Ravens 2020: Lamar Jackson und der nächste Schritt

Die Baltimore Ravens schieden letzte Saison nach einer fantastischen Regular Season überraschend im ersten Playoffspiel aus. Doch die Mannschaft ist ganz gut dafür aufgestellt, jetzt den nächsten Schritt zu machen.

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Lesezeit: 8 Minuten

Doch wie das Schicksal es so wollte, spielten die Ravens ausgerechnet im ersten Playoffspiel gegen Tennessee ihre schwächste Partie des Jahres und flogen sang- und klanglos raus.

Doch die Ravens sind gut aufgestellt um 2020 erneut anzugreifen. Abseits der Quarterback-Position sind sie keine von Superstars abhängige Mannschaft. Sie sind vielmehr eine Ansammlung von vielen sehr guten Spielern. Das macht sie schwieriger ausrechenbar.

Offense

Die Ravens-Offense von 2019 war die außergewöhnlichste seit langem. Sie war sowohl im Passspiel als auch im Laufspiel die #1 nach EPA/Play und gewann sowohl die Herzen von Analytics (bislang ungesehene 4th-Down-Aggressivität) als auch jene von traditionelleren „Tape-Guys“ (dritthöchste Laufspiel-Quote der NFL in Early-Downs).

Quarterback

Bei aller Lobhudelei für die gesamte Mannschaft: QB Lamar Jackson ist der Dreh- und Angelpunkt der Ravens-Offense und die Ausnahme von obiger Regel „nicht abhängig von Superstars“. Nur dank seiner Präsenz als Ausnahmeathlet mit ausreichend gutem Wurfarm können die Ravens ihren Stiefel runterspielen: Laufspielzug folgt auf Laufspielzug folgt auf Quarterback-Scramble folgt auf tiefem Pass folgt auf Laufspielzug.

Jackson war schon immer ein sensationeller Läufer. Doch weil er sich zur letzten Saison auch als Passer extrem weiterentwickelte, mutierte er quasi über Nacht zum MVP-Kandidaten. Er gewann dann auch zurecht den Preis als wertvollster Spieler der letzten Saison. Doch weil er zum zweiten Mal hintereinander nach fragwürdiger Performance im ersten Playoffspiel ausschied, formieren sich schon die Aasgeier. Jackson kann sie nur ruhig stellen, wenn er den nächsten Schritt macht.

Solange Jackson nicht zu viele Bälle fumbelt (was ihm z.B. als Rookie 2018 zu oft passiert ist) ist er im Laufspiel unvergleichlich – das gilt gleichermaßen für designte Läufe wie für Quarterback-Scrambles. Von dieser (hohen) Basis ausgehend wird sein „Ceiling“ dadurch bestimmt, was er als Werfer anbietet.

Jackson als Werfer

In eben jenem Passspiel ist Jackson beileibe noch kein Weltstar, und gerade das Spiel gegen Tennessee offenbarte auch einige Schwächen. Er übersah offene Receiver, las Zone-Coverages falsch, lies jegliche Antizipation in seinen Würfen vermissen. Ganz einfach: Er presste. Und zwar sehr deutlich.

Dennoch muss man Jackson für 2019 zugestehen, dass er bereits einen enormen Sprung gemacht hat. Er ist einer der Spieler mit der höchsten Quote an „Second Reads“ (in 18% seiner Passspielzüge liest er beide Seiten des Spielfelds; Quelle: PFF) und als #12 nach CPOE (Completion Percentage over Expectation) logierte er in Puncto Präzision bereits im oberen Mittelfeld – und das meiste davon spielte er direkt aus der Pocket, ohne Rollouts und ähnliche schematische Kniffe.

Sein größer Verkaufsschlager ist die erfolgreiche Umsetzung des „5 verts“-Konzepts aus Empty-Formation: Ein Spielzug mit fünf vertikalen Pass-Routen, der in Kombination mit Jacksons Qualitäten als Ballträger so gut wie nicht zu verteidigen war.

Die Ravens legten damit die Liga in Schutt und Asche: Reine Manndeckung kann man gegen sie nicht mehr spielen. In Passspielzügen gegen Manndeckung legte Jackson 0.50 EPA/Play auf. Zum Vergleich: Patrick Mahomes erzielte in seiner MVP-Saison 2018 insgesamt 0.35 EPA/Pass.

Und jetzt kommt die Krux: Weil Jackson ein so zentraler Bestandteil der Offense ist, muss er für 2020 seinen Level aber auch halten. Er darf keinen Rückschritt als Passer machen. Vielleicht ist sogar das Halten des Status quo zu wenig, denn es gibt ein paar gefährliche Regressionsgefahren:

  • Seine Touchdown-Rate von 9.0% war unerhört; sie war in den Top-15 aller Zeiten.
  • Seine Rate an Turnover-würdigen Plays von 1.5% (Quelle: PFF) war auch extrem niedrig. Sie könnte auch daraus resultieren, dass Baltimore fast immer mit Führung im Rücken spielte und selten gezwungen war, etwas zu riskieren.

Fazit: Als Runner bietet Jackson vieles an, das die Ravens erstmal am Laufen halten wird. Aber als Werfer muss der nächste Schritt folgen, wollen die Ravens weiterhin Effizienz vom obersten Regal anbieten.

Offensive Line

Die Offensive Line der Ravens war 2019 eine der besten in der Liga: #2 in ESPNs Pass-Blocking-Win-Rate, #1 in PFFs Pass-Blocking Grading. Es ist eine Line, die natürlich auch im Run-Blocking brillierte (#3 nach Adjusted Line-Yards).

Für 2020 muss man nur einen Starter ersetzen – doch das ist ein wichtiger: OG Marshal Yanda trat in der Offseason zurück. Yanda gehörte in den letzten Jahren zu den dominantesten Offensive Guards. Er wird durch den Betonklotz D.J. Fluker ersetzt, der für alles bekannt ist, nur nicht für flinke Füße.

Ohne Yanda dürfte es auf Center und Guard ein paar Fragezeichen geben. Doch dafür ist das junge Tackle-Pärchen mit LT Ronnie Stanley und RT Orlando Brown jr. vom obersten Regal.

Skill-Player

Die Kurzversion lautet: Auf Runningback ist man tief besetzt, auf Tight End in der Spitze hochklassig und auf Wide Receiver hoffnungsvoll, aber unerfahren.

Weil die Ravens so viel laufen, haben sie eine eh schon tiefe Runningback-Rotation mit Mark Ingram jr. und Gus Edwards in der Offseason via 2nd-Round-Draftpick J.K. Dobbins noch einmal aufgebolstert. Durch Jacksons Präsenz als mobilem Quarterback sind mit diesen Backs auch ohne überragende Interior Offensive Line hohe Yards/Carry-Zahlen quasi garantiert.

Primäre Anspielstation für Pässe ist der famose TE Mark Andrews, dessen Präsenz Hayden Hurst überflüssig machte (Hurst wurde nach Atlanta getradet, es bleibt Blocking-TE Nick Boyle). Andrews ist auch deshalb so essenziell, weil es kaum NFL-erprobte Receiver gibt.

WR Hollywood Brown ist der Mann für die tiefen Bälle, doch Brown war als Rookie verletzungsanfällig und recht inkonstant; im zweiten Jahr braucht es einen großen Sprung. WR Miles Boykin, wie Brown 2019 gedraftet, hat eine schwache Rookiesaison hinter sich; Rookie-WR Devin Duvernay ist erstmal maximal als Slot-Waffe eingeplant.

Das Wort der Stunde lautet „Potenzial“. Alle drei der jungen Receiver gelten als große Talente – allein: In der NFL haben sie noch nicht viel Weltbewegendes gezeigt. Damit Baltimores Offense auch künftig zündet, muss mindestens einer (besser zwei) aus dem Trio eine entsprechende Entwicklung nehmen. Geschieht das nicht, muss man erneut 754 Snaps über WR Willie Snead spielen – und das kann keiner wollen.

Coaching

Offensive Coordinator Greg Roman ist mittlerweile eine Legende, wenn es um das Bauen von Gameplans mit mobilen Quarterbacks geht. Er hat es in San Francisco mit Colin Kaepernick gemacht, in Buffalo mit Tyrod Taylor – und jetzt in der bislang besten Variante mit Lamar Jackson in Baltimore.

Revolutionär daran sind weniger die einzelnen Konzepte, dafür vielmehr der Mix: Zone Running, Gap-Running, Counters, Misdirections. Es gibt extrem viel Pre-Snap-Motion, was die Defenses zum Preisgeben ihrer Intentionen zwingt – und auch Motions während dem Snap.

Roman spielt sehr viele Aufstellungen mit „Heavy Personnel“:

  • 44% Aufstellungen mit 11-Personnel (3 Wide Receiver, 1 Runningback, 1 Tight End)
  • 17% aus 12-Personnel (2 Wide Receiver, 1 Runningbacks, 2 Tight Ends)
  • 17% aus 22-Personnel (1 Wide Receiver, 2 Runningbacks, 2 Tight Ends)
  • 10% aus 21-Personnel (2 Wide Receiver, 2 Runningbacks, 1 Tight End)
  • 6% aus 13-Personnel (1 Wide Receiver, 1 Runningback, 3 Tight Ends)

Solche schweren Aufstellungen zwingen die Verteidigung häufig in Base-Defense. Daraus lässt sich wunderbar Play-Action mit tiefen Würfen spielen. Weil die Ravens aus diesen Formationen auch ungewöhnlich gut laufen können (der mobile Quarterback hilft), brilliert die Offense.

Und dann ist da natürlich noch die hohe Aggressivität in 4th Downs: Head Coach John Harbaugh breitete seine Offenheit für das Ausspielen von 4th Downs in der letzten Saison lang und breit aus. Er ist einer der ersten Coaches, die wirklich darin eine Chance sehen, und kein unnötiges Risiko. Es ist davon auszugehen, dass Baltimore auch 2020 zu den aggressivsten 4th-Down-Teams gehören wird – aber nicht unbedingt, dass man wieder fast alle kurzen 4th Downs verwerten wird.

Defense

Auch die Defense ist schematisch ziemlich einzigartig. Die wichtigen Stichworte dort sind positionsloser Football“, hohe Raten an Manndeckung in der Secondary, viele Sub-Packages und hohe Blitz-Raten. Generell ist die Defense dafür gebaut, zuallererst den Pass zu stoppen.

Front Seven

„Front Seven“ ist in Baltimore ein mutmaßlich überholter Begriff, wenn wir berücksichtigen, dass die Ravens mit 46% Nickel und 39% Dime insgesamt 85% (!) der Defensiv-Snaps mit weniger als sieben Mann in der Front gespielt haben.

In den letzten Jahren begann die Defense-Front stets mit dem mächtigen Defensive-Tackle-Pärchen Brandon Williams/Michael Pierce, doch letzterer hat das Team in der Offseason verlassen. Damit schwächt man die Run-Defense, doch dafür wurde der Pass-Rush gestärkt.

Der zuletzt beste Pass-Rusher EDGE Matt Judon bleibt unter dem Franchise-Tag. Dazu wurde via Free Agency DT Derek Wolfe aus Denver geholt – und Calais Campbell via Trade aus Jacksonville. Wolfe galt immer als einer der besseren Interior-Pass-Rusher. Campbell galt in den letzten fünf Jahren als einer der besten, komplettesten Defensive Liner in der NFL; er ist mit 34 Lenzen nicht mehr der Jüngste, aber eine 80%-Version seiner selbst ist eine klare Verstärkung für Baltimore.

Dazu gibt es Blutauffrischung in der zuletzt verwaisten zweiten Reihe: Man hat zwei Linebackers gedraftet. Der eine ist Patrick Queen, der mit seinem Speed und seiner Fähigkeit in Pass-Deckung als sofortiger Starter eingeplant ist. Der andere ist Malik Harrison. Er dürfte erstmal eher sporadisch gebracht werden.

Secondary

Das Defensive Backfield in Baltimore gehört auch nach der überraschenden Entlassung von Superstar-Safety Earl Thomas unter der Woche zu den besten in der NFL. Die Ravens sind „four deep“ auf Cornerback und haben zumindest zwei passable Safetys.

Die beiden Juwele sind die Top-Cornerbacks Marlon Humphrey und Marcus Peters. Der eine gilt als einer der besten Manndecker, der andere als Interceptions-Abfangjäger Nummer 1 in der NFL. Der dritte Cornerback ist der zuletzt oft verletzte Tavon Young. Und immer wenn man als #4 Jimmy Smith aufbieten kann, weißt du, dass die Tiefe kein Problem darstellt. Dieses Quartett ist quasi eine Garantie, dass Baltimore die Wide Receiver im Griff hat (waren #3 in Pass-Deckung gegen die Receiver) – und das ist die wichtigste Disziplin einer jeden NFL-Defense.

Möglicherweise experimentiert Baltimore diese Saison auch damit, Smith hie und da auf Safety zu stellen, denn nach dem Thomas-Abgang ist man dort mit Chuck Clark und DeShone Elliott etwas dünn besetzt. Clark wurde letztes Jahr extrem häufig als Blitzer eingesetzt, doch vielleicht ist diese extreme Form von Blitzing in dieser Saison wegen der besseren Individualisten im Pass-Rush gar nicht mehr notwendig.

Coaching

Defensive Coordinator Wink Martindale arbeitet im neunten Jahr in der Defense-Schmiede der Ravens, im dritten davon als Coordinator. Er hat viele Prinzipien der Ravens-Defense in den letzten zwei Jahren verfeinert und schematisch eine der interessantesten Units der NFL zusammengebaut.

Seine Defense wurde schon früh während der letzten Saison als „positionslos“ und damit nächste Evolutionsstufe der NFL gefeiert. Selbst ein einstiger Deep-Safety wie Earl Thomas wurde wie eine Schachfigur über das Feld geschoben und übernahm zahlreiche Aufgaben als Box-Safety.

Ohne Thomas, dafür aber mit besseren Individualisten im Pass-Rush und mit nominell besseren Linebackers könnte Martindale eventuell verleitet werden, wieder etwas konventioneller zu spielen. Dennoch dürfte wieder das Gros der Snaps mit minimum fünf, häufig sechs Defensive Backs absolviert werden.

Special Teams

Normalerweise geben wir für Special Teams keine eigene Kategorie aus. Doch so unwichtig gerade in Baltimore der Punter (Sam Koch) sein mag, so dürfen wir ruhig mal hervorheben, dass die Ravens in Justin Tucker den besten Kicker der Liga in ihren Reihen haben – und zwar den mit weitem Abstand besten, auf einer Position, die sich abseits von Tucker notorisch instabil verhält.

Ausblick

Es spricht vieles dafür, dass die Baltimore Ravens auch 2020 zur Liga-Elite gehören werden. Der Kader ist breit aufgestellt und das Coaching wird zurecht gefeiert, der Schedule gehört trotz verbesserter Divisionskonkurrenz zu den einfacheren in der NFL (Baltimore ist in den Wettbüros in allen 16 Spielen favorisiert).

Ob die Ravens aber wirklich noch einmal den wichtigen #1-Seed holen und eine ernsthafte Anwärterschaft auf die Superbowl-Trophäe anmelden können, hängt letztlich von Lamar Jackson ab. Die Offense läuft mit ihm als Rushing-Threat erstmal nicht per se Gefahr komplett kaltgestellt zu werden, aber man sollte die Fähigkeit von NFL-Defensive-Coordinators, über mehrere Monate Offseason Stärken einer Offense zu neutralisieren, nicht unterschätzen.

Macht Jackson als Passer den nächsten Schritt, ist Baltimore vielleicht noch vor den Chiefs die beste Wette auf den Superbowl-Sieg. Doch stagniert Jackson dort, könnte das für Baltimore damit verbunden sein, häufiger Rückständen nachlaufen bzw. nachwerfen zu müssen – und dann droht schnell eine eher holprige Saison, in der man vielleicht sogar um den Gewinn der Division bangen muss.

7 KOMMENTARE

  1. Mich reizt ja extrem diese Balance zwischen den Offensive-Teilen. Manche Teams haben erfolgreiche RB, weil das Passspiel so gefährlich ist. Die Ravens können sich vielleicht “schlechte” Receiver leisten, weil sie so gut laufen 😉 . Ich war ehrlich überrascht, das Hollywood Brown in der Saison nur 5xx Yards erlaufen hat. Sah bei den 2-3 Spielen, die ich gesehen habe, anders aus 🙂 . Bei einer Sache will ich ihn aber in Schutz nehmen. Er hat 14 v 17 Spielen gespielt, das finde ich jetzt nicht sooo verletzungsanfällig. Besonders bei seiner Sprinter-Rolle. Laien-Gefühl: im Sport sind die Sprinter verletzungsanfälliger als Techniker oder “Schupser” (O+D-Line).

    • “Verletzungsanfällig” ist vielleicht die falsche Vokabel, aber Brown hat 3 Spiele Mitte der Saison verpasst, bei einem vierten 10 Tage nach dem Comeback nur wenige Snaps gespielt und dem Vernehmen nach die ganze Saison über angeschlagen am Fuß gewesen sein (Quelle: ESPN)

    • @Ahmser: Das mit den verletzungsanfälligen Sprintern dürfte stimmen. Besonders auffällig finde ich das bei der Draft: die schnellsten Receiver sind häufig die, die als erstes verletzt sind. Vorzugsweise Hamstring.

  2. Wie immer genialer Artikel, dem ich nur voll und ganz zustimmen kann.

    Ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen:
    17% aus 12-Personnel (2 Wide Receiver, 2 Runningbacks, 1 Tight End)
    –> müsste eigentlich 1 Runningback, 2 Tight Ends heißen oder?

    Vielen Dank für eure Arbeit!!

  3. Das mit den “5 verts” klingt interessant. Wie kann man denn überhaupt dagegenen verteidigen bzw. wem ist es 2019 halbwegs gelungen?
    Bei welchen anderen Teams sieht man das “5 verts”-Konzept noch oder könnte man sehen?

    PS: Ich klicke immer das Kästchen zum Speichern von Namen und Mail, klappt aber nie (Firefox). Keine Ahnung woran es liegt.

    • Ich habe dazu keine Daten.

      5-verts ist im Prinzip eine Evolution dessen, was Teams aus Empty-Formation spielen. Empty = kein Spieler im Backfield, dafür alle in Spread-Formation gesplittet an bzw. kurz hinter der Line of Scrimmage. Meistens ist es eine 3×2 Formation – drei Spieler auf einer Seite, zwei auf der anderen.

      Offenses stellen sich immer mehr so auf, weil sie die Defense damit zwingen, ihre Intentionen preiszugeben. Defense kann nicht mehr so gut verstecken, was sie vorhat. Fast 15% der Offense-Spielzüge werden schon in Empty-Formation gespielt (ist übrigens nicht deckungsgleich mit 5 WR!). Nur in ca. 20% dieser Fälle hat die Defense überhaupt geblitzt.

      Nachteil für die Offense: Es gibt dann nur 5 Blocker. Jeder Blocker ist auf sich allein gestellt. Kommt ein Pass-Rusher durch, gibt es wenig Möglichkeiten für einen immobileren QB.

      QB-Statuen wie Brady oder Brees haben in den letzten Jahren dennoch viel Empty gespielt. Sie haben einfach sehr schnell geworfen und damit den Pass-Rush ins Leere laufen lassen.

      Die Ravens haben jetzt den nächsten Schritt gemacht, weil sie ihre Routen aus Empty einfach tendenziell tief designen – eben bis zu 5 Routen vertikal das Feld runter (4-verts bzw. 5-verts ist aber auch nicht deckungsgleich mit “tiefen” Routen; die Receiver können auch in der Route stoppen uns sich abdrehen).
      Sie nutzen Lamars Rushing-Threat um die Defense auf Nägeln zu halten. Cover-4 reicht gegen 4-verts. Aber nicht gegen 5-verts, weil dann eine Zone frei ist.

      Chiefs sind ein logischer Kandidat um ebenso solche Plays einzubauen: Pfeilschnelle Receiver, mobiler QB der gut ist im Ausweichen von Pass-Rush. Vielleicht die Texans mit Watson und vier schnellen Receivern? Hab es bei den Texans in der Form aber noch nicht gesehen, zumindest nicht bewusst. Theoretisch auch die Seahawks mit Russell Wilson, aber ob ein Schottenheimer überhaupt schon von sowas gehört hat?

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