Sunday Watch NFL Week 13

Eine Vorschau auf den elften NFL-Spieltag 2020 mit den Takes von Fabian Sommer, Stephan Starke und Jannis Wiese zu ausgewählten Spielen.

0
430
4.8
(5)
Lesezeit: 5 Minuten

Neue Woche, neues Glück. Diesmal aber ohne Thomas. Der ruht sich noch auf seinem 2-1 in puncto Takes der letzten Woche aus. Die Raiders hatten einen großen Letdown, die Pats siegten zu Hause. Lediglich die Titans hat er unterschätzt.

Fabians Takes waren eher blass. Bei den Chargers reichte es nicht für einen Upset, die Browns und Chiefs fingen sich am Ende jeweils noch Touchdowns in der Garbage Time, wodurch der Siegesvorsprung entgegen der Prognose schrumpfte.

In dieser Woche schauen wir uns drei Matchups an und erhalten Meinungen aus zwei Fanlagern.

Siegreiche Schlacht der Wikinger fällt etwas knapp aus

Jacksonville Jaguars @ Minnesota Vikings (Sonntag, 19 Uhr)

Die Vikings sind auf dem Papier haushoher Favorit – bei den Buchmachern mit zehn Punkten. Sie haben gegen eine äußerst schwache Jaguars-Defense, die auch noch ohne einige Schlüsselspieler auskommen muss, ein äußerst gutes Matchup. Die WRs Adam Thielen und Justin Jefferson sollten durch diese Defense marschieren, wie ein heißes Messer durch Butter. Auch der Pass Rush sowie die Run Defense sollten Kirk Cousins und Dalvin Cook in keiner Weise Angst einjagen.

Interessant wird es eher auf der anderen Seite. Die Jaguars waren auch mit Mike Glennon in der Lage, den Ball gegen eine dezimierte Browns-Defense zu bewegen – und das ohne ihren besten WR DJ Chark. Dieser kehrt dieses Wochenende zurück. Chark und Laviska Shenault sollten gegen die jungen, unerfahrenen Cornerbacks Cam Dantzler, Kris Boyd and Jeff Gladney einige Räume erarbeiten können. Auch Fantasy-Beast James Robinson hat kein schlechtes Matchup.

So sehr die Vikings hier auch favorisiert sind, die Jaguars können locker die Chains bewegen und mit Kirk Cousins in einen Shootout gehen. Für einen hohen Blowout-Sieg ist die Defense der Wikinger einfach nicht gut genug. Ich tippe auf ein furioses Spiel mit vielen Punkten, das die Vikings am Ende für sich entscheiden, aber eher mit einem Touchdown Unterschied. Ein Ergebnis á la 31-24 oder 35-27 schießt mir durch den Kopf.

Stephan Starke (@stesta93): Nach fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen befindet sich Minnesota mitten im Wildcard-Rennen. Da wirkt das Duell gegen zehn Spiele in Folge sieglose Jaguars ideal, um weiter Rückstand auf die Konkurrenz aufholen zu können. Der Schlüssel für einen Vikings-Sieg: Die seit Wochen explosive Pass-Offense, welche sich gut an Kirk Cousins‘ Effizienz-Metriken und Grades ausmacht: 

Cousins und seine beiden elitären Waffen, Justin Jefferson und Adam Thielen, harmonieren auf hohem Niveau. Das Matchup gegen unerfahrene und teilweise angeschlagene Jags-Corner wirkt so mehr als unausgeglichen und der schwache Passrush Jacksonvilles dürfte nur begrenzt Kapital aus der größten Problemzone der Vikings Offense, der Interior Line, schlagen. Die Jaguars werden den Ball zwar dank ihrer vielversprechenden Receiver bewegen können, ob aber Mike Glennon den soliden Eindruck seines ersten Auftritts bestätigen kann, bleibt abzuwarten.

So kann sich Minnesota eigentlich nur selbst schlagen. Etwa durch konservativesPlaycalling, durch das Spiele wiederholt unnötig eng gehalten werden. 

Punter-Liebe: Mehr Riley Dixon statt Colt McCoy

New York Giants @ Seattle Seahawks (Sonntag, 22.25 Uhr)

Die Seahawks haben in diesem Matchup etwas Glück, denn Giants QB Daniel Jones wird wegen eines Hammys nicht spielen können. Colt McCoy präsentiert ohne die grandiosen Beine von Jones ein leichteres Matchup für Seattles Defense. Es fällt mir durchaus schwer, hier viele Punkte für die Giants zu prognostizieren. Selbst mit Daniel Jones war diese eher statische Offense von OC Jason Garrett über weite Strecken der Saison schwere Kost – Rank 27 in EPA/Play in neutralen Spielsituationen. Nun fehlt noch das gefährliche Element von Scrambles und Option-Runs. Es wird auch äußerst schwer, gegen die Seahawks ein Run Game aufzuziehen. Punter Riley Dixon wird sehr oft zum Einsatz kommen.

Auf der anderen Seite sollte man aber nicht unbedingt ein Feuerwerk erwarten. Die Defense der Giants (#18 nach EPA/play) ist kein Kanonenfutter. CB James Bradberry hat sich als eines der besten Free-Agent-Signings der Offseason entpuppt, spielt bislang eine starke Saison. Und wenn man den Worten von HC Pete Carroll auf die Goldwaage legt, sollte man auch etwas mehr Runs seitens der Seahawks-Offense erwarten. Und das gegen eine ziemlich brachiale Interior-Line um Dexter Lawrence und Leonard Williams. Das war sogar die letzten beiden Partien der Fall. Vor Woche 11 hatten die Seahawks Laufraten zwischen 65-70% auf Early Downs, zuletzt 56% und 59%.

Es könnte eine Partie werden, die für den neutralen Beobachter nicht schön anzuschauen ist. Mit einigen Stops im Run Game und vielen Punts. Trotzdem tippe ich, dass sich die Seahawks hier in einem Low-Scoring-Game durchsetzen, á la 27-13. Die Wettmärkte haben das Total bei 47 – etwas zu hoch für meinen Geschmack.

Jannis Wiese (@Jannis_Wiese): Mit einem verbesserten Pass Rush der Seahawks, auch dank Dunlap, sollte Seattle auf der einen Seite McCoy unter Druck setzen können oder sollte doch Jones spielen hier einen als Läufer limitierten QB in der Pocket halten können. DJ Reed wird vermutlich den angeschlagenen Flowers ersetzen und ich bin gespannt, wie er sich schlägt. 

Auf der offensiven Seite sollte Seattle machen können was sie wollen, der WR der nicht von Bradberry gecovered wird, sollte auf viele Yards kommen.  Metcalf sollte sogar gegen Bradberry gut aussehen. Zusätzlich kann man die Linebacker mit den Tight Ends noch attackieren. Einzig Ogbuehi als RT macht sehr viele Sorgen und dürfte ein Grund sein, dass die rechte Seite der OLine sehr anfällig ist. Am Ende sollte ein ungefährdeter Sieg gegen einen möglichen Playoff-Gegner das Ergebnis sein

Josh Allen gegen Nick Mullens – der Schwächere gibt nach

Buffalo Bills @ San Francisco 49ers (Nacht auf Dienstag, 2.20 Uhr)

Man hätte es vor Kurzem noch kaum für möglich gehalten, jedoch stehen die 49ers in der Nacht zum Dienstag vor einem echten Endspiel. Ein Endspiel um den möglichen Einzug in die Playoffs. Das Team von Kyle Shanahan steht 5-6 und könnte mit einem Erfolg haarscharf an die Wild-Card-Plätze herankommen. Bei einer Niederlage der Cardinals wäre SF sogar gleichauf mit deren letzter Wildcard.

Es geht allerdings gegen die Bills, mit dem in dieser Saison stark aufspielenden QB Josh Allen. Wenn man sich auf neutrale Spielsituationen beschränkt, die zwischen einer Siegwahrscheinlichkeit von 5 und 95% stattfinden, steht die Bills-Offense auf Rank 3 in EPA/Play. Diese trifft jetzt auf eine erstarkte Niners-Defense, die mit den CBs Jason Verrett und Richard Sherman zwei echte Waffen hat. Gegen den Lauf ist San Francisco in dieser Saison ohnehin gut (#4 mit -0.17 EPA/play).

Aber Bills OC Brian Daboll hat uns in der Vergangenheit bewiesen, dass er gerne auf den Lauf verzichtet, wenn das Matchup nicht da ist. Das könnte diesmal wieder der Fall sein – ein sehr passlastiger Gameplan gegen einen nicht allzu starken Pass Rush. Das sollte den Bills eigentlich liegen. Und 49ers DC Robert Saleh könnte mit seinem Kommentar zu Josh Allen sogar etwas Schärfe hineingebracht haben.

Auf der anderen Seite wird Kyle Shanahan alles versuchen, um das Run Game über seine verschiedenen Waffen gegen die etwas softe Defense aus Buffalo möglichst explosiv zu gestalten. WR Deebo Samuel ist fit, auch Brandon Ayjuk ist nach COVID-Pause wieder am Start. Beide werden viele Gelegenheiten bekommen, ihre grandiose Athletik nach dem Catch auszuspielen. Doch reicht das am Ende? Können das Run Game und Backup-QB Nick Mullens hier genug ausrichten? Wird es am Ende nicht doch auf die Leistungen von Josh Allen und Nick Mullens im Passing Game ankommen? Hier tendiere ich zu Allen und tippe daher auf einen Sieg der Bills.

Schreibe eine Antwort

Scheibe deinen Kommentar
Sag uns deinen Namen