Fantasy Football – Ein Einstieg

Was ist Fantasy Football? In diesem Artikel werden alle Basics wie Formate, Plattformen, Ablauf einer Saison u.v.m. erläutert.

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Lesezeit: 12 Minuten

“My favorite water cooler topic is fantasy football. I used to make fun of friends for doing it and now I’m obsessed.” – John Krasinski, Schauspieler.

Wenn ihr den Weg hierhin gefunden habt, könnt ihr dieses Zitat wahrscheinlich nicht nur nachvollziehen, sondern euch vollends damit identifizieren.
Fantasy Sports erfreuen sich im Zuge der Globalisierung und Digitalisierung wachsender Beliebtheit. Seit der Jahrtausendwende wuchs die Nutzeranzahl in Nordamerika von 15,2 Millionen auf 59,3 Millionen Spielern in 2017. Der Anteil an Spielern, die das Management eines fiktiven NFL Teams übernehmen beträgt dabei laut “Fantasy and Gaming Association” (FSGA) mit 46,3 Millionen Nutzern 78%. Auch in Deutschland wächst der Anteil an Personen denen American Football als Sport bekannt ist seit Jahren. Laut Statista kennen über 60 Millionen Personen in der deutschen Bevölkerung den Sport. Der Free TV Anbieter Pro Sieben MAXX verzeichnete beim Auftakt der NFL Saison 2019 einen Marktanteil im Segment der 14- bis 49-Jährigen von 4,2%.

Wie viele von den 60 Millionen Personen Fantasy Football spielen ist nicht bekannt. Solltet ihr noch nicht Teil dieser Faszination sein, dann wird dieser Artikel alle wichtigen Fragen zum Start in die Fantasy Karriere beantworten. Erfahrene Hasen können zudem sicherlich ebenfalls einiges an interessantem Input mitnehmen. Solltet ihr zu diesem Thema lieber etwas auf die Ohren wollen, dann empfehle ich meine Einsteigerfolge des Upside Fantasy Football Podcasts.1 auf Youtube.

Disclaimer: Dort sage ich bei der Userfrage von H4mst0r, dass das Expert Consensus Ranking (ECR) genauer sei als Projected Points. Dies habe ich mittlerweile widerlegen können. Besonders die Projections von Fantasypros sind genauer, als das ECR.

Dieser Artikel wird sich mit folgenden Fragestellungen beschäftigen:

  1. Was ist Fantasy Football?
  2. Arten des Fantasy Football.
  3. Der Verlauf einer Fantasy Football Saison.
  4. Das Roster und Scoring im Fantasy Football.
  5. Plattformen zum Hosten einer Fantasy Football Liga.
  6. League Spice Ups deiner Fantasy Football Liga.

Was ist Fantasy Football?

Im Fantasy Football übernimmt man die Steuerung eines fiktiven Teams, bestehend aus echten NFL Spielern. Die reelle Leistung des NFL Spielers bestimmt dabei wie viele Punkte dieser pro Spieltag erreicht. Da ein Kader des fiktiven General Managers (GM) in der Regel mehr Spieler beinhaltet, als sich tatsächlich aufstellen lassen, muss der Manager wöchentlich folgenreiche Entscheidungen für den Saisonverlauf treffen.

Mit diesem Kader tritt der Fantasy GM in der Regel wöchentlich in einem Head-to-Head Matchup gegen die anderen GMs in seiner Liga an. Wer in diesem Matchup die meisten Punkte mit seinem Lineup erzielt, gewinnt den Spieltag. Ein Spieltag erstreckt sich dabei vom ersten reellen NFL Spiel, dem Thursday Night Game bis zum letzten reellen NFL Spiel, dem Monday Night Game.

Dieses Prinzip klingt zunächst ähnlich wie man es in Deutschland von Comunio im Fußball kennt. Der große Unterschied ist, dass beim Fantasy Football rein objektive Faktoren in die Bewertung einfließen. Sind es beim Fußball größtenteils Noten, die den Ausschlag geben, werden im Fantasy Football Stats wie “Yards”, “Touchdowns” und “Receptions” oder sogar “First Downs” bewertet. Zudem könnt ihr den Spieltag live verfolgen und nebenbei sehen wie sich Play by Play die Punkte der Spieler verändern. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: Dieses Verhalten kann schnell zu einer Sucht werden und zu Frustrationen führen, mit denen ihr nicht mehr gemütlich euer NFL-Team verfolgen könnt.

Arten des Fantasy Football

In der Regel beginnen Einsteiger mit einer klassischen Redraft-Liga, in der jede Saison ein neues Team gedraftet wird und die GMs unterjährig über Trades und Spieleraquisitionen ihr Team verbessern können. Doch darüber hinaus gibt es viele andere faszinierende Arten des Fantasy Football. Diese sind im Folgenden, bemessen an ihrem zeitlichen Horizont, gegliedert:

Täglich/Wöchentlich:

  • Daily Fantasy Sports (DFS) – wöchentliche Contests um Geld

Jährlich:

  • Bestball – nur Draft, kein Kadermanagement
  • Redraft – der Klassiker

Mehrere Jahre:

  • Keeper – einzelne Spieler dürfen jahresübergreifend behalten werden
  • Dynasty – der komplette Kader wird jahresübergreifend behalten
  • Contract/Salary Cap – wie Dynasty, jedoch mit einem fiktiven Salary Cap
  • Devy – wie Dynasty, jedoch zusätzlich noch College Spieler

Falls ihr außerhalb des Redraft Formats die anderen kennen lernen wollt, dann habe ich dazu ebenfalls einen Artikel verfasst, der bald erscheinen wird. Dieser erläutert jede Art des Fantasy Football im Detail.

Der Verlauf einer Fantasy Football Saison

Im folgenden Kapitel werden die Formate DFS und Bestball nicht weiter berücksichtigt und lediglich der Verlauf der restlichen Formate erläutert. Beispielhaft wird eine Redraft Liga erläutert. Dieser Verlauf ist in den jahresübergreifenden Formaten derselbe, mit der Ausnahme des Rookie Drafts im zweiten Jahr in Dynasty, Contract und Devy.

Der Draft

Der wichtigste Aspekt beim Draft in einer Fantasy Redraft Liga ist der Zeitpunkt. Dieser sollte im Idealfall dann stattfinden, wenn sich keine Starter mehr in der Preseason verletzen können. Stand heute, im Jahr 2020, ist dies nach Preseason Woche drei der Fall. Es gibt nichts ärgerliches, als Christian McCaffrey an 1.01 zu draften, nur damit er sich in Preseason Woche drei das Kreuzband reißt. In Preseason Woche 4 setzen die Teams in der Regel keine Starter mehr ein, weshalb dies ein geeigneter Zeitpunkt ist. In Dynasty Formaten kann man den Draft zu jeder beliebigen Zeit in der Offseason durchführen. Am besten nach dem NFL Draft, damit dort die Landing Spots bekannt sind. Meines Erachtens empfiehlt sich für Experten auch ein Draft vor dem NFL Draft, dann muss man sich natürlich der damit einhergehenden Gefahren bewusst sein.

Ist der Zeitpunkt bestimmt, gibt es drei Arten den Draft durchzuführen:

  1. Snake Draft
  2. Auction Draft
  3. Hybrid Draft

Der Snake Draft ist die klassische und die laut Upside Umfrage zu 96% bevorzugte Variante. Dabei haben jedoch gerade einmal 11% der Befragten schonmal einen Auction Draft absolviert.

Bei einem Snake Draft wird jede Runde in umgekehrter Reihenfolge gedraftet, um die Chancengleichheit zu wahren. Das heiß, wenn ein GM an 1.01 pickt, dann ist er an der letzten Position in Runde zwei erst wieder dran. In einer 12 Team Liga wäre das demnach 2.12. Der GM mit dem letzten Pick an 1.12 hat hingegen den ersten Pick in Runde zwei (2.01). Da diese Picks unmittelbar nacheinander erfolgen und sich die Reihenfolge umkehrt, spricht man bei den ersten und letzten Picks von “Picks am Turn”. Wie man im Draft an welcher Position am besten vorgeht, erfahrt ihr bald in Raphaels Artikel zu Draftstrategien.


Die Vorteile dieser Draftvariante ist, dass auch für Einsteiger die Chancengleichheit gewahrt wird. Man muss sich keine komplexen Values der Spieler erarbeiten, sondern kann auf Projections oder Rankings von gängigen Seiten zurückgreifen.
Ein Nachteil dieser Variante ist, dass man viel auf die Verhaltensweise seiner Mitspieler angewiesen ist und sich teilweise nicht sein Wunschteam zusammenstellen kann.

Diesen Nachteil versucht der Auction Draft auszumerzen. Hier hat jeder GM eine bestimmte Menge an virtuellem Geld zur Verfügung, welches auf die einzelnen Spieler verteilt wird. Es werden trotzdem noch Draftpositionen zugewiesen. An dieser Position kann dann jeder GM einen beliebigen Spieler nominieren, auf den dann alle gemeinsam bieten können. So kann jeder GM innerhalb seiner Strategie taktieren und den Kader so zusammenstellen, wie er es sich wünscht.
Gleichzeitig ist ein Nachteil, dass man gut vorbereitet in diesen Draft gehen sollte und dieser mitunter (je nach gewählter Auktionsart) sehr lange dauert.

Daher gibt es als dritte Variante eine Hybridversion. Dort draftet ihr beispielsweise zunächst die ersten drei Runden in einem Auction Format und stellt danach auf die Snake Order um.

Bei spezifischen Fragen rund um euren speziellen Draft empfehle ich den Beitritt in den Upside Discord Server. Dort könnt ihr jede Frage stellen und werdet auch als Einsteiger adäquat beraten.

Unterjähriges Kadermanagement

Mit dem Abschluss des Drafts und den perfekten Sleeper Kandidaten für die Fantasy Saison im Roster beginnt die Saison für den ambitionierten Fantasyspieler erst richtig. Mit dem ersten Tag nach dem Draft startet das sogenannte “Waiver Wire”. Dabei kann jeder noch verfügbare Spieler (sogenannte “Free Agents”) für das eigene Team beansprucht werden. Der sogenannte “Claim” kann über verschiedene Wege erfolgen, die bereits im Vorfeld des Drafts in einem Regelwerk (oft als “Constitution” bezeichnet) festgehalten werden sollten.

Welche Möglichkeiten es zur Einstellung in eurer Liga gibt und welche ihr davon wählen solltet, erörtere ich in einem eigenen Artikel über Arten des Waiver Wire.

Des Weiteren kann jeder GM sein Team verbessern, indem er Spieler mit anderen GMs tradet. Nach dem Draft werden oft Schwachstellen klar. Diese gilt es dann mittels Trades anzugehen. Nehmen wir folgende Situation an:

  • GM A: Drei starke Running Backs, aber nur zwei mittelmäßige Wide Receiver.
  • GM B: Zwei mittelmäßige Running Backs, aber drei starke Wide Receiver.

In diesem Fall würde sich ein klassischer Trade von Running Back gegen Wide Receiver anbieten, um beide Kader aufzuwerten. Näheres zu Tradestrategien erkläre ich in einem gesonderten Artikel, der bald erscheinen wird.

Meistens gibt es eine Trade Deadline vor einer beliebigen Woche der NFL. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Trades zwischen einem Contender und einem abgeschlagenen Letztplatzierten entstehen, die den restlichen GMs den Spielspaß rauben. Gleichzeitig gibt es für solche Fälle die Option eines Trade Vetos, welche wir als Upside allerdings nicht empfehlen. Wie ihr seht, gibt es – wie immer beim Fantasy – einige Einstellungsmöglichkeiten, die gänzlich dem Geschmack des Commissioners obliegen.

Die Playoffs

Regelungen bezüglich der Playoffs sind in Fantasy Football eine Glaubensfrage. Üblicherweise kommen in einer 12 Team Liga die vier GMs mit den besten Head-to-Head Ergebnissen (genannt “Record”) in die Playoffs. In einigen Ligen werden hingegen nur drei Plätze an die besten Records vergeben und der letzte Playoffplatz an den GM, der die meisten Punkte in der gesamten Saison erzielt hat. Damit wird versucht ein Ungleichgewicht in den Spielpaarungen auszugleichen. Andere Commissioner bieten direkt sechs Playoffplätze an und vergeben diese nach anderen Regelungen. Näheres zu diesen Regelungen wird im letzten Kapitel League Spice Ups für Experten erläutert.

Die vier an den Playoff beteiligten GMs spielen in den Wochen 15 und 16 den Sieger der Liga aus. Hier ist die Woche 16 zu beachten. Da in Woche 17 bereits einige Teams der NFL sicher in den Playoffs sind, werden Spieler geschont. Nichts ist frustrierender, als die gesamte Fantasy Saison zu dominieren und am letzten Spieltag auf einen Leistungsträger zu verzichten, daher: Finale in Woche 16!

Darüber hinaus existiert ebenfalls ein Playoffverfahren für die restlichen acht Teams. Diese duellieren sich entweder in der Consolation Bracket oder im Toilet Bowl. Beim Toilet Bowl steigt der Sieger aus den Playoffs aus und der Verlierer aller Spiele “gewinnt” den Toilet Bowl. Die Consolation Bracket kann im anderen Falle für zusätzlichen Anreiz sorgen, da dort – wie in den normalen Playoffs – der Gewinner des Matchups eine Runde weiter kommt. In vielen Ligen kommt es vor, dass der Gewinner der Consolation Bracket im folgenden Jahr mit einem Sandwich Pick im Draft belohnt wird. Das sorgt dafür, dass bis zum Ende des Jahres jeder GM aktiv am Ball bleibt und ebenfalls am Waiver Wire teilnimmt.

Das Roster und Scoring im Fantasy Football

Das Roster

Im Fantasy Football steuert ihr ein fiktives Roster an Spielern über die Saison. Dieses besteht im Standard aus folgenden Positionen:

  • Quarterback (QB)
  • Running Back (RB)
  • RB
  • Wide Receiver (WR)
  • WR
  • Tight End (TE)
  • RB/WR/TE (Flex)
  • Defense & Special Team (D/ST)
  • Kicker

Die erste Empfehlung, die wir als Upside geben ist: Eliminiert den Kicker und die Defense aus euren Lineups (mehr dazu später in den Spice Ups). Generell empfiehlt es sich alles auszuprobieren, also startet ruhig als Einsteiger mit den oben genannten Roster Settings. Sagt später jedoch nicht, dass wir euch nicht gewarnt haben.

Wie alles im Fantasy sind auch die Roster Spots völlig willkürlich. Einige spielen mit einem weiteren WR Spot, da dieser in der passlastigen NFL immer wichtiger wird, andere nehmen eine zusätzliche Flex Position hinzu, auf der ebenfalls ein Quarterback aufgestellt werden darf. Das führt dazu, dass Quarterbacks früher gedraftet werden. Sobald euch der Begriff einer “Superflex” begegnet, handelt es sich genau um diese Einstellung.

Das Scoring

Egal welche Spieler sich im Lineup befinden, alle werden mittels Punkten bewertet. Einen detaillierten Artikel zum Scoring findet ihr hier von Florian. Im Standard richtet sich diese Bewertung nach folgenden Kriterien:

  • Passing Yards: 1 Punkt für 25 Passing Yards
  • Passing Touchdown: 4 Punkte
  • Passing Interception: -2 Punkte
  • Rushing Yards: 1 Punkt für 10 Yards
  • Rushing Touchdown: 6 Punkte
  • Receiving Yards: 1 Punkt für 10 Yards
  • Receiving Touchdown: 6 Punkte

Die erste Änderung, die jeder Fantasy Spieler meiner Meinung nach vornehmen sollte, ist Punkte pro Passempfang (Reception) zu verteilen. Dabei gibt es die Option einen halben oder einen ganzen Punkt pro Reception zu vergeben. Mittlerweile gibt es darüber hinaus sogar die Option das sog. “Tiered-PPR” zu ermöglichen. Dort wird ein kurzer Screen Pass mit weniger Punkten pro Reception (bspw. 0.25) bewertet, als eine 30 Yards Reception (bspw. 1.5). Die sogenannte Half Point per Reception (HPPR) Liga hat mittlerweile das Standard Scoring (STD) als echten Standard abgelöst. Demnach fällt zusätzlich an:

  • Reception: 0.5 Punkte

In einigen Ligen werden ebenfalls besondere Leistungen von Spielern mittels einem “Performance based Scoring” belohnt. Im DFS ist dies beispielsweise ein wichtiger Faktor, den es nicht zu vernachlässigen gilt. Dort werden QBs mit über 300 Passing Yards und RBs/WRs mit über 100 Rushing/Receiving Yards mit Sonderpunkten belegt. Analog ist dies in jeder anderen eigens geführten Fantasy Liga möglich. Zudem können auch Punkte pro First Down oder Minuspunkte für Sacks des QBs vergeben werden. Den Scoringeinstellungen sind je nach Plattform keine Grenzen gesetzt. Derzeit analysiere ich ein Fantasy Scoring nach NFL Analytics Metriken, den sogenannten “Expected Points Added”. Ohne dem Artikel vorwegzugreifen, werden mit Punkten für First Downs oder Minuspunkten für Sacks die Spieler nach reelleren Gesichtspunkten bewertet.

Einsteigern würde ich empfehlen mit einer HPPR Liga ohne Sonderpunkte zu starten und sich so Schritt für Schritt, Jahr für Jahr weiterzuentwickeln. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die Plattformen, die komplexe Scorings ermöglichen zumeist sehr einsteigerunfreundlich sind. Welche Plattform besonders für Einsteiger geeignet sind, werde ich im Folgenden erläutern.

Plattformen zum Hosten einer Fantasy Football Liga

Die Plattform auf der die jeweilige Liga gehostet wird ist – wie so vieles im Fantasy Football – eine Glaubensfrage. Es gibt nicht DIE beste Plattform. Aus eigener Erfahrung kann ich zudem sagen, dass es meistens tatsächlich (wie so oft im Leben) Gewöhnungssache ist und alle Plattformen ihre Vor- und Nachteile haben. Zunächst Liste ich alle Plattformen auf, welche potentiell in Frage kommen:

*NFL.com – kostenfrei
*Yahoo Fantasy – kostenfrei im Basispaket, kostenpflichtig für Draft- und In-Season-Hilfe
*ESPN Fantasy – kostenfrei
*Sleeper – kostenfrei
*FleaFlicker – kostenfrei im Basispaket, bis zu $85 ohne Werbung und mit Stats
*Fantrax – kostenfrei im Basispaket, kostenpflichtig mit erweiterten Funktionen
*CBS Fantasy – $150 pro Jahr
*MyFantasyLeague – $90 pro Jahr (einmaliger Neukundenrabatt von 50%)

In einem Artikel zu Plattformen zum Hosten eurer Fantasy Football Liga gehe ich darüber hinaus auf deren Spezifikationen sowie Vor- und Nachteile ein. Dieser wird in den kommenden Tagen erscheinen.

League Spice Ups für deine Fantasy Football Liga

Die Fantasy Football Welt ist wie eine Tauchexkursion. Je tiefer man eintaucht, desto mehr farbenfrohe und wunderschöne Geschöpfe kommen zum Vorschein. Im Folgenden werden einige Veränderungen vorgestellt, die vor allem für Rookies im ersten Jahr interessant sind. Weitere Spice Ups für Experten (ihr werdet nie wieder ohne Fantasy Bingo spielen) werde ich bald in einem gesonderten Artikel vorstellen.

Spielt keine Championship in Woche 17

Diese Veränderung könnte mit dem neuen Collective Bargain Agreement bereits kommendes Jahr hinfällig sein, dennoch gilt bis auf Weiteres: Vermeidet ein Championship in Woche 17. In der letzten Woche der NFL ist die Ausgangssituation bei vielen Teams bereits klar. Einige sind sicher in den Playoffs, einige streiten sich noch darum, ob sie Pick #4 oder Pick #5 im kommenden Draft haben werden. Viele Teams (vor allem die, die bereits für die Playoffs qualifiziert sind) werden ihre besten Spieler schonen. Nichts ist ärgerlicher, als ein Todd Gurley, der euch bis ins Finale getragen hat, dort aber nicht mehr als null Punkte liefern wird. Ein netter Nebeneffekt ist, dass ihr so den Spieltag komplett genießen könnt. Solltet ihr ohne Fantasybezug Langeweile haben, empfehle ich ein DFS Championship in Woche 17 oder für ligainterne Awards voten zu lassen.

Eliminiert Defense/Special Teams (D/ST) und Kicker

Um diesen Punkt tatsächlich zu verstehen, sollte man meines Erachtens im ersten Jahr die beiden Positionsgruppen dabei haben. Dann wird schnell klar, warum D/ST und Kicker im Yearly Fantasy nichts zu suchen haben und meines Erachtens aus dem Standard bei allen Plattformen herausfallen sollten. In einem kommenden Artikel werde ich diese beiden Positionsgruppen detailliert durchleuchten und euch darstellen, warum ihr diese eliminieren solltet. In der Upsidefolge mit Michael Klock habe ich dies bereits mündlich erläutert:

In dieser Folge wird detailliert erläutert, warum ihr in eurer Fantasyliga Kicker eliminieren und D/ST durch Individual Defensive Player ersetzen solltet.

Im DFS haben zumindest Defenses ihre Daseinsberechtigung. Das Problem bei D/ST ist vorrangig, dass diese in der wöchentlichen Leistung schwanken. Daher ist es sinnvoll jede Woche eine neue Defense mit dem besten Matchup aufzunehmen (sogenanntes “Streaming”). Im jährlichen Fantasyformat habt ihr allerdings nicht wöchentlich Zugang zum kompletten Defensepool.

Die Schwankungen dieser Positionsgruppe könnt ihr hervorragend umgehen, indem ihr Individual Defensive Player (IDP) einführt. Bei diesem Format wird die Team D/ST durch individuelle Spieler ersetzt und ihr dürft analog der Offensive Skill Positions nun Defensive Line, Linebacker und Defensive Backs besetzen.

Kicker sind allerdings unserer Meinung nach in jeglichen Formaten zu vermeiden. Die Leistungen von Kickern verändert sich von Woche zu Woche derart stark, dass man zu Beginn der Saison nicht prognostizieren kann welcher Kicker in den Top 5 landet. Es gibt jedes Jahr Beispiele von Kickern, die aus dem Nichts zum Topscorer der Woche werden. Im Jahr 2018 war dies bspw. Jason Myers von den Seattle Seahawks. Dieser verwandelte 7/7 Field Goal Attempts und erzielte 27 Fantasypunkte. Seine Average Draft Position (ADP) lässt sich nicht mal ausweisen, da er so weit hinten gepickt wurde. Ezekiel Elliott, ein Consensus Top 5 Pick, knackte die Marke von 27 Punkten nur einmal im Jahr 2019. Michael Thomas, der größte Ausreißer auf der Wide Reiceiver Position, sowie Tyreek Hill, der Inbegriff des besten Boom/Bust-WR, ebenfalls nur ein einziges Mal.

Hinzu kommt, dass Kicker nicht nach ihrer Leistung bewertet werden. Um meinem zukünftigen Artikel nicht vorwegzugreifen belasse ich es hier zunächst bei der provokanten Phrase “Kicker sind random und schemeabhängig!”.

Draftet eure Draftpicks

Normalerweise startet ihr eure Fantasyliga mit der Auslosung der Draftpositionen. An der Stelle, die ihr zugelost bekommt dürft ihr in der Regel picken. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ihr euch von einer anderen Position mehr Value erhofft. Nehmen wir beispielsweise an, dass ihr den Pick #1 zugelost bekamt. Demnach seid ihr in einer regulären 12-Team Liga aufgrund der Snake-Order erst wieder an Position 24 dran. Gleichzeitig habt ihr vier Spieler in eurem Ranking gleichwertig eingeschätzt und könntet euren zweiten Pick so auf Position 21 heben. Warum also nicht proaktiv den Pick #4 auswählen und schauen welcher der gleichwertigen Running Backs zu euch fällt. So fügt ihr eurem Draft eine weitere strategische Komponente hinzu. Wie ihr dann an den verschiedenen Positionen picken könnt, erläutert Raphael bald in seinem Artikel zu Draftstrategien.

Weitere Artikel werden folgen, ich hoffe euch jedoch mit diesem Einsteigerguide ein gutes Grundgerüst an die Hand zu geben. Viel Spaß in eurer ersten Fantasysaison!

3 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Und auch für die vielen guten Artikel auf lead-blogger. Werde es in meiner Liga Keeper Liga zur Diskussion stellen und den Ligenmanager fragen, ob er bei ESPN entsprechende Einstellungen findet oder wir mit einem Workaround arbeiten müssten, falls der Vorschlag positiv aufgenommen wird. Aber ich mag diese Idee sehr. Könnte nach 8 Jahren der nötige Pfiff für die CB sein.

  2. Die Idee, der Consolation Bracket mehr Anreiz zu bieten klingt sehr gut. Frage mich lediglich, was ist ein Sandwich Pick und wie baut man diesen Spieltechnisch ein?

    • Hi Fabian,
      diese Option bieten nicht alle Plattformen an (zu den Plattformen folgt in Kürze ein weiterer Artikel).
      Es gibt aber einige Wege das bei diesen Plattformen (Sleeper z.B.) zu umgehen. Dort kannst du einfach eine Draftrunde extra einführen und den Spieler dann dementsprechend in der Sandwich-Pick-Runde “assignen”.
      Sprich: Ihr habt einen Sandwich-Pick nach Runde 4, vor Runde 5, dann kannst du beim entsprechenden Spieler die letzte Draftrunde (angenommen Runde 13) dafür nutzen. Bevor der 5.01 seinen Pick tätigt, weist du dem Sanwich-Picker dann in der letzten Draftrunde den Spieler zu, den er möchte. So mache ich das in meinen Keeper Ligen auf Sleeper bspw. auch. Dort ordne ich den entsprechenden Draftpositionen dann die Keeper zu, für die sie den Draftpick verlieren.

      Alternativ habe ich momentan in einer anderen Liga auch eine “Reverse-Draftlottery” eingeführt. Das heißt, dass der Sieger der Consolation Bracket die größte Chance auf den 1st Pick hat. Danach kommt der Verlierer des Consolation Finales, danach der Sieger des Spiels um Platz 7 (also quasi Platz 3 innerhalb der Consolation Bracket). Es gibt viele Wege die dort zum Ziel führen, man muss hier und da nur ein bisschen erfinderisch werden 😉

      Bei weiteren Fragen, kannst du gerne auf mich zukommen 🙂

      Gruß
      Christian

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