IDP – Mehr Liebe für “Individual Defensive Player”

Dir sind herkömmliche Ligen, die sich nur um die Offense drehen zu langweilig? Dann solltest du unbedingt Individual Defensive Player in deine Liga integrieren! Umso größer das Line-Up, umso mehr Spaß macht Fantasy Football!

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Es gibt durchaus Spieler in der NFL, die selber aktiv Fantasy Football spielen und teilweise sogar via Social Media in Kontakt mit den Fans gehen. JuJu Smith-Schuster ist da eines der bekanntesten Beispiele. Auffällig ist, dass insbesondere Offense Spieler in der Fantasy Football Welt unterwegs sind. Die Kollegen aus der Defense sucht man meist vergebens. Ein möglicher Grund könnte das Fehlen von Defensive Linemen, Linebackern, Cornerbacks und Safeties in den meisten Fantasy Football Ligen sein. Daher lautet unser Plädoyer: Mehr Liebe für Individual Defensive Players!

Fantasy Football befindet sich stets in einem Wandel. Ein Standard Line-Up, welches gerade in den Anfängerligen genutzt wird, ist im Umfang relativ klein gehalten und bietet einen sanften Einstieg in die Welt des Fantasy Footballs. Doch je mehr man sich mit Fantasy Football beschäftigt, desto größer ist der Wille, weitere Nuancen kennenzulernen.

Zumeist geht mit diesem Willen auch einher, weniger relevante Positionen im Fantasy Football Line-Up zu eliminieren oder aufzuwerten. Beispielsweise ist der Unterschied zwischen den Punkten bei Quarterbacks relativ gering. Dies führt in einer 12-Team-Liga dazu, dass sich bis zu 20 Quarterbacks auf der Waiver Wire befinden. Eine Priorisierung der Quarterback-Position im Start-Up-Draft ist somit nicht notwendig. Um die Position Quarterback aufzuwerten, wurden die SuperFlex-Position und die 2QB-Ligen eingeführt. Durch diese Hinzunahme eines zweiten Quarterbacks im Starting Line-Up hat die Position auch im Fantasy Football den angebrachten Respekt zurückerlangt.

Gleiches sieht man auch bei der Defense, die im Standard-Scoring als Team-Defense zusammen mit der Special-Teams-Einheit abgebildet wird. Die Position hat kaum eine Relevanz, sodass sie mittlerweile häufig sogar weggelassen wird. Der große Trend geht deshalb auch hier in die Richtung, dass man die Positionsgruppe aufwerten will. In diesem Fall entstehen durch die Aufwertung mehrere neue Positionsgruppen. Als Pendant zu den Spielern der Offense werden nun auch defensive Spieler für ihre individuelle Leistung belohnt. Herzlich Willkommen in der Welt von IDP – Individual Defensive Player. Achtung, Suchtgefahr.

Positionsgruppen

Es gibt verschiedene Varianten, wie in einer Liga mit individuellen defensiven Spielern die Positionen zugeordnet werden können. Die einfachste Aufteilung ergibt die Positionsgruppen:

DL Defensive Line: DT Defensive Tackle und DE Defensive End 

LB Linebacker: ILB Inside Linebacker und OLB Outside Linebacker

DB Defensive Back: CB Cornerback und Safety

In einer IDP-Fantasy Liga mit 8 Startern in der Defense könnte ein Aufbau dann wie folgt aussehen:

PositionsgruppePositionen der möglichen Spieler
DLDE + DT
DLDE + DT
LBILB + OLB
LBILB + OLB
DBCB + S
DBCB + S
IDP FlexDE, DT, ILB, OLB, CB, S
IDP FlexDE, DT, ILB, OLB, CB, S

Als zusätzlichen Schritt kann man die Positionsgruppen weiter auflösen. Wie im wahren American Football bleiben die einzelnen Positionen bestehen. Folglich besteht ein Line-Up dann aus DE, DT, LB, CB und S. Infolge dieser Aufteilung kann es dazu kommen, dass einzelne Spieler auf zwei Positionen eingesetzt werden können. Dies ist möglich, da sie je nach Scheme des NFL-Teams entweder als Defensive End (DE) oder als Outside Linebacker (OLB) noch zu den Linebackern (LB) zählen.

Scoring

Es gibt unterschiedliche Ansätze für den Aufbau des Scorings für Individual Defensive Player. In unserem Artikel über Scoring Systeme im Fantasy Football wurden zwei Ansätze bereits kurz angerissen.

In dem einen Ansatz erzielen Spieler vorrangig durch “Tackle” ihre Punkte. Dies kommt in erster Linie den Linebacker und Safety zu Gute. Spieler dieser Position können in einem Spiel viele Ball-Aktionen verzeichnen. Je mehr Möglichkeiten vorhanden sind, desto mehr Punkte werden erzielt. Im Endeffekt wird in Standard-Ligen die Quantität der Aktionen belohnt. In IDP-Ligen mit dem Standard-Scoring kommt es nicht selten vor, dass unter den Top 50 Defense-Spielern nahezu nur Linebacker vertreten sind. So hat Cameron Heyward, Defensive Lineman der Pittsburgh Steelers und DL #1 der vergangenen Saison, weniger Punkte gemacht, als der LB #29 Jayon Brown der Tennessee Titans.

Mit dem Wunsch, ein Big Play als solches auch im Fantasy Football abbilden zu können, wurden neue Varianten des IDP-Scorings entwickelt. Um “Big Plays” zu honorieren, wurden seltenere, meist aber um so wichtigere Aktionen höher bewertet und mit einer höheren Punktzahl/Play versehen. Eine immer weiter bekannt werdende Variante ist das IDP-123-Scoring. Auf Grund der hohen Punktzahl für die sogenannten Big Plays (Interception, Sack, Forced Fumble, Pass Deflection) gibt es eine höhere Ausgeglichenheit zwischen den defensiven Positionen. Neben der Quantität der Aktion zählt hier auch die Qualität. Zusätzlich sind Top-IDP-Spieler zeitgleich auch Top-Scorer der Liga. Schnell ist ein Top-Individual Defensive Player ein stärkerer Punkte-Lieferant als ein guter Running Back. Die Defense steht der Offense somit in nichts mehr nach.

Die Umsetzung

Damit kommen wir zu dem wohl wichtigsten Punkt: Es gibt verschiedene Ansätze und Scoring-Vorgaben, die man im Internet finden und 1:1 übernehmen kann. Es ist jedoch zu empfehlen, sich neben dem Austausch mit erfahrenen IDP-Fantasy-Football-Spielern auch eine “Dummy-Liga” zu erstellen und verschiedene Einstellungen auszuprobieren. Einerseits sieht man dadurch, wie die Änderungen sich auf die Platzierungen der vergangenen Saison auswirken und andererseits bekommt man gleich ein Gefühl für die Top-Spieler der Positionen. Probiert einfach ein wenig herum und seid nicht zu vorsichtig.

Tatsächlich kommt der Reiz und der Spaß an IDP auch ein wenig über die Menge. Wenn man nur 4 Spots im Starting-Roster für IDP Spieler nutzt, haben alle Teams Top-IDP-Spieler für alle Positionen in ihrem Roster. Je tiefer das IDP Starting-Line-Up, umso spannender wird es, denn es bleiben eben nicht mehr genug Elite Spieler für alle übrig und wie in der Offense muss man auch hier genau abwägen wie man sein Roster zusammenstellt.

Mir persönlich gefallen die Scoring Einstellungen des IDP 123 Scorings sehr gut, auch wenn sie teilweise über das Ziel hinaus schießen. Ein Mittelweg zwischen dem Tackle-Heavy-Scoring aus Standard Ligen und der Aufwertung von Big Plays ist für mich der beste Weg. Letztlich zählt nur der Spaß am Hobby “Fantasy Football”. Meiner Meinung nach steigt dieser Spaß durch die Hinzunahme von Individual Defensive Player immens. Für das Starting Line-Up empfehle ich mindestens 7 Spots für Individual Defensive Player einzuplanen (DL, DL, LB, LB, DB, DB, Flex). Optimal ist es natürlich, wenn man die Starting Line-Up Spots der Offense und der Defense angleicht.

Über Lead-Blogger wird es zukünftig viel zu IDP geben und dieser Einstieg kratzt nur an der Oberfläche von dem, was Individual Defensive Player im Fantasy Football zu bieten haben. Im Rahmen meiner kommenden Rankings stelle ich euch mein empfohlenes Scoring-Setting vor und freue mich auf viele Unterhaltungen mit euch.

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Martin von Rötel
Vater von zwei zukünftigen Tennessee Titans Spielern (ok, vielleicht auch nur Fans) und selber leidenschaftlicher Fan. Fantasy Football Junkie, Owner der Bogland Ballers und ein wahrer IDP-Freak.

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