Quo vadis Baltimore Ravens?

Die Baltimore Ravens haben in der Vorbereitung eine Verletzungsmisere erlebt, die außergewöhnlich war. Was bedeutet dies jetzt für die Titelambitionen in Baltimore?

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Ich habe bereits in der Saisonvorschau auf die Baltimore Ravens geschaut. Seit der Preview ist allerdings einiges passiert, weshalb ich vor dem heutigen Spiel gegen die Las Vegas Raiders noch einmal genauer auf die Verletzungen und die entsprechenden Auswirkungen schaue.

Insgesamt sind mit J.K. Dobbins, Gus Edwards, Justice Hill, Marcus Peters und L.J. Fort 5 Spieler länger verletzt und werden in dieser Saison kein Spiel mehr für die Ravens bestreiten. Insbesondere die Verletzungen auf der Running Back Position wirken im ersten Moment schwerwiegend.

Running Back

Alle 3 oben genannten Running Backs der Ravens werden die gesamte Saison verpassen und das in einem der lauflastigsten Systeme der NFL. Bevor ich näher auf die aktuelle Situation eingehe, möchte ich kurz generell etwas zum Thema Running Backs schreiben. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen Running Back in denen ich viele Ressourcen investieren würde, da sie zu austauschbar sind. Ich war auch absolut kein Fan davon, dass die Ravens im letzten Jahr J.K. Dobbins in Runde 2 gedraftet haben. Ein gutes Running Game hängt viel mehr mit einer guten Offensive Line und passenden Play Designs zusammen, als mit einem Running Back.

Fakt ist allerdings auch, dass die Ravens durch die Verletzungen insgesamt 1588 Rushing Yards der letzten Saison fehlen. Wenn man hier Mark Ingram II dazu zählt, dann sind es sogar 1887. Allerdings fällt beim Blick auf die Statistik auch auf, dass der Spieler mit den meisten Rushing Yards, Lamar Jackson, weiter mit an Board ist. Genau hier liegt auch der Kern für mich. Die Verletzungen sind bitter, weil sie so flächendeckend sind und neue Spieler etwas Zeit benötigen werden. Allerdings ist der wichtigste Spieler für das Running Game der Ravens weiter dabei und wird seine Fähigkeiten auch diese Saison mit einbringen.

Wer wird die Rolle auf Running Back übernehmen?

Wenn man sich den Kader der Ravens anschaut, dann ist als Nummer 1 Running Back Ty’Son Williams vorgesehen. Nach aktuellem Stand wird er als Starter in die Saison gehen, was er sich mit seinen Leistungen in der Preseason verdient hat. Bereits vor den Verletzungen war zu hören, dass Williams die Coaches beeindruckt hat und seine Snaps bekommen sollte. Hinter Williams werden mit Latavius Murray und Trenton Cannon zwei Neuzugänge auf der Bank Platz nehmen, die wohl beide ihre Chance bekommen werden. Mit Murray haben die Ravens eine Veteran hinter Williams, der diesen sicherlich unterstützen wird und Druck abnehmen kann. Es würde mich nicht wundern, wenn die Carries zu 50/50 zwischen Williams und Murray aufgeteilt werden.

Neben den bereits genannten haben die Ravens mit Le’Veon Bell und Devonta Freeman zwei erfahrene Spieler ins Practice Squad aufgenommen. Beide haben nun die Möglichkeit im Training zu zeigen, dass sie eine Option für das Backfield sein können.

Mir gefällt die Taktik der Ravens hier, dass sie sich möglichst viele Spieler anschauen möchten und dann entscheiden, welcher die Saison seine Chance bekommt. Eine Absicherung hinter Williams ist unabdingbar, auch weil die Ravens die Rush-Attempts bereits letzte Saison zwischen Edwards und Dobbins aufgeteilt haben. Keiner der genannten Spieler wird die alleinige Last tragen müssen.

Aufgrund der Verpflichtungen und der gesamten Offense Struktur, insbesondere die verbesserte Offensive Line, der Ravens bin ich vorerst “positiv” gestimmt. Ich denke die Ausfälle auf Running Back sind aufzufangen und mit Lamar Jackson werden die Ravens weiterhin gefährlich im Run Game bleiben.

Cornerback

Die Verletzung von Marcus Peters empfinde ich im Endeffekt schlimmer, als die Ausfälle auf Running Back. Ersetzt wird Peters mit Anthony Averett, der bereits letzte Saison einige Einsätze hatte. Wirklich überzeugen konnte er dort nicht, war aber auch kein Totalausfall. Neben Marlon Humphrey fehlt somit eine gute Nummer 2. Die Hoffung, dass Jimmy Smith mal eine verletzungsfreie Saison erlebt ist mehr als fraglich. Für das erste Spiel steht er in jedem Fall schon einmal auf der Kippe. Vermutlich wird Marlon Humphrey durchgehend als Outside Corner gebraucht und nun seltener in den Slot wechseln. Dies wird aber nur funktionieren, wenn Tavon Young fit bleibt, da dieser die Rolle im Slot übernehmen kann.

Am Ende könnte sich hier der Trade von Shaun Wade zu den Patriots rächen. Ich finde diesen Trade immer noch sehr bedauerlich, da ich bei Wade durchaus Potential erkannt habe. Nun müssen die Ravens aber mit dem Team arbeiten, dass vorhanden ist. Die Hoffnung liegt hier bei Wink Martindale, der bisher jedes Jahr eine gute Defense stellen konnte, womit ich auch weiterhin rechne.

Linebacker

Noch ein paar Worte zur Verletzung von L.J. Fort. Mit ihm verliert man einen wichtigen Rotationsspieler, wodurch die Starter Harrison und Queen noch mehr in den Fokus rücken. Viel darf hier allerdings nicht mehr passieren, da es dahinter in der Rotation mit Chris Board und Kristian Welch schon sehr dünn wird. Ich denke diesen Ausfall wird man über das Scheme gut auffangen können, auch wenn dadurch etwas Breite verloren geht.

Fazit

Nachdem am vergangenen Donnerstag die Verletzungen von Edwards und Peters bekannt wurden, dachte ich im ersten Moment die Saison für die Ravens ist gelaufen. Mit ein wenig Abstand sind die Verletzungen immer noch bitter und machen es nicht einfacher, aber ich sehe immer noch Potential. Am Ende wird die Saison, wie in meiner Preview geschrieben, meiner Meinung nach von der Weiterentwicklung des Passing Game abhängen. Hier ist immer noch alles möglich, vor allem wenn Bateman wieder fit ist. Die PlayOffs sollten weiterhin Pflicht sein und das dort alles möglich ist haben die Ravens bereits 2013 bewiesen.

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