicht auch noch eine weitere Saison sicher im Sattel sitzen, da ein Rookie Quarterback immer eine gute Ausrede ist.

Ich gehe davon aus, dass die Panthers alles versuchen werden einen der Topspieler auf Quarterback zu bekommen. Am Ende wird aber keiner nach Carolina wollen und es wird ein Rookie übernehmen.

Martin Brandtner: So stark wie die Panthers in die Saison gestartet sind, so stark haben sie nachgelassen. Träumte man noch von den Playoffs, brauchen sie über diese aus meiner Sicht nicht mehr nachdenken. Auch ich war von dem Start beeindruckt. Doch was sich jetzt in Charlotte abspielt, ist eigentlich ein Eingeständnis von Hilflosigkeit.

Man wollte vor der Saison mit großem Aufwand, einen Umschwung erzwingen, doch es gab viele die beim Darnold Trade nur den Kopf schüttelten. Im Nachhinein gesehen war es Hilflosigkeit. Watson hat man nicht bekommen, somit holt man sich einen „Trostpreis“. Ich denke aber nicht, dass Darnold oder Newton das Problem bei den Panthers sind, sondern aus meiner Sicht HC Rhule. Als sein Plan A nicht mehr funktioniert hat, kamen eine Panikreaktion nach der anderen. Aus meiner Sicht kann er nicht auf diese Umstände reagieren. Wenn ich dann lese, so eine Entwicklung braucht Zeit, er hat ja 7 Jahre (Länge vom Vertrag). Ob er sich da nicht mal getäuscht hat. Die NFL ist schon etwas schnelllebig, das wichtigste ist Erfolg, der sich einstellen sollte. Vor allem bei den Investitionen vor der Saison.

Meiner Meinung nach hat Rhule noch nächste Saison Zeit um einen Trendwende einzuleiten, sonst kann er sich um einen neuen Job umsehen.

Was man dabei auch sieht, die Umstellung von College auf NFL ist doch nicht so einfach. Rhule, Meyer, Chip Kelly um nur einige zu nennen. Selbst Kliff Kingsbury steht gerade bei 23 zu 23. Gefühlt war der letzte erfolgreiche Wechsel vom College in die NFL Jim Harbaugh, der es aber dann auch vorgezogen hat wieder ans College zurück zu gehen.

Was ist bisher eure Überraschung der Saison?

Benedikt Jakobi: Die Frage ist ja recht offen formuliert, daher wird meine Antwort etwas abstrakter. Für mich ist die Überraschung der Saison leider eine negative. Ich hätte vor der Saison erwartet, dass die First Round Rookie Quarterbacks besser einschlagen, als sie es getan haben. Bis auf Mac Jones bei den Patriots, hat keiner wirklich überzeugt. Trevor Lawrence und Justin Fields sind bei ihren Teams in sehr schwierigen Situationen gefangen. Trey Lance konnte sich noch nicht gegen Jimmy Garoppolo durchsetzen. Und Zach Wilson enttäuscht im Decision Making, der Accuracy und hat große Probleme sein Spiel an die NFL anzupassen. Der Hype vor der Saison war bei allen deutlich größer und fünf Quarterbacks in den ersten 15 Picks gab es zuletzt 1999. Dass aus diesen hohen Picks bisher so wenig spielerische Klasse herauskam, ist für mich eine negative Überraschung.

Jonathan Groeneveld: Ich muss hier einfach ganz klar die Colts nennen. Wobei hier mein Fokus auf HC Frank Reich liegt. Ich wusste schon vor der Saison, dass Frank Reich ein guter Coach ist, aber das er so gut ist? Das war mir bisher irgendwie nicht so klar. Allein seine Aussagen nach dem Spiel gegen die Buccs, warum die Colts nicht öfter gelaufen sind, waren wirklich stark. Klar haben die Colts mit Jonathan Taylor einen sehr starken Running Back, aber es sind schon einige Teams daran gescheitert gegen die Buccaneers den Run erzwingen zu wollen. Die Colts hatten die Buccs am Rande einer Niederlage und das war dem Play Calling von Frank Reich zu verdanken. Wie er es generell schafft um Wentz herum eine funktionierende Offense aufzubauen ist wirklich gut. Ich bin sehr gespannt, wie es mit den Colts weitergeht.

Martin Brandtner: Für mich ist die größte Überraschung die Ausgeglichenheit der Liga, doch da kommen wir in der nächsten Frage dazu. Hier könnte man viel aufzählen, sowohl positiv wie negativ. Von den Bengals und Burrow bin ich besonders begeistert. Wie der die Kurve bekommen hat in seiner 2. Saison und nach einer so starken Verletzung. Ist echt Wahnsinn. Nach einem kleinen Hänger, sind sie auch die letzten Wochen wieder wesentlich stärker geworden, gerade rechtzeitig zu den Playoffs. Ich denke die Bengals haben mit ihm eine erfolgreiche Zukunft, vor allem mit den Receivern mit denen er gerade sehr gut harmoniert. Dazu ein Mixon, den man nie unterschätzen darf.

Was mir aber im selben Atemzug eingefallen ist, waren die Leistungen von den Seahawks im speziellen von Russell Wilson. Wenn man bedenkt, wie stark ein Brady, Rodgers in hohem Alter noch spielen, ist es eigentlich erschreckend, was da bei Wilson abgeht. Mangelnde Waffen hat er ja wohl nicht. Die schwache O-Line ist schon seit Jahren ein großes Problem, das er die letzten Jahre noch kaschieren konnte, doch der Leistungseinbruch diese Saison ist für mich schon ziemlich erschreckend. Vor allem seine Körpersprache ist bedenklich. Es schaut für mich ein wenig nach Resignation aus. Dazu versucht er es mit „Muss“ Plays zu erzwingen, die nicht aufgehen können, genau von diesen Big Plays haben die Seahawks und Wilson in den letzten Jahren gelebt.

Wäre eine Frage für die nächsten Woche, wie soll die Zukunft der Seahawks nächstes Jahr aussehen – Stichwort ohne Wilson, oder das Interview von Carroll der meint es braucht keine Veränderung.

Findet ihr die NFL Saison, aufgrund der vielen unerwarteten Siege, besser als die Jahre zuvor?

Benedikt Jakobi: Ich denke, dass dieses Jahr gar nicht so besonders ist, was die unerwarteten Siege angeht. Matchups, Gameplans und Tagesform haben einen so hohen Stellenwert in der NFL, dass es im Prinzip immer so ist, dass jeder jeden schlagen kann. Aber ich stimme zu, dass es dieses Jahr extrem auffällig ist. Besonders in der AFC ist es ja quasi unmöglich irgendetwas vorherzusagen. Das macht es natürlich deutlich spannender, als wenn der FC Bayern München jedes Jahr deutscher Meister wird. Aber ob ich die Saison daher besser finde, als vorherige Saisons? Meiner Meinung nach hat jede Saison ihre Besonderheiten und einzigartigen Storylines. Daher würde ich nicht sagen, dass diese Saison besser ist. Die NFL ist immer spannend und geil anzuschauen!

Jonathan Groeneveld: Ich bin da sehr zwiegespalten. Einerseits ist es natürlich schön zu sehen, dass es nicht die Überteams gibt, die klare Favoriten sind. Das bedeutet spannende Playoffs. Andererseits ist es wirklich extrem schwer etwas vorherzusehen. Ich mein wer hätte mit der Niederlage der Chargers gegen die Texans gerechnet? Diese Saison ist da wirklich sehr extrem, was die Überraschungen angeht. Jedes gute Team ist schon einmal gestolpert und daher gibt es auch keinen klaren Favoriten. Das finde ich sehr angehem und daher freue ich mich auf sehr offene Playoffs.

Martin Brandtner: Ich würde sagen, ja es ist auf jeden Fall wesentlich interessanter. Wir diskutieren ja bereits drüber welches „Favorit“ als nächster strauchelt. Was man aber trotzdem sagen muss, es ist im Moment schon so, dass sich die Spreu vom Weizen trennt. In der NFC haben bereits 5 Mannschaften ihr Playoffticket sicher, weitere 4 machen sich die restlichen 2 Spots aus. Auf AFC Seite ist es da schon wieder etwas anders, hier ist die Qualität breiter gestreut. Dort kommen auch die Tagesverfassung, Form und auch äußere Umstände hinzu. Bills gegen Patriots hat sich da in mein Hirn eingebrannt. Die Chiefs haben nach schwachem Start, ihren Flow wieder gefunden und sind das Team to beat. Dahinter kämpfen mMn 9 Teams um 6 Spots.

Am Ende hat sich doch die Qualität durchgesetzt. Eine Überragende Mannschaft wie die letzten Jahre hat es einfach nicht gegeben. Es hängt sicherlich auch mit den Ausfällen, u.a. durch das Unwort des Jahrzehnts zusammen. Baltimore steht hier an der einsamen Spitze.

Nach dem Schreiben dieser Zeilen betrachtet, ist es doch wieder so wie die letzten Jahre und vermutlich die nächsten Jahre. Upsets hats doch immer gegeben.

Welches der aktuell 5 schlechtesten Teams (also Jaguars, Lions, Jets, Giants und Texans) könnte am schnellsten einen Turnaround schaffen und in den nächsten Jahren relevant werden?

Benedikt Jakobi: Für mich sind das klar die Jaguars. Sie haben mit Trevor Lawrence den Quarterback, dem in dieser Gruppe das höchste Potenzial zuzuschreiben ist. Außerdem ist Lawrence noch weitere vier Jahre auf seinem Rookie Vertrag und man hat 2022 mit knapp 70 Millionen Dollar Cap Space das drittmeiste Geld für Free Agency Verpflichtungen zur Verfügung. Mit ein paar Moves könnte das noch mehr werden. Natürlich hat der Roster viele Lücken, jedoch hat man zumindest ein paar Spieler, die das Gerüst des Kaders bilden können. Die Offensive Line ist okay, James Robinson ist ein fähiger Running Back und auch in der Defense gibt es mit Edge Rusher Josh Allen einen Spitzenspieler. Zudem wird man im nächsten Draft wieder früh picken dürfen. Möglicherweise kann man hier mit einem oder mehreren Downtrades seinen Draft Value maximieren und den Kader mit jungen talentierten Spielern auffüllen.

Allerdings gibt es eine große Bedingung, damit der beschriebene Fall eintreten kann. Die Wahl des nächsten Head Coaches und für den Fall, dass Trent Baalke als GM ebenfalls noch gehen muss, auch die Wahl des nächsten GM sind absolut entscheidend für die Franchise. Wenn hier kompetente Personen ans Ruder kommen, die eine gute Offseason mit Draft und Free Agency hinlegen, sind die Jaguars gut aufgestellt für die Zukunft. Dann könnte ein schneller Turnaround hingelegt und ein Angriff mit Trevor Lawrence auf seinem Rookievertrag gestartet werden.

Jonathan Groeneveld: Ich bin da bei Benedikt. Ich hatte die Jaguars ja in meiner Saisonvorschau schon vor der Saison deutlich weiter gesehen. Das ist bekanntermaßen nicht so gekommen, was aber an vielen Faktoren liegt. Für mich ist und war Urban Meyer einfach ein große Problem. Ich denke seine Art hat durchaus Auswirkungen auf das Team gehabt, auch wenn es nicht alles entschuldigt.

Die Jaguars haben aber immer noch eine junge und talentierte Defense. Hier muss jetzt an den richtigen Stellschrauben gedreht werden und evtl. der Kader noch mit ein paar Veteranen besückt werden. Die Defense braucht Leader. Ich sehe dort immer noch Potential um sich zu einer guten Defense zu entwickeln.

In der Offense wird und muss die Entwicklung von Lawrence im Vordergrund stehen. Er hat seine Möglichkeiten immer wieder angedeutet, aber am Ende wurde ihm nicht wirklich geholen. Es liegt jetzt am neuen Coach, ich hoffe auf einen offensiven Coach, Lawrence an die Hand zu nehmen und an die NFL heranzuführen. Das funktioniert nicht einfach so, sondern muss unterstützt werden. Die Jaguars haben genug Talent um in 2-3 Saisons wieder um die Playoffs mitzuspielen. Dafür muss aber die Wahl des Coaches stimmen.

Martin Brandtner: Sind wir uns hier einig? Die Jaguars sind sicherlich das interessanteste Team dieser Fünf. Sie haben mit Trevor Lawrence eine Hoffnung auf QB, wobei ich dazu sagen muss, ich bin kein Fan von Lawrence. Ich denke sogar Minshew hätte dieselben Zahlen aufgelegt. Sie haben mit schlechtem Coaching sicherlich eine Saison hergeschenkt. Gefühlt ist es doch so, dass man die Jaguars schon wesentlich weiter gesehen hat, noch dazu waren sie ja 2017 noch in den Playoffs. Danach ist es rapide bergab gegangen.

Mein Herz tendiert bei dieser Frage doch in Richtung Motorcity und den Lions. Wer hätte denen vor der Saison zugetraut, dass sie in fast jedem Spiel mithalten können. Sicherlich, dort braucht es noch Zeit. Ich hoffe auch für sie, dass sie beim nächsten Draft keinen QB ziehen, da es aus meiner Sicht hier keine optimale Verstärkung gibt. Ich würde sogar sagen, dass sie die nächsten 2 Offseasons und Drafts dazu nutzen müssen um ein optimales Umfeld für ihren Rookie QB 2023 zu schaffen. HC und Motivationskünstler Dan Campbell hat schon Starkes geleistet diese Saison auf dem man aufbauen kann.

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