Versinken die Cardinals 2021 in der Mittelmäßigkeit?

Letztes Jahr verpassten die Cardinals die Playoffs denkbar knapp. Im dritten Jahr mit Kyler Murray und Kliff Kingsbury soll der Schritt auf die Playoff-Bühne wieder klappen. Haben die Cardinals was es dazu braucht?

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Einleitung

Wir schreiben Woche 10 der vergangenen Saison. Die Arizona Cardinals stehen mit dem Rücken zur Wand. Im eigenen Stadion. Noch 11 Sekunden zu spielen und Arizona liegt mit 26 zu 32 gegen die Buffalo Bills zurück. Der Ball liegt auf 43 Yard Line der Bills. Eine aussichtslose Situation… oder?

Viele werden sich noch erinnern: Kyler Murray bekommt den Ball, guckt kurz das Feld herunter, rollt dann nach links weg, enteilt noch einem Defensive End der Bills und wirft den Ball, zusammen mit einem Gebet an die heilige Mutter Maria, in Richtung Endzone. DeAndre Hopkins fischt das Ei aus einem Meer von drei Buffalo Verteidigern heraus. Touchdown. Spiel vorbei. Ekstase im State Farm Stadium.

Die Cardinals gewinnen dieses Spiel mit 32:30 und stehen nach Woche 10 mit einer Bilanz von 6 Siegen und 3 Niederlagen an der Spitze der NFC West. Die Reise schien klar in Richtung der Playoffs zu gehen, aber es sollte anders kommen. Fünf der folgenden sieben Spiele gehen verloren, Kyler Murray schien nicht mehr er selbst zu sein und die Cardinals schrammten mit einer Bilanz von 8-8 an den Playoffs vorbei.

Wendepunkt

Die große Stärke des Teams aus Arizona war das Laufspiel. Nach Woche 10 waren die Cardinals beim Rush EPA per Play auf Platz zwei der Liga. Vor allem dank Kyler Murray, der nach dem Spiel gegen die Bills in Woche 10 stolze 604 rushing Yards auf dem Konto hatte. Am Ende der Saison stand er bei 819, er sammelte also lediglich 215 rushing Yards in den verbleibenden sieben Spielen ein. Was war passiert?

Der Franchise Quarterback der Cardinals zog sich in Woche 9 gegen Miami eine Schulterverletzung zu, welche ihn einschränkte. Die Verletzung raubte ihm einen Teil seiner Spritzigkeit und Schnelligkeit. Dies wirkte sich auch auf den Rest der Offensive aus: Kenyan Drake sammelte bis einschließlich Woche zehn 69 Rushing Yards im Schnitt pro Spiel. Ab Woche 11 waren es nur noch 49 Yards. Nach Ende der Saison rutschten die Cardinals beim Rush EPA per Play von Rang zwei auf Rang sechs ab.

In der vergangenen Saison war die Offensive der Cardinals zu abhängig von der Athletik von Murray. Zusätzlich wollte Kliff Kingsbury schnell spielen, den Gegner so in die Knie zwingen. Leider litt darunter die Variabilität der Offense. Kyler Murray musste zu häufig mit seinen Beinen improvisieren und sein Team so das Feld heruntertragen.

Schafft es Kingsbury in seinem dritten Jahr in Arizona mit den neuen Verstärkungen den nächsten Schritt zu machen und die Offensive flexibler zu gestalten, so dass sie sich nicht mehr in erster Linie auf die Beine von Murray und die Hände von Hopkins verlassen müssen?

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Offensive

Die Cardinals spielten in der vergangenen Saison hauptsächlich mit drei Personalgruppen, wenn ihre Offensive auf dem Feld stand. In 46 Prozent der Snaps mit dem 11-Personnel, also jeweils ein Running Back, sowie Tight End und drei Wide Receiver. Zu 30 Prozent kam das 12-Personnel (ein Running Back, zwei Tight Ends und zwei Wide Receiver) auf das Feld. In 20 Prozent der Fälle ließ Kliff Kingsbury das 10-Personnel, also ein Running Back, null Tight Ends und vier Wide Receiver, spielen.

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Interessant wird es, wenn man nun den Liga-Vergleich näher betrachtet. Beim 11-Personnel liegen die Cardinals auf Platz 28, nur vier Mannschaften benutzen diese Personalgruppe noch weniger. Beim 12-Personnel liegt das Team aus Arizona weit oben auf Platz 3, lediglich hinter Tennessee und Philadelphia. Das 10-Personnel, also dem Spielsystem mit vier Wide Receivern, benutzen sie am häufigsten in der Liga. Allerdings kommt nur ein Team auch nur annährend an diese Zahl heran: Die Buffalo Bills spielten in 15 Prozent ihrer Snaps mit dem 10-Personnel. Kein anderes der 30 Mannschaften spielte überhaupt häufiger als in fünf Prozent ihrer Spielzüge mit vier Wide Receivern! Auch in der Saison 2019 waren die Cardinals mit weitem Abstand die Mannschaft mit den meisten 10-Personnel Snaps (31 Prozent, kein anderes Team hatte mehr als 8 Prozent).

Bemerkenswert ist, dass sich Kliff Kingsbury im Jahr 2020 mit der Wide Receiver Gruppe von DeAndre Hopkins, Christian Kirk, Larry Fitzgerald, Andy Isabella, KeeSean Johnson und Trent Sherfield so häufig dafür entschied, vier Wide Receiver aufs Feld zu schicken. General Manager Steve Keim bemühte sich in dieser Off-Season darum, diese Abteilung der Offensive zu verbessern. Hat Kliff Kingsbury in seinem dritten Jahr in Arizona endlich die passenden Receiver, um mit seiner aggressiven Air-Raid Offensive der Liga den Stempel aufzudrücken?

Wide Receiver

Herzstück der Receiver wird natürlich nach wie vor Superstar DeAndre Hopkins bleiben, den Pro Football Focus vor dieser Saison als den zweitbesten Wide Receiver (hinter Davante Adams) der NFL sieht. Allerdings war letztes Jahr ein elementares Problem dieser Offensive, dass sie mit Hopkins nur über einen dominanten Outside-Receiver verfügten. Deswegen musste Christian Kirk immer wieder außen aushelfen, eine Rolle, die nicht zu seinen Paradedisziplinen zählt. Für dieses Problem hat General Manager Steve Keim mit der Verpflichtung von A.J Green Abhilfe geschaffen. Der 193 cm große Receiver unterschrieb für ein Jahr und sechs Mio. Dollar in Arizona. Er ist sicherlich nicht mehr in der Lage, deinem Team über 1000 Yards und 10 Touchdowns zu geben, aber er bringt mit seiner Größe nach wie vor Physis und Präsenz über außen mit. Genau das fehlte den Cardinals letztes Jahr neben Hopkins. Bleibt er fit, kann er sich als Nummer 2 in dieser Offensive festsetzen.

Alte Bekannte und neuer Hoffnungsträger

Um diesen Platz möchte Christian Kirk allerdings ein Wörtchen mitreden. Der Receiver kommt in sein viertes Jahr und konnte letztes Jahr 621 und sechs Touchdowns in 14 Spielen sammeln. Die Verpflichtung von Green dürfte ihm erlauben häufiger im Slot zu spielen, die Position auf, der er auf dem College bei Texas A&M überzeugen konnte. Falls Kirk im Slot zu alter Stärke zurück findet wird er der Offensive von Kingsbury gewaltig helfen.

Eine weitere Frage für dieses Jahr wird sein, wie sich Andy Isabella entwickelt. 2019 mit großen Erwartungen in der zweiten Runde gepickt enttäuschte er bisher in der NFL. In seinem letzten Jahr am College in Massachusetts stach er mit 1698 Yards und 13 Touchdowns in 12 Spielen heraus. In 28 NFL-Spielen sammelte er bisher nur 413 Yards und 3 Touchdowns. Am 30. August wurde WR KeeSean Johnson von den Cardinals entlassen. Dieser Cut könnte ein Hinweis darauf sein, dass Kingsbury es noch einmal mit dem Speedster versuchen möchte. Vermutlich die letzte Chance für Isabella in Arizona.

Des Weiteren befinden sich Antoine Wesley und Greg Dortch auf dem Cardinals Roster (Stand 31. August, vor den finalen Cuts um 22 Uhr). Von ihnen wird es vermutlich nur einer auf den finalen 53-Mann Kader als Rollenspieler schaffen.

Komplettiert werden die Wide Receiver von dem diesjährigen Zweitrunden-Pick: Rondale Moore aus Purdue. Moore hatte im Jahr 2019 und 2020 auf dem College verletzungsbedingt nur insgesamt sieben Spiele absolvieren können. 2018 zeigte er, was in ihm steckt: 1258 Yards und 12 Touchdowns. Der 170 cm große Receiver ist unheimlich dynamisch mit dem Ball in der Hand, er nimmt schnell Tempo auf, ist agil und insgesamt überragt er mit seiner Athletik. Moore ist der klassische Gadget Player, der auch aus dem Slot agieren kann. Neben seiner Verletzungshistorie ist seine größte Schwäche seine gelegentliche Unkonzentriertheit auf dem Feld. Nichtsdestotrotz könnte er in der richtigen Rolle zum X-Faktor der Cardinals-Offensive avancieren, vor allem, weil er mithilfe seines schnellen Release eine Waffe für die Mitte des Feldes darstellen könnte. Genau auf diesem Bereich des Feldes hatte Kyler Murray immer wieder Schwierigkeiten.

Das Ende einer Ära?

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„I just don’t have the urge to play right now“, sagte Cardinals-Urgestein Larry Fitzgerald im August in einem Interview. Fürs Erste muss das Team aus Arizona wohl auf den größten Spieler ihrer Geschichte verzichten. Natürlich ein harter Schlag für alle Fans. Außerdem fehlt für die jungen Spieler im Roster ein Vorbild, an dem sie sich ausrichten können.

Nüchtern betrachtet hatte Larry letztes Jahr nur noch 409 Yards und einen Touchdown in 13 Spielen beisteuern können. So hart es klingt: Sportlich gesehen kein herber Verlust, menschlich allerdings schon. Unklar ist, ob er im Verlauf der Saison zurückkommt.

Quarterback

Der Franchise Quarterback der Arizona Cardinals ist auf dem Weg eines der neuen Gesichter der NFL zu werden. Letztes Jahr kratzte er an der Marke von 4000 Passing Yards (3971), warf 26 Touchdown Pässe und erlief 819 Yards. Zusätzlich landete er mit einem soliden Quarterback Rating von 68,9 im Mittelfeld der Liga. Alles Steigerungen im Vergleich zu seiner Rookie-Saison. Wo kann sich der 24-Jährige also noch verbessern?

Bei der Pass-Chart der Cardinals fällt auf, dass sich die Targets ungleich verteilen. Die Mitte des Feldes wird selten bespielt.

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Ein bekanntes Problem für kleine Quarterbacks, wie Kyler Murray. Für sie ist es schwieriger über die großen Spieler aus der O-Line zu schauen. Daher meiden sie oft diesen Bereich. Ein Lösungsansatz für dieses Problem könnte, wie bereits erwähnt, die neue Waffe Rondale Moore werden. Auch schon angesprochen wurde das Tempo der Offensive. Kliff Kingsbury versuchte letztes Jahr immer wieder mit einem hohen Tempo den Gegner zu überraschen. Darunter leidet allerdings die Flexibilität der Offensive. Hopkins spielte letzte Saison 88 Prozent seiner Snaps auf derselben Position. Ein Ansatz, um Murray zu helfen, könnte es sein langsamer zu spielen und dafür mehr Motions vor dem Snap einzubauen. Darüber hinaus wäre eine Möglichkeit mehr Play-Action Spielzüge einzustreuen. Im Jahr 2020 warf Kyler Murray bei dieser Art von Spielzügen im Schnitt 2,5 Yards tiefer pro Passversuch.

Eine starke Offensive Line könnte Murray ebenfalls helfen mehr Sicherheit und Zeit in der Pocket zu gewinnen. Ist Arizona in diesem Teil der Mannschaft gerüstet, um ihrem Quarterback die Zeit zu geben, die er braucht?

Offensive Line

Viele Jahre lang bereiteten die Beschützer des Quarterbacks den Fans der Arizona Cardinals Kopfschmerzen. In den Jahren unter dem neuen Headcoach konnten sie sich allerdings zu einer der besten Offensive Lines entwickeln, wenn es um das Pass Blocking geht. Laut der Pass Block Win Rate von ESPN liegt die Offensive Line der Cardinals mit 67 Prozent hinter den Browns und Packers auf Platz 3 in der gesamten Liga. Diese statistische Kategorie von ESPN besagt bei wie viel Prozent aller Snaps es dem Offensive Lineman gelingt, seinen Block für 2,5 Sekunden oder länger bei einem Passspielzug zu halten. In dieser Kategorie brilliert vor allem der Guard Justin Pugh, der mit 94% unter allen Guards der Liga, auf Platz sieben steht. Auch der andere Guard dieser Line zeigte sich letztes Jahr solide im Pass Blocking: Justin Murray. Bei Pro Footbal Focus rangieren beide unter den Top 16 Guards in dieser Kategorie. Allerdings sind beide im Run Blocking anfällig und weniger verlässlich.

Bei den Tackles sieht es anders aus, denn Left Tackle D.J Humphries und Right Tackle Kelvin Beachum gehören zu den besten Run Blocking Tackles der Liga. Humphries erntete von PFF die drittbeste Note im Run Blocking. Beachum schafft es in 80 Prozent der Fälle seinen Block zu halte, was dem zweitbesten Wert der NFL entspricht.

Größte Schwachstelle

Mason Cole wirkte letzte Saison speziell bei Passspielzügen zu häufig inkonstant. Er war der einzige Center im Jahr 2020, welcher weniger als 565 Pass Blocking Snaps spielte, aber trotzdem mehr als 20 Pressures erlaubte. In dieser Saison wurde aus der Schwachstelle eine Stärke. General Manager Steve Keim verpflichtete im Trade mit den Las Vegas Raiders den Center Rodney Hudson. PFF sortiert den Mann aus Alabama vor dieser Saison ganz oben auf ihrer Center-Rangliste ein. Trotzdem mussten die Cardinals für ihn und einen Siebtrunden-Pick lediglich einen Pick in der dritten Runde des 2021er-Drafts abgeben. Rodney Hudson wird die solide Offensive Line aus der letzten Saison noch einmal auf ein neues Level heben können und ihr vor allem mit seiner Stärke im Pass Blocking weiterhelfen.

Running Backs und Tight Ends

Vor dieser Saison verabschiedete sich mit Kenyan Drake der beste Rusher der Cardinals aus der vergangenen Saison in Richtung Las Vegas. Er schrammte im Jahr 2020 knapp an der Marke von 1000 Rushing Yards vorbei. Dafür wird Chase Edmonds in diesem Jahr auf der Running Back Position starten. Letztes Jahr sammelte er 448 Yards auf dem Boden und 402 durch die Luft. Mit dem größten Anteil der Snaps wird der flexible Back diese Zahlen noch einmal deutlich verbessern können. Könnte er der erste Running Back seit David Johnson 2016 werden, der die 1000 Rushing Yards im Trikot der Cardinals erreicht?

Die Frage wird sein, wie viele Snaps er sich mit dem Neuzugang aus Pittsburgh teilen muss: James Conner. Der 26-Jährige unterschrieb in Arizona für 1 Jahr und 1,75 Millionen Dollar. Die beiden Running Backs ergänzen sich mit ihren Stärken gut und sollten zusammen mit Eno Benjamin ein solides Backfield in diesem Jahr darstellen.

Auf der Position des Tight Ends verlieren die Cardinals ihren Starter Dan Arnold an die Panthers. Jetzt muss Maxx Williams einen Schritt nach vorne machen. Letztes Jahr zeigte er solide Leistungen im Blocking, aber konnte nur 102 gefangene Yards und einen Touchdown beisteuern. Allerdings spielten die Tight Ends unter Kingsbury bisher keine zentrale Rolle. Darrell Daniels, Ross Travis und Demetrius Harris stehen dieses Jahr ebenfalls als Tight Ends zur Verfügung.

Defensive

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In der abgelaufenen Saison rangierten die Cardinals sowohl in der Passverteidigung als auch in der Laufverteidigung im Mittelfeld der Liga. Dieses Jahr wurden neue namenhafte Spieler wie J.J Watt oder Malcolm Butler verpflichtet, um die Defense auf ein neues Level zu heben. Avanciert die Verteidigungsreihe aus Arizona zu einer der besten und unberechenbarsten der Liga oder stagniert sie weiter und bleibt unter ihren Möglichkeiten?

Front Seven

In dieser Offseason verloren die Cardinals ihren Sack Leader aus der vergangenen Saison Haason Reddick. Der Linebacker unterschrieb in Carolina für ein Jahr und acht Millionen Dollar. Trotzdem ist die Hoffnung groß, dass der Pass-Rush in dieser Saison deutlich stärker sein wird. Chandler Jones kehrt von einer Armverletzung zurück und die Cardinals konnten einen der größten Namen dieser Offseason nach Arizona lotsen: JJ Watt.

Wochenlang wurde spekuliert, wo der Superstar unterschreiben würde, bis er sich schlussendlich für die Cardinals entschied. Womöglich konnte dieser Free Agent-Coup auch den Abwehrchef Chandler Jones davon überzeugen in Arizona zu bleiben. In den letzten Wochen wurden Berichte veröffentlicht, in denen es hieß, der 33-Jährige habe nach der abgelaufenen Saison den Wunsch nach einem Trade beim Front Office hinterlegt. Jones war ein großer Befürworter von JJ Watt und wollte ihn unbedingt an seiner Seite wissen.

Watt soll zusammen mit Corey Peters, der auch von einer Verletzung zurückkehrt, für Stabilität gegen den Run sorgen. Zu den Veterans in der Line kommen Hoffnungsträger wie Zach Allen, Leki Fotu und Rashard Lawrence. Falls diese Spieler in der kommenden Saison einen Schritt nach vorne machen können, könnte die Front der Grundstein für eine aggressive Defense werden.

Letztes Jahr fand die Defensive von Coordinator Vance Joseph ihre Identität in einem sehr aggressiven Blitzing-Scheme verbunden mit vielseitigen Defensive Fronts. Mit der höheren individuellen Qualität soll und muss die Front der restlichen Defensive den Rücken freihalten, denn hier sind deutlich mehr Fragezeichen vorhanden.

Linebacker

Das Linebacker-Duo in der Mitte des Feldes wird von den beiden letzten Erstrundenpicks der Cardinals gebildet: Isaiah Simmons und Zaven Collins. Simmons ist ein unheimlich vielseitiger Spieler, der trotz seiner Größe unheimlich explosiv ist und auf diese Art und Weise viel Feld abdecken kann. Zaven Collins ist ebenfalls 193 cm groß und ein Outlier auf seiner Position. Während Simmons eher ein Linebacker-Safety Hybrid ist, ist Collins mit seiner Statur eher für einen Egde-Rusher prädestiniert. Die Agilität von Collins verbunden mit seiner Physis ist erstklassig.

In den beiden Linebacker steckt viel Potenzial. Dazu muss allerdings Vance Joseph einen Plan für sie bereit halten und sie in die Defensive integrieren. Außerdem sollte die Front ihnen ermöglichen ihre Athletik und Reichweite auszuspielen. Trotzdem ist mit Simmons und Collins ein Risiko verbunden, denn moderne NFL Offenses attackieren sehr gerne und häufig die gegnerischen Linebacker im Play Action-Passing. Vor allem die Divisiongegner aus Seattle, L.A und San Francisco tun dies gerne. Falls die unerfahrenen Linebacker in Coverage versagen, könnten sie zum Schwachpunkt der Defensive werden.

Cornerbacks

Die größten Zweifel bestehen vor der Saison der Cardinals ohne Frage bei den Cornerbacks. Malcolm Butler soll Patrick Peterson als Nummer 1 Corner beerben, aber heute, am 31. August, wurden Berichte veröffentlicht, in denen es heißt Butler denkt aufgrund von persönlichen beziehungsweise privaten Problemen über ein Karriereende nach. Falls Butler aufhören sollte, sieht es für die Cornerbacks der Cardinals noch düsterer aus als sowieso schon. Byron Murphy ist der nominelle Nummer 2 Cornerback, allerdings liegen seine Stärken eher in der Slot-Coverage als Outside. Robert Alford ist der Dritte im Bunde, aber hat die letzten beiden Saisons durch Verletzungen verpasst. Dazu kommt der diesjährige Pick aus der vierten Runde Marco Wilson. Auch er wird kaum die Qualitäten haben sofort als Starter zu überzeugen. Wer soll nachrücken, sollte Malcolm Butler wirklich seine Karriere beenden oder pausieren? Selbst wenn Butler diese Saison spielt, wird das Duo aus Butler und Alford kaum stärker aufspielen als das letztjährige Duo aus Peterson und Kirkpatrick, die alles andere als Sicherheit ausstrahlten.

Safeties

Auf den Safety Positionen sieht es dieses Jahr deutlich solider aus. Als Free Safety wird Budda Baker starten. Er ist stark gegen den Run und konnte im Verlauf seiner Karriere seine Qualitäten in Coverage stetig verbessern. Von PFF wurde er vor dieser Saison auf Platz 16 der Safetys eingestuft. Auf Strong Safety startet Jalen Thompson. Der 23-Jährige verpasste den Großteil der letzten Saison durch eine Verletzung am Knöchel. Von PFF bekam er für seine fünf Spiele eine Grade von 70,1. Zum Vergleich: Budda Baker wurde mit einer 75 bewertet.

Diese Defensive hat sehr viel Potenzial zu brillieren und Potenzial an den eigenen Möglichkeiten zu scheitern und zu versagen. Dieses Jahr müssen die Puzzleteile in der Defensive von Vance Joseph richtig zusammengelegt werden, um Erfolg zu garantieren. Ist die Front nicht in der Lage Druck aufzubauen, geraten Simmons und Collins dahinter in Schwierigkeiten. Werden die Cornerbacks zu schnell geschlagen, ist zu wenig Zeit für die Front, um Druck zu generieren. Wie die einzelnen Teile miteinander harmonieren, werden die gegnerischen Offensens sicherlich früh testen.

Fazit

In der Offseason wurde an den richtigen Stellschrauben gedreht, um das Team zu optimieren. AJ Green und Hudson verstärken die Offensive, Watt und (hoffentlich) Butler die Defensive. Die Cardinals besitzen alles, um in die Playoffs einzuziehen und daran müssen sie sich in der nächsten Saison messen lassen. Der Schritt aus der Mittelmäßigkeit in die Playoffs ist schwer, aber mehr als möglich. Seit Kliff Kingsbury das Team 2019 übernommen hat waren beständig Fortschritte zu sehen. Nun erwarten alle von ihm, dass er auch diesen schafft. Er hat alles zur Verfügung was er braucht, um die Offensive zu einer der besten der Liga zu formen. In der Defensive steckt ebenfalls unfassbar viel Potenzial. Traut sich Vince Jospeh, Simmons und Collins zu entfesseln? Es darf in dieser Saison keine Ausreden geben. Alles andere als die Playoffs wären eine Enttäuschung.

Ausblick

Ich traue sowohl Kyler Murray als auch Kliff Kingsbury den nächsten gemeinsamen Schritt zu. Man darf (und sollte) viel von dieser Offensive erwarten. Passt alles zusammen, wird ein gesunder Kyler Murray hinter der verbesserten Offensive Line und im Zusammenspiel mit Hopkins und Co. aufblühen. Magenschmerzen habe ich mit Blick auf die Defensive. Vor allem falls Butler nicht spielen sollte, muss alles andere zu 100 Prozent zusammenpassen. Tut es das und die Defensive spielt stark auf, ist für die Cardinals alles möglich.

In der schwierigen NFC West wird es dieses Jahr nicht leicht. Deswegen denke ich die Cardinals gewinnen 11 Spiele, verlieren 6 und ziehen mit einem Wildcard-Ticket in die Playoffs ein.

Arizona Cardinals 2021: Boom or Bust? Was denkt ihr?

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