Fantasy und der 18-Wochen-Schedule

Wie ihr den 18-Wochen Schedule der NFL effektiv nutzt und wie ihr die hinzugewonnene Woche mit Leben füllt, erfahrt ihr bei Christians Schedule Spice Ups.

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Nachdem die NFL im zuletzt verabschiedeten Collective Bargain Agreement die Möglichkeit zu einer Saison mit 17 Spielen aufnahm, wurde dieser Plan nun in die Realität umgesetzt. Die NFL Saison 2021 wird 18 Wochen umfassen und damit uns Fantasyspielern eine weitere Woche Freude bescheren.

Viele Hörer haben bei Upside bereits gefragt, wie sie die nun hinzugefügte Woche gestalten sollen, da diese ihren gesamten Schedule über den Haufen wirft. Anfangs haben wir empfohlen abzuwarten und zunächst weiterhin mit Finale in Woche 16 zu spielen. Doch erstens verzichtet ihr auf eine Woche Spaß und zweitens hat die NFL in Woche 14 eine Bye Week gelegt. Das führt dazu, dass in Formaten mit 6 Playoffteilnehmern die Wild Card Round mit einer Bye Week erfolgen müsste. Deshalb lautet unsere Empfehlung ganz klar: Nutzt die hinzugewonnene Woche und startet die Playoffs frühestens in Woche 15.

Zunächst möchte ich mich an diejenigen richten, die bereits heute ihre Finalwoche in der NFL Woche 17 abgehalten haben: Belasst es dabei! Ihr werdet sicherlich schon die Erfahrunge gemacht haben in einem Finale zu stehen und auf einen eurer Topscorer verzichten zu müssen, weil dieser für die Playoffs geschont wird.

Allen anderen Fantasyspielern, die bisher ihr Finale in Woche 16 abgehalten haben, möchte ich einige kreative Ideen mit auf den Weg geben, um die neu gewonnene Woche sinnvoll zu nutzen. Zunächst werde ich konkrete Vorschläge für den Schedule in 12-, 14- und 16-Team Ligen geben. Im Anschluss könnt ihr die von mir als “frei” deklarierten Wochen mit den von mir vorgestellten Spice Ups füllen.

Potentielle Schedules für verschiedene Ligaformate

Die folgenden Vorschläge lassen sich in ihrer Grundidee auch für 8-, 10- oder sogar 32-Team Ligen adaptieren. Je nach Anzahl der Playoffteilnehmer kommt selbstverständlich Woche 15 der Regular Season hinzu. Ich kalkuliere im Folgenden mit 6 Playoffteilnehmern und einem Ende der Regular Season nach Woche 14.

12 Teams – Playoffstart in Woche 15

  • Keine Divisions: 11 Wochen jeder gegen jeden, 3 freie Wochen.
  • 2 Divisions: 10 Spiele gegen die eigene Division, 4 freie Wochen.
  • 3 Divisions: 6 Wochen gegen die eigene Division, 8 Wochen gegen die beiden anderen Divisions.
  • 4 Divisions: 4 Wochen gegen die eigene Division, 9 Wochen gegen die drei anderen Divisions, 1 freie Woche.

14 Teams – Playoffstart in Woche 15

  • Keine Divisions: 13 Wochen jeder gegen jeden, 1 freie Woche.
  • 2 Divisions: 12 Wochen gegen die eigene Division, 2 freie Wochen.

16 Teams – Playoffstart in Woche 15

  • 2 Divisions: 14 Wochen gegen die eigene Division.
  • 4 Divisions: 6 Wochen gegen die eigene Division, 8 Wochen gegen zwei andere Divisions.
  • 4 Divisions: 6 Wochen gegen die eigene Division, 3 Wochen gegen die Gleichplatzierten des Vorjahres der anderen Divisions, 4 Wochen gegen eine andere Division, 1 freie Woche.

Ich empfehle dabei – sofern keine freien Spiele zur Verfügung stehen – die Hinrunde innerhalb der eigenen Division an den Anfang und die Rückrunde an das Ende der Saison zu stellen. Besonders am Ende, mit Chancen auf die Playoffs, sorgen so diese Spiele für die gewisse Würze und Rivalität untereinander.

Diese Möglichkeiten waren nur eine kleine Auswahl der Schedule Gestaltung, die mit jeder gängigen Plattform möglich sind. Wer nahezu alle Möglichkeiten zum Scheduling auf einen Blick angezeigt bekommen will, dem empfehle ich die Seite von Footballguys. In einer Liga führe ich derzeit das zweiwöchige Finale ein. Dieses ist bspw. nicht auf allen Plattformen programmierbar, weshalb ich darauf nicht näher eingehe. Wo wäre außerdem der Spaß bei den nun folgenden Spice Ups, schließlich verändert sich ja nichts.

Schedule Spice Ups für freie Wochen

Üblicherweise wird die Fantasy Football Plattform eures Vertrauens euch einen Spielplan generieren, durch welchen ihr zufällig eure 12-14 Head-to-Head Matchups abhaltet. Spielt ihr bspw. eine 12-Team Liga, die 4 Teams in die einwöchigen Playoffs lässt, dann spielt ihr bis Woche 14 eure Regular Season. Das führt unweigerlich dazu, dass man gegen zufällig ausgewählte Teams zwei Mal spielt. Dies kann entweder von Vorteil, oder aber auch von Nachteil für euch sein. Um die Spielvergabe so fair – oder zumindest so attraktiv – wie möglich zu halten, präsentiere ich euch im Folgenden ein paar Ideen. Bei diesen müsst ihr zwar größtenteils den Schedule manuell anpassen, dies sollte bei den gängigen Plattformen jedoch kein wirkliches Problem darstellen.

Rivalry Week

Der Klassiker, wenn es um das “Auffüllen” des Schedules geht, ist die sog. “Rivalry Week”. In einer Liga wird es immer diese eine Person geben, die ihr unbedingt schlagen müsst. Sei es ein Bruder oder eine Schwester, euren Arbeitskollegen, der euch sonst die ganze Woche mit Trash Talk versüßen wird, oder einfach die Person, welche euch schon zwei Mal die Playoffs versaut hat. Vor allem wenn ihr bereits einige Jahre gemeinsam in einer Liga spielt, werden sich bestimmte Rivalitäten herauskristallisiert haben. Nutzt diese Rivalitäten und widmet ihnen eine ganze Fantasy Football Woche. Im Idealfall eine ohne Bye Weeks, denn sonst – ihr wisst es alle – werden die Ausreden schon im Vorfeld parat gelegt.

Sollte euch beim Lesen dieser Zeilen nicht direkt ein bestimmter Name in den Sinn kommen, könnt ihr bspw. alle Ligateilnehmer von 1-n nach eurer persönlichen Präferenz ranken. Dabei müsst ihr nicht zwingend die Person an erste Stelle packen, die ihr gar nicht leiden könnt. Eventuell passiert sogar das Gegenteil. In einer Liga spiele ich in der Rivalry Week sogar gegen den in meinen Augen sympathischsten Spieler, damit der Respekt die ganze Woche gewahrt wird und man weiß den Trash Talk zuzuordnen. In einer anderen Liga werden auch gerne postalische Grüße zur Rivalry Week versendet. Wieder in einer anderen werden Sidebets getätigt (solange sie von der Constitution erlaubt sind). Ihr seht worauf ich hinaus will: Eine Rivalry Week soll Spaß machen und die Liga eine Woche lang kräftig aufwirbeln!

Revenge Week

Die Revenge Week ist eine abgemilderte Form der Rivalry Week. Nehmen wir an ihr seid völlig indifferent was die Teilnehmer eurer Liga angeht. Ihr hegt weder Sympathien, noch Rivalitäten, wie also bestimmen wer euer Rivale sein soll? Die Idee ist die letzte Woche des vergangenen Jahres zu wiederholen. So hat der Verlierer des Finals die Chance seine Niederlage zu egalisieren und zu zeigen, dass dieses Jahr ein anderer Wind herrscht. Statements setzen könnte das Ziel der Revenge Week sein. Deshalb führe ich diese in den meisten Ligen zu Beginn der Saison, in Woche 1, durch.

Self Scheduling

Wer den College Football verfolgt, der wird wissen, dass Colleges sich Teile ihres Spielplans selbst zusammenstellen. Aufgrund des Playoffsystems kann dies vor allem für Playoffaspiranten von Vorteil sein, da diese sich stärkere Gegner schedulen können. Damit zeigen sie der Jury, dass sie unter die Top4 Teams gehören. Beim Fantasy Football gibt es eine solche Jury (in der Regel) nicht, weshalb ihr hier der Gefahr unterliegt, euch einen schweren Schedule zu schustern. Dennoch bringt die Art des Self Scheduling für 2-3 individuelle Wochen der Saison Aktivität in die Liga und sorgt besonders bei neuen Ligen für ein unmittelbares Kennenlernen untereinander.

ELO Rating

Das ELO-Rating, ursprünglich bekannt aus dem Schach, bestimmt die Spielstärke des jeweiligen Spielers. Wann immer zwei Spieler aufeinandertreffen wird das Ergebnis des Spiels dem Erwartungswert gegenübergestellt und so eine neue ELO-Zahl ermittelt. Das ELO-Rating soll in diesem Artikel stellvertretend für eine Art stärkenbasierten Schedule (oder eine stärkenbasierte Woche) stehen. Das ELO-Rating kann man unter Einbeziehung von spezifischen Variablen auch für andere Sportarten nutzen. So wird bspw. die Rangliste der Fußball-Nationalmannschaften mit diesem Verfahren durchgeführt.

Für eure Fantasy Football Woche könntet ihr bspw. die meisten erzielten Punkte, den Head-to-Head Record oder die Projections der einzelnen Spieler als Grundlage nehmen.

Schweizer System

Das Schweizer System ist wahrscheinlich eine greifbare Variante des ELO-Rating. Bei dieser Variante spielt schlicht der Erstplatzierte gegen den Zweitplatzierten, der Dritte gegen den Vierten, der Fünfte gegen den Sechsten, usw.

Theoretisch könntet ihr so euren gesamten Schedule aufbauen, da so am Ende die vermeintlich Spielstärksten Fantasy Teams den besten Recor haben werden. In Woche 1 werden dabei die Spiele bspw. nach dem Verfahren der Rivalry Week gesetzt. Danach bestimmt das Schweizer System nach o.g. Verfahren die Paarungen in jeder Woche. Um zu verhindern, dass im späteren Verlauf der Saison nur noch die besten Spieler gegeneinander spielen und sich so der Playoff-Chance berauben, müsst ihr bei mehreren Wochen dieses Systems darauf achten, dass der erstplatzierte Spielerder gegen den bestplatzierten Spieler spielt, gegen den er noch nicht gespielt hat. Der Führende unter den verbleibenden Spielern spielt dann gegen den bestplatzierten Spieler, gegen den er noch nicht gespielt hat, usw.

All Play Week

In der “All Play Week” spielen alle Ligateilnehmer gegeneinander. Viele Plattformen bieten bereits ein zusätzliches Spiel pro Woche gegen den Ligamedian an. Nichts anderes ist die All Play Week, mit der Ausnahme, dass es keine andere Head-to-Head Begegnung gibt. Die 50% der Liga, welche Punkte oberhalb des Median erzielen, erhalten einen Sieg. Die 50% unterhalb des Median eine Niederlage. Hier lässt sich die Mitte anpassen, wobei man bspw. den zwei Teams um den Median ein Unentschieden zuweisen kann.

Diese Möglichkeiten der Schedule Gestaltung sind mit Sicherheit nicht erschöpfend, daher lasst mir gerne einen Kommentar da, solltet ihr weitere Anregungen für Schedule Spice Ups haben!

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