Die GFL und ihre Spieler

Der Saisonstart der GFL rückt näher, Zeit auf die Akteure zu schauen, die auf dem Platz stehen.

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Am Freitag den 04.06. startet die German Football League mit dem Spiel des Vizemeisters Schwäbisch Hall Unicorns gegen den Aufsteiger Ravensburg Razorbacks. In diesem Artikel lest ihr noch einige grundlegende Infos zur Liga, mit einem besonderen Blick auf die Spieler.

Die Rahmenbedingungen:

Zu den Mannschaften, Staffeleinteilungen und Playoffs habe ich im ersten Artikel bereits etwas geschrieben. Generell ist die GFL eine Amateurliga. Ein Großteil der Spieler bekommt kein Geld für die Aufwendungen. Die Teams trainieren in der Regel zwei oder dreimal die Woche, die Akteure müssen oft Job oder Studium mit Football unter einen Hut bringen. Gespielt wird nach College Regeln, allerdings viermal 12 Minuten, ohne Videoreview und in der regulären Saison auch ohne Verlängerung.

Die A Regel

Ein Großteil des Kaders ergibt sich dann entsprechend aus den Spielern aus dem näheren Umfeld. Die Jugendarbeit hat besonders in der Breite in der GFL eine besondere Bedeutung. Jedes Team darf zwei sogenannte „A-Spieler“ gleichzeitig auf dem Platz haben. Es geht bei der Ausländerregelung rein um die Nationalität. Grundsätzlich sind das erstmal alle Nationen außerhalb der EU, Großbritannien, Israel und Russland. In der Praxis sind die „As“ fast ausschließlich US-Amerikaner. Besitzt ein Spieler auch einen EU-Pass, hat er kein „A“.

Spieler, die in den USA ausgebildet worden sind und einen europäischen Pass haben, sind somit besonders wertvoll. Eine Mannschaft hat im Regelfall vier bis fünf dieser Spieler im Kader. Im Angriff meist einen Quarterback und entweder Receiver oder Running Back. In der Defense steht bei fast allen ein „A“ Defensive Back und oft ein Linebacker, selten ein Edge Rusher oder Interior Defensive Line Spieler auf dem Platz. In diesem Jahr gibt es, stand jetzt, zwei Teams, die in der GFL mit deutschen Quarterbacks spielen werden. Marburg und Schwäbisch Hall setzen mit Sonny Weißhaupt und Alex Haupert auf die Spielmacher der Nationalmannschaft.

Vollprofis?

Auch die Imports verdienen in der GFL keine Unsummen. In der Regel werden Kost, Logie und ein Leihauto zusätzlich zum monatlichen Verdienst gestellt. Dies kann logischerweise auch für europäische Spieler gelten, die ein Team verpflichtet. Grundsätzlich gibt es außerhalb der Ausländerregelung keine Beschränkung betreffend der Spieler, die nicht unter diese Regelung fallen. Sprich, es gibt keine Mindestanzahl deutscher Spieler die gleichzeitig auf dem Platz, oder im Kader stehen müssen. Allerdings gibt es eine Transferbeschränkung, die besagt, dass Mannschaften maximal zehn Spieler (ITCs) verpflichten dürfen, die letzte Saison im Ausland gespielt haben. Das schränkt die Möglichkeiten etwas ein, gleichwohl ist zu sagen, dass ein Spieler der nicht unter die „A-Regelung“ fällt innerhalb von Deutschland wechseln kann, ohne dass dafür ein ITC Spot berechnet wird.

Spielerfahrung und Motivation

Viele der Imports und wenn ich den Begriff verwende, dann primär auf die vier bis fünf „A“ Spieler, die in den meisten Kadern stehen, sind in das Coaching, beispielsweise von Jugendmannschaften eingebunden. Diese Spieler kommen fast ausschließlich vom College, oder nach gescheiterten Versuchen in NFL und CFL. Dabei sieht man einen breiten Mix von Universitäten. Zwischen der SEC und Division III ist nahezu alles vertreten.

Einige von ihnen bleiben in Deutschland, oder kommen immer wieder zurück. Die Meisten nehmen ein oder zwei Jahre Europa mit und gehen dabei ihrer Profession nach. Es gibt auch Akteure, die sich über die GFL für die NFL und CFL empfehlen möchten. Das schaffen allerdings nur die Wenigsten. Wer sich einen Eindruck vom „Import Life“ verschaffen will, dem seihen die Vlogs vom Haller Linebacker Nick Alfieri ans Herz gelegt, der seit mehreren Jahren über seine Erlebnisse berichtet und auch diese Saison für die Unicorns auflaufen wird.

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