Three and Out 2021: Front Seven

Vor Week 14 in der NFL: Welche Defensive Lineman und Linebacker haben bisher überrascht? Welche haben enttäuscht? Three and Out ordnet euch die Front Seven ein!

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Lesezeit: 5 Minuten

Woche 13 ist Geschichte und es ist Zeit für eine neue Ausgabe von Three and Out. Mit der voranschreitenden Saison wird die Sample Size, um Spieler und ihre Leistungen zu bewerten, immer größer. Kleinere Verletzungen und auch einzelne Ausreißer-Spiele fallen weniger ins Gewicht. Das macht es leichter, Spieler für dieses Format auszuwählen. Und mit diesem Umstand steigen wir dieses Mal in die Positionen der Defense ein. Heute befasse ich mit Spielern der Front Seven, also alles was mit Defensive Line und Linebackern zu tun hat. Somit jede Menge mögliche Spieler, die zur Wahl stehen. Was ihr noch wissen solltet: Aus terminlichen Gründen habe ich die Analyse bereits vor dem Sonntag von Week 13 beendet, die Statistiken beinhalten also nicht das jeweilige Spiel von Week 13. Aber jetzt genug der Vorrede, hier sind meine Gewinner und Verlierer:

Gewinner

Jeffery Simmons (Tennessee Titans)

Letzte Saison waren die Titans nicht gerade wegen ihrer Defense gefürchtet. Man erlaubte seinen Gegnern 2020 die fünftmeisten Yards pro Spiel. Besonders der Pass Rush fiel mit der zweitniedrigsten Pressure Rate negativ auf. Dass man dieses Jahr defensiv deutlich besser dasteht, ist zum großen Teil Jeffery Simmons zu verdanken. Er ist der Anker der erstarkten Defensive Line sowohl gegen den Run als auch im Besonderen gegen den Pass. Die meisten Sacks aller Interior Defensive Linemen bestätigt dies eindrucksvoll. Diese Entwicklung war für mich vor der Saison nicht abzusehen.

Und es ist bitter nötig für den Erfolg der Tennesse Titans, dass ihre Defense sie in Spielen hält, nachdem die Offense verletzungsbedingt auf wichtige Playmaker verzichten muss. Simmons hat die Fähigkeiten dazu, das Spiel individuell maßgeblich zu beeinflussen. Somit: Ein klarer Gewinner dieser Saison und eine Bestätigung für die Titans, die Simmons 2019 trotz schwerer Knieverletzung in der ersten Runde drafteten.

Matt Judon (New England Patriots)

Die Defense der New England Patriots läuft in den letzten Wochen zur Höchstform auf. Das scheint zum einen am schematischen Vorteil zu liegen, den man durch Bill Belichicks Scheme und Coaching hat. Daneben präsentieren sich aber auch individuelle Spieler in Bestform. Und in der Front sticht besonders Matt Judon heraus. Der Neuzugang, der vor der Saison von Baltimore Ravens kam, hat sich als einer der wertvollsten Edge Rusher etabliert. Die viertmeisten Quarterback Pressures und drittmeisten Sacks der Liga sprechen eine deutliche Sprache.

Patriots Defenses in der Vergangenheit überzeugten eher durch das Kollektiv. Es war selten der Fall, dass einzelne Spieler statistisch herausragten. Judon jedoch tut dies und zwar noch deutlicher, als er es bei den Ravens getan hat. Und das für ein gemessen an seinen Leistungen überschaubaren Gehalt. Mit einem durchschnittlichen Gehalt von knapp 14 Millionen Dollar pro Jahr reiht er sich eher im Mittelfeld der Liga ein. Das macht eigentlich die Patriots zum Gewinner, aber dennoch: Judons sportliche Steigerung ist eine positive Überraschung der Saison.

Micah Parsons (Dallas Cowboys)

Was kann ich zu Micah Parsons sagen, was in seinen Lobeshymnen überall rund um die NFL noch nicht gesagt wurde? Ich kann mich alldem nur anschließen. Micah Parsons spielt eine exzellente Rookie Saison. Er drückt der Cowboys Defense seinen Stempel auf und füllt dabei noch verschiedene Rollen aus. Er spielt sowohl als klassischer Edge Rusher, aber auch als Linebacker und in Coverage. Und das alles auf einem wahnsinnig hohen Niveau. Er ist extrem athletisch und spielt seine Schnelligkeit und Stärke clever aus. Das führt nicht nur dazu, dass er optisch extrem positiv auffällt, auch seine Statistiken sind herausragend gut. Er gilt damit verdientermaßen als absoluter Topfavorit auf den Defensive Rookie of the Year Award.

Vor dem Draft waren seine sportlichen Fähigkeiten weitestgehend über Zweifel erhaben, aber dass er so schnell so einschlägt, war nicht abzusehen. Von den Charakterprobleme, über die vor dem Draft berichtet wurden, hat man bisher aus Dallas nichts gehört. Mit Micah Parsons stellen die Cowboys somit einen Gewinner der bisherigen Saison und haben sich einen Spieler geangelt, der ihnen auf Jahre hinweg, große Freude bereiten dürfte.

Verlierer

Leonard Williams (New York Giants)

Ich bin mitnichten ein Experte von Defensive Line Play oder vom “battle of the trenches”. Aber was ich sehe ist, dass Leonard Williams nicht so spielt, wie es sein Gehalt suggeriert. Nachdem er letzte Saison unter dem Franchise Tag starke Leistungen abgeliefert hat, wurde sein Vertrag vor der Saison verlängert. Und das haben sich die Giants einiges kosten lassen. GM Dave Gettleman stattete Williams mit dem (gemessen am Durchschnittsgehalt) zweithöchsten Vertrag für Interior Defensive Linemen in der NFL aus. 63 Millionen Dollar für 3 Jahre, davon 45 Millionen Dollar garantiert.

Die Erwartungen an Williams waren also extrem hoch vor der Saison. Gesteigert wurden die Ewartungen zusätzlich dadurch, dass man in Runde zwei Azeez Ojulari gedraftet hat. Der sollte Williams unterstützen und die Aufmerksamkeit der gegnerischen Offensive Lines – zumindest mehr als in der vergangenen Saison – von Williams wegziehen. Und Ojulari spielt eine gute Rookie Saison. Williams konnte das jedoch bisher nicht nutzen, um sein Niveau der Vorsaison weiter zu steigern. Er hat zwar einige Highlight Plays aber er passt sich zu sehr dem Auf und Ab der gesamten Giants Defense an und schafft es nicht konstant herauszustechen. Damit enttäuscht er die hohen Erwartungen, die an ihn gestellt werden, nämlich die Giants Defense zu führen. Das macht ihn zu einem Verlierer der bisherigen Saison.

Bud Dupree (Tennessee Titans)

Ich habe es bei Jeffery Simmons in der Gewinner-Kategorie schon erwähnt. Die Tennessee Titans Defense spielt aktuell über den Erwartungen. Dennoch ist mir bei Verlierern auf der Edge Rusher Position am ehesten Bud Dupree ins Auge gesprungen. Vor der Saison lockten die Titans Dupree mit einem Top 15 Edge Rusher Gehalt nach Nashville. Und dort hat er bisher nur 52% der defensiven Snaps gespielt. Er schwimmt in der Defensive mit, ohne wirklich aufzufallen. So sammelte er bisher nur elf Quarterback Pressures, was Platz 89 in der Liga entspricht. Das ist zu wenig für einen Spieler seines Gehalts und wird den hohen Erwartungen an ihn überhaupt nicht gerecht. Schon vor der Verpflichtung waren Experten skeptisch, was Duprees Value anging, da er in den letzten Jahren enorm von der restlichen Steelers Defense profitierte. Dass Duprees individuelle Klasse also nicht Erwartungen und Vertrag entspricht, scheint sich jetzt bei den Titans zu bestätigen. Sein Standing hat somit diese Saison deutlich verloren.

Jaylon Smith (Free Agent)

2019 war Jaylon Smith noch ein Pro Bowler. Und 2020 war vielleicht keine gute, aber auch keine horrend schlechte Saison von Jaylon Smith. Sein Abstieg war also nicht wirklich vorherzusehen. Doch schon früh diese Saison wurde seine Rolle in der Cowboys Defense von Rookie Micah Parsons und der Neuverpflichtung Keanu Neal übernommen. Somit entließen die Dallas Cowboys ihn nach Woche 4 trotz eines Vertrages bis 2024, den er gerade einmal 2019 unterschrieben hatte! Und auch bei den Green Bay Packers, die ihn sofort danach verpflichteten konnte er sich nicht ansatzweise durchsetzen. Nach gerade einmal vier Wochen mit zwei Einsätzen wurde er auch dort wieder entlassen und ist seitdem Free Agent. Und es scheint nicht so, als ob konkretes Interesse bei Teams besteht, Smith zu verpflichten, geschweige denn ihm ein hohes Gehalt zu zahlen. Was für ein Fall für einen Spieler, dem noch vor zwei Jahren das Potenzial nachgesagt wurde, einer der besten modernen Linebacker der kommenden Jahre zu werden. Das macht Jaylon Smith zu einem glasklaren Verlierer der NFL Saison 2021.

Ausblick

Das war auch schon die erste Hälfte der defensiven Positionen. Wer fehlt euch in meiner Bewertung? Wen habe ich übersehen? Gibt mir gerne Feedback, entweder hier oder auf Twitter. In zwei Wochen geht es weiter mit der Secondary, also Cornerbacks und Safeties. Bis dahin: Bleibt gesund!

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