Runningback Handcuffs: Draften oder nicht?

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In der Fantasy Football Community gibt es jedes Jahr eine Glaubensfrage, ob Handcuffs es wert sind, sie zu draften. Ich habe bereits Anfang dieses Jahres gesagt, dass es sich nicht lohnt, einen Handcuff zu picken. Zuerst müssen wir aber den Unterschied zwischen Handcuffs und Standalone-Value Spielern erklären.

Was ist ein Standalone-Value Spieler?

In der Regel sind dies Spieler, die “flex-worthy” sind und eine Chance haben, in euer wöchentliches Line-Up zu kommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Lead Back des Teams spielt oder verletzt ist. Ein Beispiel dafür ist Kareem Hunt. Nick Chubb ist der klare Lead Back im Backfield der Browns, dennoch hatte Hunt von Woche 10-16 im Durchschnitt:

  • 5,7 Rush Att
  • 5,7 TRG
  • 4,8 REC
  • 0,4 TD
  • 11,1 Fantasy Punkte

Hunt fällt damit in die Rubrik “Receiving Running Back mit Upside” und zählt nicht zu den typischen Handcuffs. Denn sie sind rein vom Receiving Upside her eher flex-worthy-Spieler. Dazu zählen Spieler wie:

  • Darrell Henderson, LAR
  • Phillip Lindsay, DEN
  • Matt Breida, MIA
  • Duke Johnson, HOU
  • Tarik Cohen, CHI
  • James White, NE
  • Boston Scott, PHI
  • Tevin Coleman, SF
  • Nyheim Hines, IND

Was ist ein RB Handcuff?

Ein RB Handcuff ist der Ersatz, für den Workhorse RB eines Teams, der mindestens +15 Carries pro Spiel hat.
Die Top RB Handcuffs sind:

  • Alexander Mattison, MIN
  • Tony Pollard, DAL
  • Latavius Murray, NO
  • Carlos Hyde, SEA
  • Darrynton Evans, TEN
  • Ryquell Armstead, JAC

Warum es sich nicht lohnt einen Handcuff zu picken – gemessen an deren ADP?

Aus meiner Sicht ist Tony Pollard der wertvollste Handcuff. Seine aktuelle Average Draft Position (ADP) ist #133 Overall. Er geht damit früher vom Board als eine Handvoll guter Upside-WR wie:

  • Henry Ruggs (#135 Overall)
  • Golden Tate (#140 Overall),
  • Anthony Miller (#149 Overall)
  • Jalen Raegor (#151 Overall)
  • Preston Williams (#156 Overall), oder
  • Curtis Samuel (#157 Overall)

Jetzt kann man argumentieren, dass man in der elften Runde sowieso im Dunkeln tappt. Aber die oben aufgezählten Spieler zeigen, wie hoch der Value in späten Runden sein kann. Wenn man dann noch berücksichtigt, in welcher Runde Runningbacks vom Board gehen, die nicht nur High-End-Handcuffs sind, sondern auch Standalone Wert haben in einem RBBC, dann ist die pure Absicherung einer eventuellen Verletzung des 1st- oder 2nd-Round-Runningbacks, ein verschwendeter Draft-Pick. Beispiele sind folgende Spieler:

  • Zack Moss (#155 Overall): Der Rookie-RB von den Buffalo Bills findet ein Backfield vor, in dem 11 offene Goal Line Carries (3rd in NFL) und 169 offene Rushing Carries frei geworden sind (7th in NFL).
  • Joshua Kelley (#254 Overall): Melvin Gordon hinterlässt 162 Runs, wovon 20 innerhalb der 10-Yard-Line kamen und 13 Versuche innerhalb der 5er.

Beide Runningbacks verfügen über eine höhere Opportunity aufgrund der offenen Team Carries. Und sie haben Standalone-Wert ohne dass sich der Lead Back verletzten muss.

Warum raten viele Experten dazu, einen Handcuff zu stashen?

Der geschätze und hochrenommierte Fantasy-Kollege @DettiFBei hat vor kurzem eine Umfrage gestartet und nach dem wertvollsten Handcuff 2020 gefragt. Er hat dabei selber betont, ein Fan von RB-Handcuffs in Drafts zu sein. Auf der einen Seite kann ich die Argumentation für einen potenziellen League Winner verstehen. Selbst die vermeintliche Absicherung von einem verletzungsanfälligen Lead Back und dem damit einhergehenden Wohlbefinden, reagieren zu können, wenn eben dieser ausfällt, kann ich verstehen. Denn in der Vergangenheit gab es einzelne gute Handcuff-Leistungen und 2018 war Damien Williams ein League Winner.

  • Latavius Murray war 2019 in den zwei Spielen, die Alvin Kamara verletzt verpasst hat, RB#1.
  • Damien Williams war in 2018 nach dem Rausschmiss von Kareem Hunt in Woche 13-16 der RB#6.
  • Giovani Bernard war 2018 in den zwei Spielen, die Joe Mixon verletzt verpasst hat, RB#6.

Von Woche 5 im Jahre 2018 bis Woche 17 im Jahre 2019 hat Joe Mixon übrigens null Spiele verpasst und der stash von Bernard war nutzlos. Ein weiteres Beispiel ist Alexander Mattison 2019 (Momentane ADP #111). Er wurde 2019 als Handcuff gedraftet und wurde das ganze Jahr über gestasht. Als sich Dalvin Cook dann in Woche 15 verletzt hat und für die Championship-Woche 16 ausgefallen ist, war eben dieser Mattison selber verletzt. Saquon Barkley war 2019 von Woche 4-6 verletzt. Wayne Gallman seines Zeichens Handcuff von Barkley, war in Woche 4 der RB #6. In Woche 5 hat er sich dann selber verletzt und hat in der restlichen Saison nur fünf Fantasy Punkte erzielt. Chase Edmonds ist ein weiterer Handcuff 2019, der sich selber verletzt hat, als der Team Lead Back David Johnson ausgefallen ist.

Fazit

Unter dem Strich ist es eine Glaubensfrage und ein Gefühl des Wohlbefindens, sich den Handcuff seines 1st- oder 2nd-Round-Runningbacks in sein Team zu draften. Und gemessen an deren aktuellen ADP Upside-Spieler zu verpassen. Aber eines ist klar: Jeder High-End-Handcuff hat das Potenzial, ein League Winner zu sein. Dafür muss sich nur erst der Lead Back verletzen, was zum einen nicht zu prognostizieren ist und zum anderen muss der Handcuff selber fit bleiben. Ich picke an deren ADP lieber Wide Receiver oder Runningbacks mit Upside, die in einem RBBC entweder Standalone-Wert haben oder in der Position sind, der Lead Back in einem RBBC zu werden.

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Raphael Gruhn
24 / 7 Fantasy Football Experte

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