Notre Dame 2021: Wohin führt der Weg der Golden Domer?

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Die Notre Dame Fighting Irish sind nun wieder ein Independent. Das Team von Head Coach Brian Kelly kommt aus einer 10-2 Season und Gewinner der ACC Regular Season und erreichte in zwei der letzten drei Spielzeiten die College Football Playoffs. In den wirklich großen Spielen zeigen sich die Irish allerdings ohne Chance – im Rose Bowl wurden die Golden Domer von den Alabama Crimson Tide mit 31:14 überfahren.

Kelly auf der Überholspur

Brian Kelly geht in seine zwölfte Saison in South Bend und stand in mehr Spielen (141) als Head Coach als jeder andere Fighting Irisch Übungsleiter an der Seitenlinie. Mit Ausnahme von Knute Rockne hat er auch die meisten Spielzeiten als Head Coach der Golden Domer auf dem Buckel. Und sollte in der Saison 2021 kein Desaster über die Fighting Irish hereinbrechen, wird er Rockne von der Spitze für die meisten Siege in der Geschichte von Notre Dame verdrängen. Läuft alles nach Plan, könnte dieses lange für unmöglich gehaltene Ereignis am letzten Septemberwochenende im Soldier Field in Chicago gegen Wisconsin geschehen.

Auch ohne eine nationale Meisterschaft oder einen großen Bowl-Sieg kann Notre Dame vier Spielzeiten mit zehn oder mehr Siegen in den letzten Jahren vorweisen. Dabei erreichte man zweimal die College Football Playoffs und eine Teilnahme an einem Conference Championship Game. Das ist gerade genug Erfolg, um die Irish wieder in der Nähe der Spitze des Sports zu etablieren. Es ist auch gerade genug Erfolg, um sich zu fragen, ob es unter Kelly noch mehr zu holen gibt.

Die Ausgangslage

Der große Wurf blieb in der Ära Brian Kelly bisher aus. Gerade das Ende der letzten Saison zeigte, dass man in South Bend zwar hervorragende Arbeit leistet, die Kluft zu den Big Playern im College Football wie Alabama, Clemson und Ohio State immer noch sehr groß ist. Im ACC Championship Game ging man gegen Clemson mit 10:34 unter, nachdem man die Tigers (ohne Trevor Lawrence) in der Regular Season in South Bend mit 47:40 besiegt hatte. Im Rose Bowl, dem College Football Halbfinale der letzten Saison, machte Nick Saban mit seinen Crimson Tide mit den Irish kurzen Prozess. 10:31 lautete es am Ende aus Sicht der in dieser Begegnung chancenlosen Irish.

Wie geht es nun weiter mit dem traditionsreichen Football Programm der University of Notre Dame? Über die letzten vier Spielzeiten weisen die Fighting Irish eine Winning Percentage von 84.3 % auf. Dies ist der beste Rekord über vier Spielzeiten für Notre Dame seit der Lou Holtz-Era von 1988 bis 1991. Auf der Ära von Kelly lastet auch ein kleiner Fluch was Bowl Games anbelangt. In Major Bowl Games weisen die Irish seit Beginn des Jahrtausends eine Bilanz von 0-8 auf.  Was geschieht nun in der College Football Saison 2021 mit einem Team im Umbruch?

Rückblick auf die Offense 2020

Die Offense von Head Coach Brian Kelly wurde wie in den vorherigen Spielzeiten von Quarterback Ian Book angeführt. Der erfahrene Book warf hinter einer sehr guten Offensive Line für 2.830 Yards und 15 Touchdowns bei drei Interceptions. Die Offensive der Irish wurde im ersten Jahr von Offensiv Coordinator Tommy Rees zu einem bodenorientierten Laufangriff. Running Back Kyren Williams hatte mit 1.125 Yards und 13 Rushing Touchdowns eine bahnbrechende Saison als Redshirt Freshman. Auch Book war stark zu Fuß unterwegs und steuerte 485 Yards und neun Rushing Touchdowns bei. Dazu war auch Freshman Chris Tyree mit 496 Yards und durchschnittlich 6,8 Yards pro Carry stark eingebunden.

Die meisten Receptions hatten in der COVID-19 Saison in der ACC für die Irish Javon McKinley und Michael Mayer mit 42. Wide Receiver McKinley kam auf insgesamt 717 Receiving Yards und starken 17,1 Yards pro Reception. Auf 450 Yards kam Tight End Michael Mayer, dem man 2021 ein sehr starkes Jahr zutraut. Ben Skowronek kam in nur neun Partien auf 439 Yards und fünf Touchdowns. Auch im Receiving Game spielte Kyren Williams eine Rolle und produzierte mit 35 Receptions 313 Receiving Yards. Die Abgänge von Wide Receiver Chase Claypool (Pittsburgh Steelers) und Tight End Cole Kmet (Chicago Bears) machten sich in der Offense negativ bemerkbar.

Insgesamt produzierte die Offense von Notre Dame 448,5 Yards pro Spiel (26. Platz national) und 33,4 Punkte pro Spiel (30. Platz national).

Rückblick auf die Defense 2020

Nur vier Teams erzielten im Jahr 2020 mehr als 21 Punkte gegen die Defensive der Notre Dame Fighting Irish. Unter der Leitung von Defensive Coordinator Clark Lea ließen die Irish nur 19,7 Punkte pro Game (#14 national), 113,0 Rushing Yards pro Begegnung (#16 national) und 343,6 Total Yards pro Spiel (#25 national) zu. In den vergangenen drei Spielzeiten erschuf Lea eine Top-Level Defense.

Angeführt wurde die Defense von Junior Safety Kyle Hamilton, der einen Großteil der Saison trotz einer Knöchelverletzung angeschlagen spielte. Dabei führte er die Defense in Tackles (63) an und räumte von Sideline-to-Sideline für die 14. beste Scoring Defense auf. Unterstützt wurde er von Linebacker Jeremiah Owusu-Karamoah (62 Tackles, 11,0 Tackles for Loss, 1,5 Sacks), der von Lea wie ein Schweizer Taschenmesser verwendet wurde. Der Pass Rush stützte sich auf Adetokunbo Ogundeji (6,0 Sacks, 6,0 Tackle for Loss), Isaiah Foskey (4,5 Sacks, 5,0 Tackle for Loss), Daelin Hayes (3,0 Sacks, 6,0 Tackle for Los) sowie Myron Tagovailoa-Amosa und Ovie Oghoufo mit jeweils 2,0 Sacks. Sieben Spieler schafften jeweils eine Interception.  

Der Coaching Staff

Der Coaching Staff von Notre Dame wird im Jahr 2021 ein anderes Gesicht haben. Dies hat nicht nur mit neuen Personen zu tun, sondern es gibt auch Verschiebungen innerhalb der Organisation. Head Coach Brian Kelly machte dabei auch vor Mike Elston und Brian Polian, die jeweils neue Aufgaben übernehmen, nicht halt. Polian wurde zusätzlich zu seinen Aufgaben als Special Teams Coordinator zum Associate Head Caoch ernannt. Elston bleibt der Coach der Defensive Line, wird aber nun auch als Recruiting Coordinator und Run Game Coordinator für die Defense tätig sein.

Mike Elston hatte zuvor die Rolle des Rekrutierungskoordinators zwar ausgeführt, aber Polian hatte diesen Job seit seiner Rückkehr zum Programm im Jahr 2017 offiziell bekleidet. Elston war zuvor der Associate Head Coach. Die Wechsel gingen mit Gehaltserhöhungen für beide Trainer einher. Natürlich hat Notre Dame auch neue Gesichter in neuen Positionen: Marcus Freeman wurde von Cincinnati abgeworben, um die Defense zu koordinieren, und der ehemalige Graduate Assistant Coach Chris O’Leary wurde zum Safeties Coach befördert.

Damit Notre Dame den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem Eliteprogramm machen kann, müssen die Irish anfangen, mehr Rekrutierungsschlachten mit Eliteprogrammen zu gewinnen. Mit der Verpflichtung von Marcus Freeman als neuem Defensive Coordinator, einem der heißesten Namen im College-Football-Coaching-Kreis, ist ihnen ein solcher Sieg gelungen. Die Fighting Irish gewannen ein Kopf-an-Kopf-Duell mit dem SEC Powerhouse und 2019er National Champion LSU.

Abgänge durch den NFL Draft

Die University of Notre Dame hatte im NFL Draft 2021 eine tiefe Draftklasse. Am Ende der dreitätigen Veranstaltung wurden insgesamt neun Spieler der Fighting Irish ausgewählt. Es war eine der besten Draft Klassen von Notre Dame in den letzten Jahrzehnten und auch eine der besten unter allen College Football Programmen. Nur Alabama und Ohio State hatten mit jeweils zehn Draftpicks mehr Abgänge in die NFL als Notre Dame.

Für Brian Kelly war zuvor die 2014er Draft Klasse mit acht Draftpicks die erfolgreichste seiner Amtszeit. In den ersten drei Runden wurden fünf Spieler der Irish ausgewählt – 2014 war es die gleiche Anzahl. Die Bestmarke für Notre Dame war die Klasse von 2016 mit sechs Spielern in den ersten drei Runden des Drafts.     

Diese Spieler verließen die Irish in Richtung NFL:

  • Round 2 (42) – Liam Eichenberg, OL, Miami Dolphins
  • Round 2 (48) – Aaron Banks, OL, San Francisco 49ers
  • Round 2 (52) – Jeremiah Owusu-Koramoah, LB, Cleveland Browns
  • Round 3 (83) – Tommy Tremble, TE, Carolina Panthers
  • Round 3 (95) – Robert Hainsey, OL, Tampa Bay Buccaneers
  • Round 4 (133) – Ian Book, QB, New Orleans Saints
  • Round 5 (171) – Daelin Hayes, Edge, Baltimore Ravens
  • Round 5 (182) – Adetokunbo Ogundeji, DE, Atlanta Falcons
  • Round 7 (249) – Ben Skowronek, WR, Los Angeles Rams

Dazu landeten weitere fünf Spieler als Undrafted Rookie Agents bei NFL Team. Hierbei handelt es sich um Cornerback Nick McCloud (Buffalo Bills), Guard Tommy Kramer (Detroit Lions), Wide Receiver Javon McKinley (Detroit Lions), Tight End Brock Wright (Detroit Lions) und Safety Shaun Crawford (Las Vegas Raiders).

Abgänge durch das Tranfer-Portal

Auch durch das Transfer-Portal haben einige Spieler South Bend verlassen. Die Liste wird angeführt vom ehemaligen Top-50-Recruit Jordan Johnson, der in der kommenden Saison für die UCF Knights aufläuft. Dazu entschieden sich drei Skill Player in der Offense RB/WR Jafar Armstrong (Illinois), RB Jahmir Smith (Appalachian State) und WR/DB Isaiah Robertson (noch ohne Team) für einen Teamwechsel. Auch die Offense Line kam nicht ungeschoren davon. OG Dillan Gibbons (Florida State), C Colin Grunhard (Kansas) und OT John Olmstead (Lafayette) suchten eine neue sportliche Heimat.

Auf der defensive Seite des Balls verließen sechs Spieler die Irish durch das Transfer Portal. DT Ja’Mion Franklin (Duke) sowie die Defensive Ends Ovie Oghoufo (Texas) und Kofi Wardflow (Charlotte) kehrten South Bend den Rücken. Dazu entschieden sich die Linebacker Jordan Heath (UCLA) und Jack Lamb (Colorado) für einen Transfer. In die Wüste nach Arizona zog es Cornerback Isaiah Rutherford

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Recruiting

Für die Rekrutierung scheint der sportliche Erfolg der Fighting Irish nicht der entscheidende Punkt zu sein. Die Recruiting Klassen der Irish liegen immer knapp und stabil außerhalb der Top 10. Daran änderten sowohl die Saison 2016 mit einer Bilanz von 4:8 als auch die beiden Teilnahmen an den College Football Playoffs nichts. Der entscheidende Durchbruch im Recruiting um den Abstand zu den absoluten Top-Programmen wie Alabama, Ohio State oder Clemson zu verringern, gelang bisher nicht.   

Für ein Team, dass nicht nur das College Football Playoff erreichen, sondern es auch gewinnen will, ist das nicht genug. Bestes Beispiel sind die Five-Star Recruits. In den letzten vier Rekrutierungszyklen haben sich Alabama, Clemson und Ohio State zusammen 44 Five-Star Recruits geangelt. Alabama verpflichtete 16. Ohio State und Clemson nahmen jeweils 14 unter Vertrag. Notre Dame hat mit Mayer nur einen nach South Bend locken können, der im ersten Jahr All-American war und ein potenzieller zukünftiger Erstrunden-Pick zu sein scheint.

Für 2021 lotsten die Fighting Irisch unter anderem 14 Four-Star Recruits nach South Bend. Angeführt wird die Klasse von den Offensive Linern Blake Fischer, Rocco Spindler und Caleb Johnson. Womöglich ist mit Tyler Buchner auch bereits der nächste Quarterback dabei. Unter den Skill Playern finden sich die Wide Receiver Deion Colzie, Jayden Thomas und Lorenzo Styles Jr. sowie Running Back Audric Estime und Tight End Cane Berrong. Auf der defensiven Seite sind Defensive Liner Gabriel Rubio, Cornerback Philip Riley und Linebacker Prince Kollie die Top-Recruits.

Zugänge durchs Transfer-Portal

Mit Graduate Transfers hatten die Fighting Irish in den vergangenen beiden Spielzeiten durchaus Erfolg. Auch wenn einem ein Graduate Transfer nur für eine Spielzeit zur Verfügung steht, kann es sich dabei durchaus um ein wichtiges Puzzlestück handeln. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass man den eigenen Recruits mit einem Graduate Transfer mögliche Spielzeit entzieht. Dies ist ein schmaler Grat zwischen Weiterentwicklung der eigenen Recruits und dem sportlichen Erfolg, den der Coaching Staff stets im Auge behalten muss.

Mit Wide Receiver Ben Skowronek (439 Yards, fünf Touchdowns) und Cornerback Nick McCloud (33 Tackles, 2,0 Tackle for Loss, zwei Forced Fumbles, acht Pass Break Ups und eine Interceptions) holte man vor letzten Saison zwei Spieler über das Transfer-Portal. Beide erwiesen sich als Glücksgriff und notwendige Ergänzungen um die College Football Playoffs zu erreichen. Dagegen spielten Running Back Trevor Speights und Linebacker Isaiah Pryor (acht Tackle, ein Tackle for Loss und einen Sack) beinahe keine Rolle.

In der Saison 2021 spielen womöglich zwei Graduate Transfers eine noch größere Rolle. Quarterback Jack Coan (Wisconsin) und Offensive Guard Cain Madden (Marshall) könnten beide entscheidend für den Erfolg der Irish sein. Beide bringen reichlich Erfahrung mit und haben gemeinsam bereits 49 Starts absolviert. Head Coach Kelly verlautbarte, dass man die Art wie Notre Dame mit Transfers und insbesondere Graduate Transfers umgehen wird, weiterentwickelt habe. Bei diesen beiden ging es sicher erst einmal um die Deckung des aktuellen Bedarfs.  

Die Offense 2021

Jahr eins nach Ian Book. Aber das ist nur eines der Probleme von Head Coach Brian Kelly. Insgesamt verliert die Offense im Vergleich zur letzten Saison neun Starter, darunter vier Offensive Liner und eben Quarterback Ian Book.

Quarterbacks

Ian Book ist nun in der NFL bei den New Orleans Saints. Mit Book under Center hinter einen bärenstarken Offensive Line gewann man 30 Spiele und kam zweimal ungeschlagen durch eine Regular Season. Graduate Transfer Jack Coan (Wisconsin) warf bei den Badgers 2019 in 14 Begegnungen für 2.727 Receiving Yards und 18 Touchdowns bei fünf Interceptions. Coan brachte knapp 70% seiner Pässe mit einer hohen Dosis an Short- und Intermediate-Pässen zu seinen Receivern. Während Book seine Stärken im fliehen aus der Pocket und dem kreieren außerhalb der Struktur hatte, bleibt Coan gern in der Pocket. Dies könnte die Offense im Passspiel verändern und vertikaler machen.

Auch hinter Coan, der den Starter Job zu Saisonbeginn innehaben sollte, stehen mit Drew Pyne, Brendan Clark und Tyler Buchner jede Menge unbeantwortete Fragen. Sophomore Drew Pyne stellt eigentlich keine Gefahr für Coan da. Wie soll ein Spieler, der zwei Snaps im College Football Playoff gegen Alabama ran durfte, einem Quarterback mit 18 Spielen Erfahrung inklusive Starts im Big Ten Championship Game und dem Rose Bowl gefährlich werden? Junior Brendon Clark verpasste das Spring Training nach einer Knieoperation und steht in der Depth Chart maximal an dritter Stelle.

Dazu befindet sich Freshman Tyler Buchner im Quarterback Room. Der Four-Star Recruit zeigte bereits im Spring Training sein Talent und sollte bei einem starken Camp auch schon in seiner True Freshman Saison das Feld sehen.

Offensive Line

In den vergangenen Spielzeiten war die Offensive Line eine der größten Stärken der Irish. Aber mit Liam Eichenberg, Aaron Banks, Robert Hainsey und Tommy Kramer verloren die Golden Domer gleich vier Starter. Einzig Jarett Patterson kehrt nach South Bend zurück. Für Patterson steht aber ein Positionswechsel an. Zunächst sollte er auf Tackle wechseln, aber anscheinend wird er als Guard eingesetzt werden. Im Spring Camp überraschte Early Enrollee Blake Fisher mit Reps auf Left Tackle und verblüffte mit starken Skills. Sollte er gegen Florida State am ersten Spieltag starten, wäre er der erste Freshman O-Liner, der seit 15 Jahren in einem Season Opener für die Golden Domer beginnt.

Josh Lugg und Tosh Baker sind die Kandidaten für den Right Tackle Spot. Lugg weist bereits den ein oder anderen Start in den vergangenen Spielzeiten als Ersatzmann auf und könnte daraus einen Vorteil ziehen. Die Tackle komplettiert Michael Carmody. Auf Guard kommt Graduate Transfer Guard Cain Madden von Marshall ins Spiel. Madden ist ein All-American mit 31 Starts in seiner Karriere. Dies ist die gleiche Anzahl von Starts wie die restliche Offensive Line der Irish gemeinsam aufweisen kann. Madden entschied sich für Notre Dame vor Florida State, Texas A&M und Virginia Tech. Damit sollten die Guard Spots an Madden und Patterson vergeben zu sein.

Auf Center sieht alles nach Zeke Correll aus. Aber nach dem Abgang von Dillan Gibbons gibt es keinen Backup Center. Tiefe auf Guard bringen Junior Andrew Kristofic und Freshman Rocco Spindler. Notre Dame hat unglaubliches Recruiting Potential in der Offensive Line. Hier tummeln sich acht Four-Star Prospects und Spieler wie Fisher, Spindler, Baker und Correll waren Top 100 Prospects.  

Running Backs

Die Fighting Irish bringen mit Kyren Williams und Chris Tyree eines der besten Running Back Tandems im College Football zurück. Junior Williams war das Herzstück der Offense in der vergangenen Saison und machte über 1.100 Rushing Yards und trug den Ball 13 Mal auf dem Boden in die Endzone. Sein Parter Chris Tyree ist der schnellere, wendigere und agilere der beiden Backs. Zusammen bilden Williams und Tyree ein kongeniales Duo, dass kombiniert 1.621 Rushing Yards sowie 17 Rushing Touchdowns produzierte.

Offensive Coordinator Rees scheint fest entschlossen beide zusammen öfter aufs Spielfeld zu bekommen. Es ist nicht klar, wie eine Notre Dame Offense mit zwei Running Backs auf dem Feld funktionieren wird. Aber beide Backs bringen ebenfalls starke Fähigkeiten als Receiver mit. Dies zeigte Williams bereits mit 35 Receptions für 313 Yards. Tyree wurde als Receiver bisher nicht oft eingesetzt, was sich nun aber ändern soll.

Als Nummer drei im Backfield gilt C’Bo Flemister. Mit seinem kraftvollen Laufstil bringt er den Irish ein Element ins Short-Yardage Game, welches Williams und Tyree nicht haben. Dazu hat Notre Dame mit Logan Diggs und Audric Estime zwei Freshman in der Hinterhand. Für das Running Back Corps aus South Bend wird viel von der Performance der stark veränderten Offensive Line abhängen. In der Saison 2021 ebneten die O-Liner um Aaron Banks, Liam Eichenberg und Co. den Raum für 33 Rushing Touchdowns in zwölf Partien.

Wide Receiver

Die Receiver Gruppe der Fighting Irish ist das große Fragezeichen in der Offense. Die Irish müssen das Feld mehr stretchen, als sie es 2020 mit Wideout Kevin Austin Jr. und Slot-Receiver Avery Davis getan haben. Big-Play-Wideout Braden Lenzy hatte in den letzten beiden Spielzeiten Schwierigkeiten, gesund zu bleiben, aber er ist explosiv, wenn er in Bestform ist. So wie 2019 mit 23,1 Yards pro Catch.

Nur drei Spiele konnte Senior Kevin Austin Jr. aufgrund von Sperren und Verletzungen in den letzten drei Spielzeiten absolvieren. Trotzdem ist er sicher auf dem Roster der talentierteste Receiver. In der letzten Saison brach er sich gleich zweimal den linken Fuß und bestritt nur zwei Begegnungen. Bisher kommt er nur auf sechs Receptions und 108 Receiver Yards während seiner College Karriere. Außerdem wird er nach Aussage von Head Coach Kelly wahrscheinlich zu Saisonbeginn noch nicht wieder komplett hergestellt sein. Gleichwohl ist Austin die größte Hoffnung für die Irish in Sachen Outside Receiver.

Avery Davis ist der zuverlässigste der verbleibenden Wideouts. 2020 erzielte er mit 24 Receptions in elf Spielen 322 Yards und zwei Touchdowns. Davis hat sich als Slot-Receiver durchgesetzt und ist damit der legitime Nachfolger von Chris Finke. Vieles hängt davon ab, was Notre Dame von den Seniors Joe Wilkins, Braden Lenzy und Lawrence Keys III erwarten kann.

Tight Ends

Unter den Tight Ends findet man die stärkste Waffe unter den Receivern. Michael Mayer ist ein wuchtiger, trotzdem dynamischer, 6‘4‘‘ großer und 250 Pfund schwerer Tight End, der schwer aufzuhalten ist und zahllose Tackles bricht. Bereits als True Freshman fing in er der Saison 2020 42 Bälle und lag damit teamintern auf einem geteilten zweiten Platz. Mayer machte in seiner ersten Saison für die Irish 450 Receiving Yards und zwei Touchdowns. Zu Beginn der letzten Saison wurde er lediglich als Rotationsspieler eingesetzt. Nun kehrt er als Leader in Returning Production in Receptions, Receiving Yards und Receiving Touchdowns zurück.

George Takacs übernimmt nach einer starken Offseason die Rolle der Nr. 2 unter den Tight Ends. Kevin Bauman dürfte die Nr. 3 sein. Der Neuling Mitchell Evans, ein Early Enrollee, überraschte die Coaches im Frühjahr.

Defense

Die Defense der Fighting Irish verbuchte in der Saison 2020 in 12,1% der Snaps einen Tackle for Loss. Damit lag man national auf dem 6. Platz. Schaut man lediglich auf die reinen Rushing Plays (Sacks ausgenommen) belegte man sogar den 4. Rang mit 18,3% Stops hinter der Line of Scrimmage. In 742 Defensive Snaps produzierte die Unit 90 Tackles for Loss, 49 Pass Breakups, sieben Interceptions und neun Forced Fumbles. Ganze 8,02 Yards mussten die gegnerischen Offensivreihen bei Third Down gegen die Fighting Irish zurücklegen. Dies bedeutete Platz 10 national.

Defensive Coordinator

Nur vier Teams erzielten im Jahr 2020 mehr als 21 Punkte gegen die Defensive der Notre Dame Fighting Irish. Unter der Leitung von Defensive Coordinator Clark Lea ließen die Iren nur 19,7 Punkte, 113,0 Rushing Yards und 343,6 Total Yards pro Spiel zu.

Notre Dames neuer Defensive Coordinator für die Saison 2021 übertraf in der letzten Saison alle drei dieser Kriterien. Als Lea Mitte Dezember das Angebot annahm, der nächste Head Coach in Vanderbilt zu werden, verschwendete Notre Dame keine Zeit mit der Suche nach seinem Nachfolger. Weniger als einen Monat später hatte Brian Kelly seinen Mann gefunden.

Marcus Freeman kommt zu Notre Dame nachdem seine Cincinnati-Defense in der FBS den dritten Platz bei den Interceptions (16), den achten Platz bei der Scoring Defense (16,8 zugelassene Punkte pro Spiel), den zehnten Platz bei den Total Takeaways (21) und den 14. bei der Rushing Defense (111,1 zugelassene Rushing Yards pro Spiel) belegt hat. Unter den Teams, die in der Saison 2020 mindestens zehn Spiele bestritten, wiesen Freemans Bearcats die viertbeste Scoring Defense und den achtbesten Durchschnittswert pro Spiel in der Rushing und Total Defense auf.

Defensive Line

In vorderster Reihe findet man bei den Fighting Irish eine dreier Front. In der Mitte steht als Nose Tackle Kurt Hinish, der in der letzten Saison mit 19 Tackles, 4,5 Tackle for Loss und 2,0 Sacks abschloss. Neben ihm spielt Jayson Ademilola (15 Tackles, 2,5 Tackle for Loss, 1,0 Sacks). Beide bekommen nun Druck von Spielern aus der zweiten Reihe.  Rylie Mills, Howard Cross und Jacob Lacey haben bereits in der letzten Saison mit begrenzter Spielzeit auf sich aufmerksam gemacht und sich im Spring Training nochmals verbessert gezeigt.

Notre Dame verfügte über so viel Tiefe auf Defensive Tackle, dass man Myron Tagovailoa-Amosa zum Defensive End beförderte, um das vorhandene Talent zu maximieren. Die Verantwortlichen hofften, dass der Senior zumindest etwas Pass Rush bieten würde, obwohl er eher ein Spieler ist, der den Lauf stoppt. Tagovailoa-Amosa übertraf die Erwartungen während des Spring Trainings auf der neuen Position. Er wird die Irish noch flexibler in der Front machen. Tagovailoa-Amosa wird bei Third-and-Long-Downs wieder nach innen rücken und den Druck durch die Interior Defense Line verstärken.

Im Pass Rush werden Isaiah Foskey und Jordan Botelho auf der Viper Position eine große Rolle spielen. Von der Viper Position sollen Defensive Ends in 1-1-Situationen über die Edges gewinnen können, aber auch in Coverage zurück droppen können. Mit 4,5 Sacks bringt Foskey die größte Produktion aus dem Vorjahr mit. Botelho schaffte in vier Einsätzen in der letzten Saison zwar keinen Sack, aber aufgrund seiner Hingabe und Einsatzbereitschaft wird er Foskey sicher Spielanteile abringen. Allerdings sollte man bei ihm aufgrund seiner ungestümen Spielweise die ein oder andere Roughing the Passer Strafe miteinberechnen. In der Rotation wird sich Justin Ademilola mit Tagovailoa-Amosa um Spielanteile streiten. Aufgrund einer Knieoperation verpasste Nana Osafo-Mensah die komplette Spielzeit.   

Linebacker

Freeman wird im Linebacker Corps ohne einen Spieler wie Jeremiah Owusu-Koramoah auskommen müssen. In die großen Fußstapfen von Owusu-Karamoah tritt Jack Kiser (20 Tackles, 3,0 Tackle for Loss in 2020), der aber sicher nicht an die Vielseitigkeit und die Produktion seines Vorgängers anknüpfen kann. Drew White kommt als der Leading Tackler der Positionsgruppe in der Mitte zurück. Junior Marist Liufau (22 Tackles, 1,5 Tackle for Loss, 0,5 Sacks) dürfte an der Seite von White starten. Außerdem ist er einer der härteren Hitter im Team. Allerdings könnte auch Bo Bauer auf Will Linebacker wechseln. Dazu sind Shayne Simon und JD Bertrand in der Verlosung. Bertrand zeigte ein starkes Spring Camp, trotzdem könnte es für ihn noch ein Jahr zu früh sein.  

Unabhängig davon, wer startet, wird Freemans Verteidigung als schlank und einfach beschrieben. Von den Linebackern wird nicht sehr verlangt, dass sie viel (oder überhaupt) Two-Gapping betreiben. Stattdessen möchte Freeman, dass die Linebacker vertikal spielen, idealerweise im Backfield des Gegners.

Defensive Backs

Nach dem Abgang von Owusu-Karamoah in die NFL ist Free Safety Kyler Hamilton der uneingeschränkte Star des Teams. Der All-American ist ein potentieller Top 10-Pick im kommenden Draft, obwohl die NFL Teams Safeties in den vergangenen Jahren zumeist links liegen ließen. Letzte Saison spielte er mit einer Knöchelverletzung und führte das Team trotzdem in Tackles an. In der Saison 2021 werden die Fighting Irish noch mehr von Hamilton brauchen. In der Coverage wird man sich wahrscheinlich mehr in Richtung einer Man-to-Man Philosophie bewegen. Hierzu sollte die erstklassige Reichweite und Übersicht des Free Safety unabdingbar sein.

Ansonsten sieht es bei den Safeties in South Bend eher dünn aus. Neben Hamilton wird entweder Houston Griffin oder D.J. Brown starten. Sowohl Griffith als auch Brown befinden sich in ihrem letzten College Jahr. Einer von beiden wird der neue Partner von Hamilton werden müssen. Sixth-Year Senior Shaun Crawford ist nicht mehr beim Team. Möglicherweise könnte auch der ehemalige Cornerback K.J. Wallace eine Chance erhalten.

Vielleicht die Entdeckung in der Defense der Fighting Irish war in der letzten Saison Clarence Lewis. Der Sophomore spielte eine überragende Saison (33 Tackles und sieben Pass Breakups) und geht als Nummer 1 Corner in die Saison. Gegenüber von Lewis sollte Cam Hart die besten Aussichten auf den Starter Posten haben. Die Coaches sind vom Frame des ehemaligen Receivers sehr angetan. In seiner Junior Season hat sich TaRiq Bracy nicht wie erhofft weiterentwickelt und landete schließlich auf der Bank. Aber in den Nickel Packages sollte es für ihn eine Rolle und Spielzeit geben. Mit Sophomore Roman Henderson hat man vielleicht noch einen Joker in der Hinterhand.   

Die Special Teams 2021

Kicker Jonathan Doerer und Punter Jay Bramblett kehren beide zurück. Bramblett schaffte in seiner Sophomore Season durchschnittlich 41,3 Net Punting Yards. Doerer kehrt nach South Bend als Super Senior zurück. Gegen Ende der Saison leistete er sich fünf Fehlschüsse bei neun Field Goal Attempts. Darunter ein Field Goal aus 32 Yards gegen North Carolina und 24 Yards im ACC Championship Game. Findet er seine Konstanz wieder, sollte Doerer wieder ein verlässlicher Kicker sein.

Kick Returner Chris Tyree kehrt ebenfalls zurück. In der letzten Saison returnierte er die Kickoffs über 20,7 Yards (22 Returns, 456 Yards). Matt Salerno war 2020 der primäre Punt Returner mit 10 Attempts für 45 Yards. Der ehemalige Walk-On Salerno zeichnete sich in der vergangenen Saison mehr durch Fair Catches als durch Returns aus. Hier müssen die Irish an Produktivität zulegen. Freshman Wide Receiver Lorenzo Styles Jr. könnte auch eine interessante Option als Returner darstellen.

Der Schedule für 2021

Notre Dame kommt mit einem 10-2 Record aus der letzten Saison. Aufgrund der COVID-19-Pandemie spielte das Team von Brian Kelly erstmals als Mitglied der Atlantic Coast Conference (ACC). Die beiden Niederlagen musste Notre Dame erst im ACC Championship Game gegen Clemson (10:34) und im College Football Playoff Halbfinale gegen Alabama (10:31) hinnehmen.

12 Games Table
GDateTimeDaySchoolOpponentConf
1Sep 5, 20217:30 PMSun(9) Notre Dame@Florida StateACC
2Sep 11, 20212:30 PMSat(9) Notre DameToledoMAC
3Sep 18, 20212:30 PMSat(9) Notre DamePurdueBig Ten
4Sep 25, 202112:00 PMSat(9) Notre DameN(12) WisconsinBig Ten
5Oct 2, 20212:30 PMSat(9) Notre Dame(8) CincinnatiAmerican
6Oct 9, 20211:00 PMSat(9) Notre Dame@Virginia TechACC
7Oct 23, 20217:30 PMSat(9) Notre Dame(15) USCPac-12
8Oct 30, 20217:30 PMSat(9) Notre Dame(10) North CarolinaACC
9Nov 6, 20213:30 PMSat(9) Notre DameNavyAmerican
10Nov 13, 202112:00 PMSat(9) Notre Dame@VirginiaACC
11Nov 20, 20212:30 PMSat(9) Notre DameGeorgia TechACC
12Nov 27, 202112:00 PMSat(9) Notre Dame@StanfordPac-12
Provided by CFB at Sports Reference: View Original Table
Generated 9/5/2021.

Für die Fighting Irish beginnt die Saison am 5. September im Doak Campbell Stadium bei der Florida State University. Für die Seminoles und die Fighting Irish startet die neue Spielzeit mit einem Prime-Time Game am Sonntag. Florida State hat in den letzten vier Seasons eine Bilanz von 21-26. Eine Geschichte, die man bei den Noles in diesem Herbst im Auge behalten sollte, ist der Versuch von UCF-Transfer-Quarterback McKenzie Milton. Wird er sein Comeback, nach der verheerenden Beinverletzung, die er 2018 erlitten hat, positiv abschließen?

Im Spielplan der Irish findet sich kein Schwergewicht wie Clemson oder Georgia, aber es gibt den ein oder anderen Stolperstein. Neben der Partie im Doak Campbell Stadium trifft man auf Wisconsin (im Soldier Field), Cincinnati und Ende Oktober auf USC und North Carolina. Auf den Heimvorteil in South Bend konnten sich die Fighting Irish in den letzten Jahren verlassen. Die letzten 24 Heimbegegnungen gewann das Team von Brian Kelly in Serie und ist nur noch vier Siege vom Schulrekord entfernt. Darüber hinaus konnte man 32 Spiele in Serie gegen nicht gerankte Teams gewinnen. Nur Alabama (98) und Clemson (34) weisen eine noch längere Serie auf.

Fazit und Ausblick

Die Herausforderungen mit einem neuen Quarterback, einer fast komplett neu aufgestellten Offensive Line und einem neuen Defense Coordinator sind groß. Aber Head Coach Brian Kelly hat genug Erfahrung und der Kader nach den starken Recruiting Klassen auch genug Talent um sich diesen Herausforderungen zu stellen. Sollte man beide Siegesserien fortsetzen können, ist erneut eine Saison mit zehn Siegen im Bereich des Möglichen. Dies sollte dann in einem der New Year’s Six Bowls enden. Ein erneuter Einzug in die College Football Playoffs sollte den Irish in einem kleinen Rebuild allerdings verwehrt bleiben. Trotzdem sollte es das Programm in eine hervorragende Position für die Saison 2022 bringen.   

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Frank Höhle
College-Football und NFL-Verrückter seit vielen, vielen Jahren. #Michigan und #49ers Anhänger. Vize President 49ers Germany und Co-Host "Niners Huddle - Der 49ers Germany Podcast"

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