All-Rookie Team: Regular Season 2020/2021

Die Regular Season ist beendet. Die Rookie-Saison ist somit für die Neulinge aus 18 Teams vorbei. Trotz der kurzen Offseason wussten besonders in der Offense einige Rookies zu überzeugen.

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Bereits nach der Hälfte der Saison wurden auf unserer Seite die besten Rookies bis zu dem Zeitpunkt genannt. Seitdem hat sich aber einiges geändert. Nur elf Rookies haben sowohl zur Mid-Season Marke als auch nach der Regular Season einen Platz im All-Rookie Team. Einige bekamen erst im Laufe der Saison ihre Chance. Andere konnten ihr Talent zum Beginn der Saison wegen Verletzungen nicht zeigen und meldeten sich danach beeindruckend zurück. Abgesehen von einer Ausnahme wurden nur Spieler mit mindestens 400 gespielten Snaps ausgewählt.

QUARTERBACK

Justin Herbert (Los Angeles Chargers)

Nach der bitteren Verletzung von Joe Burrow, der den Platz im Mid-Season Team gewann, hatte Herbert keine ernsthafte Konkurrenz für diesen Platz. Weder Tua Tagovailoa noch Jalen Hurts konnten sich mit ihren Leistungen ernsthaft für diese Auswahl empfehlen. Das soll die Leistungen von Herbert aber nicht schmälern. Besonders unter Druck glänzte der Spielmacher der Chargers. Mit neuen Waffen und einem guten neuen Head Coach kann sein Weg noch weiter nach oben führen.

RUNNING BACK

Jonathan Taylor (Indianapolis Colts)

Im Laufe der Saison musste sich Jonathan Taylor bereits Kritik zu seinen Leistungen anhören. Einige belegten ihn absurderweise schon mit dem Bust-Label. Taylors Antwort darauf war beeindruckend. Besonders im späteren Verlauf der Saison etablierte sich der ehemalige Badger als kompletter Three-Down Running Back. Einzig in Pass Protection zeigten sich noch größere Mängel.

WIDE RECEIVER

Justin Jefferson (Minnesota Vikings)

Die zweithöchste PFF Grade (90.4) aller NFL Wide Receiver, die zweitmeisten Yards pro gelaufener Route (2.66) und der neue Rekord für die meisten Yards eines Rookie Receivers in der Super Bowl Ära mit 1400 Yards bei 88 gefangenen Pässen. Viel mehr braucht man zur Saison von Justin Jefferson nicht sagen. Bereits in seiner ersten Spielzeit wurde das LSU-Produkt zu einem der besten auf seiner Position. Diese Saison war eine ausdrückliche Bewerbung für den Titel des Offensive Rookie of the Year.

CeeDee Lamb (Dallas Cowboys)

Die Saison der Dallas Cowboys hatte nicht viele Lichtblicke. CeeDee Lamb war aber einer davon. Der ehemalige Sooners Receiver spielte wegen Amari Cooper und Michael Gallup hauptsächlich im Slot und schaffte dort mit seinem Catch-Radius und seiner Physis ein Mismatch für kleinere Slot Cornerbacks. So verdient er sich seinen Platz im All-Rookie Team, trotz dessen, dass Dak Prescott bereits früh in der Saison ausfiel.

Brandon Aiyuk (San Francisco 49ers)

Der Saisonstart von Brandon Aiyuk war durch Verletzungen geprägt. In der zweiten Saisonhälfte spielte er aber besser als jeder andere Rookie auf seiner Position abgesehen von Justin Jefferson. Dabei musste auch Aiyuk mit seinem Back-Up Quarterback vorliebnehmen. Besonders gefährlich war er nach dem Catch, wo er pro Reception weitere 4.8 Yards auflegte und neun Tackles brach.

Tee Higgins (Cincinnati Bengals)

Bereits beim All-Rookie Team nach der Hälfte der Saison habe ich mit dem Gedanken gespielt, statt einem Tight End einen weiteren Wide Receiver zu wählen. Denn während die Tight End Klasse extrem blass blieb, gäbe es für die Receiver noch problemlos drei oder vier weitere Kandidaten, welche diese Anerkennung verdient hätten. Für den so entstandenen Receiver Platz drängen sich mit Tee Higgins und Chase Claypool zwei klassische X-Receiver auf. Leistungsmäßig sind beide etwa auf dem selben Level. Nachdem Claypool den Platz zur Saisonmitte bekam, geht er diesmal an den ehemaligen Clemson Receiver Higgins.

LEFT TACKLE

Mekhi Becton (New York Jets)

Nein, viel Grund zur Freude hatten Fans der New York Jets in der abgelaufenen Saison nicht. Selbst die Hoffnung auf Trevor Lawrence muss wohl begraben werden. Zu den positiveren Erscheinungen gehörte jedoch Rookie Left Tackle Mekhi Becton. Dass der menschliche Berg aus Louisville ein dominanter Run-Blocker sein würde, war zu erwarten. Überraschend kam hingegen, wie weit er bereits in Pass Protection ist. Für den Platz im All-Rookie Team stach Becton knapp Browns Left Tackle Jedrick Wills aus, da der zwar in Pass Protection leicht besser war, aber im Run-Blocking deutlich hinter Becton blieb.

LEFT GUARD

Michael Onwenu (New England Patriots)

Um den besten Rookies der Saison einen Platz im All-Rookie Team zu ermöglichen, habe ich besonders in der O-Line ein wenig mit den Alignments gespielt. Zwar wurden keine Spieler für Positionen gewählt, welche sie im Laufe der Saison nicht gespielt hatten, allerdings steht nicht jeder auf der von ihm am häufigsten gespielten Position. Michael Onwenu spielte den Großteil der Saison auf Right Tackle. In den frühen Phasen der Saison bekam er aber auch Spielzeit auf der anderen Guard Position. Unabhängig von der Seite blieben Onwenus Leistungen im Verlauf der Saison konstant. Insbesondere im Running Game beeindruckte der ehemalige Wolverine. Unter allen Rookies aller Positionen bekam Onwenu die dritthöchste Bewertung von PFF.

CENTER

Damien Lewis (Seattle Seahawks)

Ähnlich wie Onwenu erreicht auch Damien Lewis das All-Rookie Team nicht auf seiner Hauptposition. Seine meiste Spielzeit verbuchte er als Right Guard. Am elften Spieltag musste er aber als Center aushelfen und machte das in 68 Snaps ordentlich. Wie alle anderen Rookie Interior Offensive Linemen der Klasse außer Onwenu und Steeler Guard Kevin Dotson (nicht genug Snaps), hatte Lewis Probleme in Pass Protection. Als Run-Blocker hatte Lewis aber einige dominante Momente.

RIGHT GUARD

Ezra Cleveland (Minnesota Vikings)

Als Cleveland von den Vikings in der zweiten Runde des vergangenen Drafts von den Vikings gezogen wurde, sahen ihn die meisten als langfristigen Ersatz von Left Tackle Riley Reiff. In seiner ersten Saison musste er aber wegen vieler Ausfälle im Kader als Right Guard antreten. Die erforderliche Umstellung funktionierte besser als erwartet. In Pass Protection hatte er zwar erwartbare Probleme. Im Zone-Blocking Schema der Vikings funktionierte Cleveland aber sehr gut als Run-Blocker.

RIGHT TACKLE

Tristan Wirfs (Tampa Bay Buccaneers)

Die Klasse der Offensive Tackles im Draft 2020 war außergewöhnlich gut. Kaum jemand stach dabei jedoch so sehr heraus wie Tristan Wirfs. Obwohl das Schema von Bruce Arians besonders im Passspiel nicht unbedingt einfach für Offensive Linemen ist, ließ Wirfs nur 22 Pressures zu. Mit nur drei Strafen gelang ihm zudem eine für einen Rookie ungewöhnlich saubere Saison.

EDGE DEFENDER

Chase Young (Washington Football Team)

Im Box Score mag die Rookie Saison von Chase Young nicht allzu spektakulär wirken. Dennoch ist der Defensive End des Football Teams für mich der größte Anwärter auf den Titel Defensive Rookie of the Year. Von PFF erhielt Young die höchste Bewertung aller Defender im ersten Jahr (87.7). Damit lag er unter allen Rookies nur hinter Vikings Receiver Justin Jefferson.

Alex Highsmith (Pittsburgh Steelers)

Abgesehen von Chase Young hatte die Draftklasse 2020 nicht viele gute Edge Rusher zu bieten. Nach der Hälfte der Saison verpasste Steelers Edge Rusher Alex Highsmith noch das All-Rookie Team wegen zu weniger Spielzeit. Nach dem 13. Spieltag bekam er jedoch die Chance als Starter und legte in den letzten fünf Spielen beeindruckende 17 Pressures auf.

INTERIOR DEFENSIVE LINE

Raekwon Davis (Miami Dolphins)

Auch Raekwon Davis spielte sich erst in der zweiten Saisonhälfte stärker in den Vordergrund. Besonders als Pass Rusher übertraf er die Erwartungen. Zehn Pressures aus den letzten acht Spielen sind für einen Nose Tackle ein solider Wert. Auch als Run Defender steigerte er sich nach anfänglichen Problemen merklich. Zulegen muss er noch als Tackler.

Derrick Brown (Carolina Panthers)

Die Stärken und Schwächen von Derrick Brown in seiner ersten Saison waren gegenüber den Scouting Profilen vor dem Draft exakt vertauscht. Im Running Game schwächelte der ehemalige Auburn Defender noch deutlich, auch wenn er sich hier in der zweiten Saisonhälfte leicht verbesserte. Als Pass Rusher war er hingegen der stärkste aller Rookie Defensive Tackles mit beeindruckenden 34 Pressures.

LINEBACKER

Kenneth Murray (Los Angeles Chargers)

Die Linebacker gehören wohl zu den schwächeren Positionsgruppen der 2020er Klasse. Auch die Rookie Saison von Kenneth Murray kann maximal als solide bezeichnet werden. Besonders in Coverage hatte sein Spiel noch viele Lücken. Immerhin zeigte sich Murray als sehr sicherer Tackler. Nur neun verpasste Tackles sind für einen Rookie Linebacker ein guter Wert.

Mykal Walker (Atlanta Falcons)

Mykal Walker ist der einzige Spieler im All-Rookie Team, der den Mindestwert von 400 Snaps knapp verfehlte. Wegen der schwachen Konkurrenz bekam er aber trotzdem den Platz. Immerhin erwies er sich als wertvoller Rotationsspieler in der Defense der Falcons. Walkers Spezialität liegt in der Passverteidigung. Mit seiner Coverage Grade (90.7) lag er bei PFF gleichauf mit Eric Kendricks hinter Fred Warner auf dem zweiten Platz aller NFL Linebacker mit mindestens 350 gespielten Snaps.

SLOT CORNERBACK

L’Jarius Sneed (Kansas City Chiefs)

Wegen einer Verletzung früh in der Saison verpasste L’Jarius Sneed das All-Rookie Team zur Saisonmitte. Allerdings meldete er sich danach beeindruckend zurück und spielte die beste Saison aller Rookie Cornerbacks. Auch der Wechsel von außen in den Slot warf Sneed nicht aus der Bahn.

CORNERBACK

Cameron Dantzler (Minnesota Vikings)

Ähnlich wie L’Jarius Sneed hatte auch Cameron Dantzler in der ersten Saisonhälfte einige Probleme mit Verletzungen. Nach seiner Rückkehr zeigte er sich aber deutlich verbessert. Mit seiner PFF Grade (84.7) lag er in der zweiten Saisonhälfte gleichauf mit Xavien Howard auf dem vierten Platz aller NFL Cornerbacks.

A.J. Terrell (Atlanta Falcons)

Anders als bei Cameron Dantzler zeigte die Formkurve von A.J. Terrell am Saisonende leicht nach unten. Dennoch verdiente er sich mit starken Leistungen zur Saisonmitte einen Platz im All-Rookie Team. Auch als Run Defender machte Terrell auf sich aufmerksam. Seine Run Defense Grade (75.1) war die zweithöchste aller Rookie Cornerbacks hinter Jeffrey Okudah.

SAFETY

Antoine Winfield jr. (Tampa Bay Buccaneers)

Der Free Safety der Tampa Bay Buccaneers zeigte sich bereits in seiner Rookie Saison ähnlich wie sein Vater und ehemaliger Vikings Cornerback Antoine Winfield als starker Laufverteidiger. In Coverage war Winfield hingegen noch etwas inkonstant. Dennoch etablierte er sich früh als zuverlässiges Mitglied der talentierten Buccaneers Secondary.

Kamren Curl (Washington Football Team)

Wie viele andere Rookie Defender brauchte auch Kamren Curl ein wenig Anlaufzeit. Der Strong Safety des Football Teams zeigte sich aber besonders in der zweiten Saisonhälfte als starker All-Around Defender. Zudem sammelte Curl die meisten Defensive Stops (37) aller Rookie Safeties.

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Jonas Stärk
NFL- und Draft-Enthusiast, Podcaster; Im deutschen Football unterwegs als Spieler und Jugend-Coach der Bochum Rebels und als Schiedsrichter.

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