A Football Life – Florian Schmitt

Einen Tag ohne das Hobby Football – gibt's bei Florian Schmitt nicht. Sein Engagement bei Lead Blogger, bei den German Titans und in der Analytics-Community beschäftigen den Kölner fast rund um die Uhr.

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Das Projekt Lead Blogger ist entstanden, weil sich Leute aus den verschiedensten Bereichen des American Footballs zusammengetan haben, um auf dieser Plattform ein großes Themenspektrum vielseitig und kompetent abzudecken und sich untereinander zu vernetzen. Wir stellen sie in den kommenden Wochen mit Hilfe von fünf Fragen vor. Heute: German Titan Florian Schmitt.

Welcher Spieler/Trainer/Funktionär hat deine Liebe zum American Football maßgeblich beeinflusst?

Angefangen hat bei mir alles mit Super Bowl XLVIII. Die Seahawks deklassierten die Broncos und meine Neugier für die NFL war geweckt. Einen wirklichen Zugang zum Sport fand ich aber nicht, da es in Deutschland noch schwierig war, Football live im Free-TV zu sehen. Die Lösung hieß College Football auf YouTube. Zwischen Super Bowl und Draft entwickelte ich Sympathien für Johnny Football und folglich die Browns. Da Johnny aber krachend scheiterte und ich ohnehin keinen Zugang zu den Spielen hatte, blieb es für das kommende Jahr beim College Football. Die Oregon Ducks mit QB Marcus Mariota eroberten mein Herz. Durch ihn kam ich zu den Titans – und obwohl er nicht mehr dort spielt, ist und bleibt er mein absoluter Lieblingsspieler.

Dein erstes Mal im Stadion?

Inzwischen stehen sechs Regular-Season-Spiele, davon fünf in den Staaten (Cleveland, 2x Nashville, 2x Jacksonville) und eines in London, zu Buche – selbstverständlich alle mit Titans-Beteiligung! Mein erstes Mal war aber ein Preseason-Spiel in Chicago. Ich war zu der Zeit vier Wochen beruflich in der Windy City und hatte mir Karten für das Gastspiel der Browns bei den Bears gekauft. Soldier Field, auf Höhe der 50-Yard-Linie im Unterrang, Reihe 7. Die Bears hatten in der Offseason Trubisky im Draft gepickt und meine Stadionbekanntschaft wurde nicht müde zu betonen, was “Trubitzky” doch für ein mieser Pick gewesen sei. Wie recht er doch haben sollte!

Wie schaust du am liebsten Football: Im Stadion, auf der Coach mit Freunden, allein in deinem Zimmer?

Ich kann tatsächlicher jeder Variante etwas abgewinnen. Ganz vorne steht aber das Erlebnis “Football” im Stadion mit allem, was dazu gehört und mit meinen Jungs von den German Titans. Wenn ich nicht mit denen unterwegs bin, dann lade ich jedes Wochenende Freunde zu mir oder mich selbst zu ihnen ein. Wenn ich alleine schaue, endet es meist darin, dass ich mich in einer meiner vielen Messenger-Gruppen mit einem Haufen Footballverrückter austausche.

Wo ich Football schaue, läuft eigentlich immer RedZone auf dem großen TV und das Titans Spiel auf dem Second Screen. Für die kommende Saison wollen wir das ganze auch kulinarisch etwas stilechter als mit Pizza und Chips gestalten. Aber keine Angst, ich werde euch nicht mit Food-Arenen belästigen. Wenn doch, bitte alarmiert umgehend die Polizei, dann stimmt etwas nicht!

Dein emotionalster Footballmoment?

Titans gegen Chiefs in der abgelaufenen Saison. Aber nicht das AFC Championship Game, sondern das Regular-Season-Spiel in Woche 10. An diesem Tag fand die Jahreshauptversammlung unseres Titans-Fanclubs in einer kleinen Kellerbar in Köln statt. Wir hatten den kompletten Laden reserviert und aus ganz Deutschland waren Titans-Verrückte am Start.

Mit etwas mehr als drei Minuten gingen die Chiefs per Field Goal mit 32:27 in Führung. Der anschließende Drive der Titans endete nach nur fünf Plays mit einem Turnover on Downs an der eigenen 32. Die Chiefs starteten also quasi schon in Field-Goal-Range und würden damit auf acht Punkte davonziehen. Auf 3rd & 2 wurde Mahomes gesacked, die Titans zogen ihr letztes Timeout an der eigenen 34. Ein 51-Yard-Field-Goal also. Ein mieser Snap, der Holder kann den Ball nicht platzieren und wirft ihn einfach weg. Turnover on Downs. Tannehill marschiert in vier Plays das Feld hinunter und findet Adam Humphries zur Führung, die Two-Point Conversion gelingt, noch 23 Sekunden auf der Uhr.

Aus einem mir bis zum heutigen Tage völlig unerklärlichen Grund entscheiden sich die Titans für einen Squib Kick, also einen Kick, der nur bis circa an die 20-Yard-Linie geht, damit der Gegner returnen muss und Zeit von der Uhr läuft. Das Problem an dieser Entscheidung heißt Mecole Hardman, der den Ball prompt fast bis an die 40-Yard-Linie trägt. 17 Sekunden. Es folgt ein seltsamer Two-Men-Rush der Titans und Patrick Mahomes wirft tief nach rechts zu Demarcus Robinson bis an die Titans 39. Timeout, noch zehn Sekunden. Der nächste Mahomes-Pass geht wieder auf Robinson, der ins Seitenaus läuft, diesmal für sechs Yards. Sechs Sekunden auf der Uhr. Den nächsten Versuch wirft Mahomes in den Boden, es wird also ein 52-Yard-Field-Goal-Versuch von Harrison Butker.

Joshua Kalu timed den Snapcount perfekt, explodiert ins Backfield und wirft sich mit allem was er hat in die Schussbahn: Blocked Kick! Game Over! Titans Win! Ekstase!

Wie viele Tage im Jahr denkst du nicht an Football?

Ehrliche Antwort: null Tage! Dafür bin ich in viel zu vielen Chat-Gruppen, meine Social-Media-Feeds sind voller Football-Content und ich habe viel zu viele Bekannte, die Freunde wurden und ebenso verrückt nach Football sind wie ich. Ich komme also gar nicht drum herum, aber ich finde das ehrlich gesagt kein bisschen schlimm. Football, die NFL und inzwischen auch Lead Blogger sind für mich DAS Hobby.

Florian Schmitt bei Twitter folgen.

Texte von Florian Schmitt.

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