Franchise Quarterback oder Baustelle? Ein Überblick – AFC West

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Nach der NFC West wechseln wir nicht nur die Divison, sondern sogar die Conference. Im zweiten Teil geht es in die AFC West, wo eine bunte Mischung an Quarterbacks vorhanden sind. Mit Patrick Mahomes ein MVP, mit Justin Herbert ein Offense Rookie of the Year, aber was ist mit Denver und Las Vegas? Schauen wir uns alle Situationen mal genauer an.

Quarterback 1: Teddy Bridgewater

Quarterback 2: Drew Lock

Quarterback 3: Brett Rypien

Aktuelle Situation

Letztes Jahr im Draft habe ich nicht schlecht geschaut, als die Broncos an Nummer 9 Patrick Surtain geholt haben. In der Offseason war klar, dass die Broncos ein gutes Team zusammen haben, aber auf Quarterback ein Problem haben. Als dann Justin Fields bis zu den Broncos gefallen ist, dachte ich nur: “Ohne Uptrade einen potentiellen Franchise Quarterback geholt. Besser geht es kaum.” Aber es kam anders. Zu Beginn konnte ich es mir nur damit erklären, dass die Broncos wirklich sehr nah an Aaron Rodgers dran waren. Wie nah das wirklich war, wird man nie erfahren. Wenn ich aber die Aussage von General Manager George Paton lese (“Plus—and this is not why we did it [draft Surtain]—but quarterbacks are available more than franchise corners every year, at least the last couple of years,”), dann gruselt es mich.

Kommen wir aber jetzt zum aktuellen Personal. In der Offseason gab es ein Duell zwischen Lock und Bridgewater, wo sich Bridgewater durchgesetzt hat. Damit ist auch klar, dass die Zeit von Lock in Denver abgelaufen ist. Der Second Round Pick aus 2019 ist nicht die Lösung auf Quarterback. Teddy Bridgewater ist sie aber sicherlich auch nicht. Unbestritten hat Bridgewater seine Lichtblicke in dieser Saison, aber er ist sehr inkonstant. Das ist auch nicht neu und war so zu erwarten. Bridgewater gibt dir einen gewissen Floor, aber er wird nie dauerhaft ein Team konstant anführen. Die Umstände in Denver helfen natürlich, denn das Team um ihn herum ist stark. Allein ein Blick auf die Wide Receiver reicht.

Prognose

Teddy Bridgwaters Vertrag läuft nach der Saison aus. Der Kader hat das Potential ein Contender zu sein und es wäre von den Verantwortlichen grob fahrlässig, wenn sie in dieser Offseason nicht auf Quarterback nachrüsten würden. Der Kader wird nicht immer so zusammen bleiben und die Chance auf einen tiefen Playoff Run in den nächsten Jahren ist definitiv gegeben. Die Gerüchte um Rodgers in der Offseason könnten wieder aufflammen. Dazu gibt es auch schon die ersten Gerüchte um Wilson. Ich kann es verstehen, wenn man als Veteran Quarterback die Chance des Kaders in Denver nutzen möchte. Ich denke daher, dass die Broncos in dieser Offseason in einen Top Quarterback investieren, sei es Rodgers, Winston oder Watson. Das wäre die einzige vernünftige Entscheidung.

Quarterback 1: Patrick Mahomes

Quarterback 2: Chad Henne

Quarterback 3: Shane Buechele

Aktuelle Situation:

Der kometenhafte Aufstieg von Patrick Mahomes in den letzten Jahren wurde in dieser Saison erstmals etwas gestoppt. Die Entwicklung von Mahomes seit er den Starting Job übernommen hat, war atemberaubend und führte nicht ohne Grund zu einem MVP Titel und einem Super Bowl Sieg. Die Entwicklung dieses Jahr ist nicht schön, aber sicher auch kein Weltuntergang. Jeder Spieler hat mal Tiefs, am Ende kommt es darauf an, wie er sich dort herausarbeitet. Aber was genau läuft diese Saison anders?

Defenses machen es Mahomes diese Saison schwer, weil sie gegen die Chiefs viel mit zwei tiefen Safeties spielen. Dadurch nehmen sie Kansas City die tiefen Shot Plays weg, sei es auf Hill oder Hardman. In den letzten Jahren haben die Chiefs hier immer Lösungen gefunden und die Defenses mit kurzen Pässen und viel Schaden after the Catch bestraft. Das hat dieses Jahr nicht so gut geklappt. Mahomes wollte, grade zu Beginn der Saison, die Bälle teilweise erzwingen. Das hat nicht geklappt und es war ihm die Unsicherheit deswegen sichtlich anzumerken. Inzwischen ist die gesamte Offense wieder auf dem aufsteigenden Ast, auch wenn mir die Leichtigkeit noch fehlt. Auch bei Mahomes.

Prognose:

Die Chiefs haben mindestens die nächsten 10 Jahre auf Quarterback ausgesorgt. Schwächephasen gehören auch mal dazu und werden Mahomes zu einem noch besseren Quarterback machen. Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass er gestärkt aus der Saison herausgeht. Selbst in dieser Saison sehe ich die Chiefs als Super Bowl Contender, obwohl es eine vergleichsweise schwache Saison ist. Ich traue Mahomes und der Offense jederzeit den Turnaround zu.

Quarterback 1: Derek Carr

Quarterback 2: Marcus Mariota

Aktuelle Situation:

Vor ein paar Saisons war ich an dem Punkt, wo ich Derek Carr als Problem bei den Raiders gesehen habe. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall. Carr hat eine wirklich gute Entwicklung genommen und sich stabilisiert. Die Formkurve in dieser Saison geht zwar mittlerweile etwas runter, aber wen wundert das? Gruden weg, Ruggs entlassen, die generelle Unruhe. Wenn ein Quarterback mitten in der Saison seinen Play Caller und einen der wichtigsten Receiver für seine tiefen Würfe verliert, dann sind Probleme nur logisch. Hinter einer schwächeren Offensive Line spielt Carr eine wirklich respektable Saison.

Nun liegt es an Las Vegas die Offensive Line zu verbessern und einen neuen Head Coach zu verpflichten, der mit Carr etwas anfangen kann. Am wichtigsten ist für mich hier der Aspekt, dass die tiefen Routes mit eingebaut werden und Carr nicht dazu gezwungen wird dauerhaft kurz zu spielen, wie es teilweise in der Vergangenheit war. Carr hat einen guten Deep Ball und den sollte Las Vegas nutzen und wenn es nur dafür ist die Defense auseinanderzuziehen.

Prognose:

Ein Quarterbackwechsel steht bei den Raiders nicht zur Debatte. Carr hat sich stabilisiert und wird auch nächste Saison der Starting Quarterback in Las Vegas sein. Mit Mariota hat man einen guten Back Up, den man halten sollte. Wird ihm nicht irgendwo die Chance auf einen Starting Job in Aussicht gestellt (was ich nicht glaube), dann kann ich mir eine Verlängerung auch durchaus vorstellen.

Quarterback 1: Justin Herbert

Quarterback 2: Chase Daniel

Quarterback 3: Easton Stick

Aktuelle Situation:

Was habe ich mich in dieser Saison schon über den offensiven Game Plan der Chargers geärgert. Wieso berauben die Chargers dem amtierenden Offensive Rookie of the Year seiner größten Stärke? Teilweise wurde kaum ein tiefer Ball für Herbert gecallt und er wurde in eine Kurzpass Offense gedrängt, die einfach nicht seinen Stärken entspricht. Es gab vor der Saison schon durchaus Bedenken, was Joe Lombardi als neuer Offensive Coordinator bei den Chargers anging. Ich hatte aber nicht erwartet, dass er versucht Herbert in die Saints Offense von Drew Brees zu pressen.

Im Spiel gegen die Bengals sah das dann endlich besser aus und sofort funktionierte die Offense der Chargers. So möchte ich Justin Herbert eingesetzt sehen, denn so kann er an seine Leistungen aus seiner Rookie Saison anknüpfen. Justin Herbert ist kein Quarterback für eine Kurzpassoffense und ihn da reinzudrängen ist halt einfach keine gute Idee. Ich hoffe das hat sich mittlerweile bis nach Los Angeles rumgesprochen.

Unabhängig von den Problemen im Play Calling spielt Herbert aber eine gute Saison und bestätigt das sehr gute Rookie Jahr. Die Chargers haben ihre Probleme in der Offensive Line, die sie über die gesamte Riversära hatte, endlich gefixt und sind dort deutlich stabiler. Das hilft Herbert natürlich. Dazu kommen einige gute Waffen, wie Allen, Williams oder Ekeler.

Prognose:

Die Los Angeles Chargers können positiv in die Zukunft blicken. Nach aktuellen Stand haben sie ihren Franchise Quarterback gefunden und können in den nächsten Jahren um Herbert herum ihr Team aufbauen. Wenn seine Enwicklung so weitergeht, dann können die Chargers in den nächsten Jahren ein Wörtchen mitreden, wenn es um den Super Bowl geht.

Wie steht es um die AFC West?

Mit Mahomes wohl den stärksten Quarterback der NFL, wenn man es im Vakuum betrachtet. Dazu mit Justin Herbert einen aufstrebenden Quarterback, der großes Potential hat. Mit Derek Carr einen Quarterback, der sich bereits in der NFL bewiesen hat und sicherlich zu den Top 15 (wenn nicht sogar Top 10) Quarterbacks der Liga gehört. Einzig die Broncos sind noch auf der Suche. Sollte in der Offseason aber einer der großen Namen den Weg nach Denver finden, dann ist die AFC West auf Quarterback hervorragend aufgestellt.

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